Samstag, 18. November 2017    20:21


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Schönes Spiel mit dem Feuer: Ein Ofen für die kalte Jahreszeit

in der Küche oder im Wohnzimmer galt früher - und gilt auch noch heute - als Zentrum ultimativer Gemütlichkeit. Oftmals war der Ofen umkränzt mit einer Ofenbank – ein bei Groß und Klein beliebter Sitz- und Kuschelplatz, um dem Knacken des Holzes oder dem Summen und Zischeln der Bratäpfel zuzuhören, die unsere Großmütter an kalten Tagen im Wärmefach des Ofens durchgaren ließen. Dagegen war das Ofen-Anmachen in dämmeriger, frostig-kalter Morgenstunde eine Wissenschaft für sich. Auch mussten Öfen regelmäßig saubergemacht werden: Das war kein Vergnügen, sondern anstrengend, schmutzig und umständlich. Heute ergänzen Öfen und Kamine moderne Heizanlagen in idealer Weise. Sie sind – wenn sie auf dem neuesten technischen Stand sind – keine Dreckschleudern mehr, einfach in der Handhabung und stehen für Geborgenheit und häuslichen Frieden. Heute werden viele unterschiedliche Materialien zum Bau von Kachelöfen und Kaminen angeboten.

Kachelofen

Erst im 19. und 20. Jahrhundert wurde der Feuerungsraum des Kachelofens zunehmend mit Schamotteziegeln ausgekleidet und mit „Zügen“ versehen. Er ist zweischalig gemauert, als Bausatz erhältlich oder in aufwändiger Handarbeit aufgesetzt. Kachelöfen, auch Grund- oder Speicheröfen genannt, sind als Dauerheizung geeignet, da sie häufig sehr massig sind und die beim Verfeuern schnell abbrennender Feststoffe aufgenommene Wärme lange in den Raum abgeben. Ihre Heizleistung ist gleichmäßig. Sie sind ideal für Niedrigenergiehäuser geeignet und können, je nach Material und Beschaffenheit, ein komplettes Haus beheizen. Wichtig ist die Optik: Dabei kommt es auf den Platz an, an dem der Kachelofen die nächsten Jahrzehnte seinen Dienst versehen soll. Keramische Kacheln für Kachelöfen gibt es in so gut wie allen Farben, mit Ornamenten oder ganz schlicht. Beliebt sind auch heute noch Ofenbänke.

Kaminofen

Kaminöfen bestehen aus Stahl oder Gusseisen und werden mit Stahlblech, Natursteinen oder keramischen Kacheln ganz oder teilweise verkleidet. Faszinierend ist für viele Menschen, durch das gläserne „Guckfenster“ die züngelnden Flammen zu beobachten. Kaminöfen werden schon zu erschwinglichen Preisen zur Installation für Heimwerker angeboten. Doch muss dafür ein geeigneter Schornstein vorhanden sein. Das sollte vorher unbedingt mit einem Schornsteinfeger oder einem Bausachverständigen besprochen werden. Kaminöfen können auch Wasser führend sein und mehrere Räume beheizen und sogar warmes Wasser bereitstellen.

Heizkamin

Ein Heizkamin ähnelt optisch einem offenen Kamin. Er ist dessen Weiterentwicklung. Sein Innenleben besteht aus einem kleinen Raum, dem Heizeinsatz. Außen kann er ganz nach Belieben mit Marmor, Granit, Natur- oder Speckstein sowie Kacheln verkleidet werden. Offene Kamine sollten wegen Zugluft und Wärmeverlust mit einer Heizkassette nachgerüstet und somit verschlossen werden. Ob rustikal, nostalgisch oder elegant und modern – das Aussehen eines Heizkamins hängt vom Geschmack seiner Eigentümer ab. Mit einer Glasscheibe wird der Heizeinsatz verschlossen. Übrigens funktioniert ein Gaskamin ähnlich, ein Hingucker in Stadtwohnungen, die an das öffentliche Gasnetz angeschlossen sind. Das Günstige ist, dass kein Brennstoffvorrat gebunkert werden muss.

Achtung – Schonfrist für alte Kachel- und Kaminöfen läuft Ende des Jahres ab

Viele alte Öfen stoßen zu viele Schadstoffe aus und sind schädlich für die Umwelt. Daher droht ihnen die Stilllegung oder die verpflichtende – und recht teure – Nachrüstung mit einem Spezialfilter im Rauchrohr oder im Schornstein. Die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) schreibt vor, dass Kaminöfen, die bis einschließlich 1984 in Betrieb genommen wurden, zum 31. Dezember dieses Jahres stillgelegt werden müssen, es sei denn, sie halten die aktuellen Grenzwerte für Schadstoffe ein. Ausnahmen sind historische Öfen oder solche, die ohne Alternative die Raumwärme liefern. Moderne Öfen nutzen Brennstoff viel effektiver aus als alte. Eine holzbetriebene Feuerstätte erreicht heute einen Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent. Da die Umweltbelastungen um ein Vielfaches niedriger sind als bei Öfen aus „Omas“ Zeiten und moderne Technik einen geringeren Verbrauch von Brennstoffen garantiert, hat sich eine neue Feuerstätte innerhalb kürzester Zeit amortisiert.

Text: Sonja Wenzel, Foto: fotolia.com/bm