Samstag, 21. Oktober 2017    23:18


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Schiffahrtsmuseum Husum:
»Schleswig-Holstein meerumschlungen«

Auf der einen Seite die Ostsee, auf der anderen die Nordsee - und quer hindurch der Kanal: Von Wasser umgeben und durchflossen ist Schleswig-Holstein. Wenn auch in einer Art „Randposition“ an der Westküste, so doch irgendwie „mittendrin“ liegt das Schifffahrtsmuseum Husum - eine Perle unter den privat geführten Museen der Region. In komprimierter Form wird hier die mehrere Tausend Jahre alte Geschichte der Seefahrt im Norden Deutschlands umfassend dargestellt. Im Moment läuft die Ausstellung „Schleswig-Holstein meerumschlungen“. Namensgebend für diese umfangreiche Schau ist ein üppig ausgestattetes Buch mit dem gleichen Titel aus dem Jahre 1844, dessen Nachdruck für Besucher zum Durchblättern bereitliegt. „Es ist schwer, bei diesem Thema eine Chronologie hineinzubringen“, äußert Museums-Chefin Karin Cohrs. Das ist aber auch nicht unbedingt notwendig: In charmanter Weise wird der mächtige Dachboden des alten Museumsgebäudes mit seinem imposanten Balkenwerk für die Sonderausstellung genutzt. Gen Osten und Westen ausgerichtet sind Exponate, die die jeweilige Küste betreffen, mittig hindurch schlängelt sich alles rund um den Nord-Ostsee-Kanal. Einen Eindruck vom damaligen Kartenwesen vermitteln Kopien verschiedener Landkarten, unter anderem von der ältesten gedruckten Seekarte Nordeuropas und ihrer „Segelanweisung“ aus der Feder des Niederländer Cornelius Anthonisz oder einer historischen Karte der „Alten Welt“ – „ein Bekenntnis zu Europa“, wie Karin Cohrs erklärt. Manches Kleinod gibt es zu sehen, wie eine Karte von Dänemark, auf deren Rand eine Frau in Tracht, eine „Husum Woman“ gezeichnet worden ist, oder ein Buch, das die Chronik der Kolonistenfamilie Zeyher enthält. Dokumente aktuellen Zeitgeschehens wechseln sich ab mit Historie: Einerseits der Bau des Nordstrander Klimadeichs, andererseits alte Schiffsmodelle und Schriftstücke zur Eröffnung des „Kaiser-Wilhelm-Kanals“; eindrucksvolle „Seestücke“ mit Seglern im Sturm; Bilder der Häfen Schleswig-Holsteins oder „Land unter“ auf der Hallig. Einmalig sind zwei große Scherben eines chinesischen Gefäßes – eines Fischbassins - mit wunderschöner Malerei, die Fischern ins Netz gingen: Sie stammen von einem vor 300 Jahren vor Eiderstedt gesunkenen, chinesischen Frachter und lassen ahnen, wie riesig das Gefäß eigentlich war.

Doch auch sonst aktualisieren Karin Cohrs und ihr Team die allgemeine Ausstellung des Hauses behutsam und fortlaufend. Besonders stolz ist die Inhaberin auf verschiedene Werke des Husumer Kartenzeichners Johannes Mejer, deren Originale in der Königlichen Bibliothek zu Kopenhagen aufbewahrt werden. „Wir sind nach Kopenhagen gereist und konnten von dort Kopien bekommen.“ Diese Stücke sind kostbar und laden zu längerem Betrachten ein. Teilweise sind sie mit Erläuterungen des Husumer Bürgermeisters und Chronisten Caspar Danckwerth versehen. Etwas Besonderes und neu hinzugekommen sind aus einem Nachlass Bilder von Schiffsszenen, die als Intarsienarbeiten aus gepressten Strohhalmen gefertigt wurden. Sehenswert ist das Panorama des betriebsamen Husumer Hafens, das Schiffszimmermann Hans Ertzinger in „eineinhalb Jahren Freizeitarbeit“ fertigte und dem „Marschenbauamt“ – dem heutigen LKN - schenkte. Ebenfalls vom LKN, dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz, stammt ein mächtiges Modell des Passagierdampfschiffs „Odin II“, auch aus der Hobbywerkstatt Ertzingers. Kurzum: Wer „abtauchen“ möchte in die Schifffahrt und die Geschichte der Küsten, ist im Husumer Schifffahrtsmuseum gut aufgehoben.

Text und Foto: Sonja Wenzel

Werner Weckwerth Museum

Vom Außendeich des Koogs Weitblick über das Wattenmeer nach Sylt

Im Museum auf etwa 300 qm Ausstellungsfläche strahlende Bilder Werner Weckwerths.

Insbesondere im Oktober 2017 noch zu sehen:
1. Objekte von Ulrich Fries aus Berlin im Kontakt mit
   abstrakten Aquarellen Werner Weckwerths.
2. Ölbilder von Helga Weckwerth.
3. Weckwerths Entwürfe in Pastell und
   die zugehörigen Ölbilder.

Werner Weckwerth Museum

Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog, Wellumweg 50, Tel. 04668-296  

Öffnungszeiten:
März - Oktober
Fr., Sa. und So.
15:00 - 18:00 Uhr

Nolde in Seebüll

Erleben Sie den berühmten Maler Emil Nolde: sein Werk, sein Haus, sein Leben. Das Museum mit der aktuellen Jahresausstellung, der prachtvolle Garten und das Café laden zum Verweilen ein. Für Kinder gibt es unter anderem reichhaltige Angebote wie Schnitzeljagd, Spielplatz und eine Malecke.

150 Jahre Meisterwerke von Emil Nolde

Emil Nolde – einem dem bekanntesten Expressionisten – zeigt die neue Jahresausstellung im Nolde Museum Seebüll die Vielzahl seiner Meisterwerke, darunter einige noch nie öffentlich präsentierte Gemälde und Aquarelle. Die Ausstellung bietet mit über 140 Arbeiten den umfassendsten Einblick in Noldes großartiges Werk, das ständig neu zu entdecken ist und immer wieder überrascht.

„Henry Moore trifft Emil Nolde“

Erstmalig wird im Garten des Nolde Museums ein weiterer großartiger und international anerkannter Künstler präsentiert: Henry Moore und Werke aus der Reihe “Working Models“, Leihgaben aus der Sammlung der Henry Moore Foundation. Spüren Sie die Inspirationen und Berührungspunkte zweier Ausnahmekünstler auf, die miteinander verbunden sind, obwohl sie sich persönlich nicht gekannt haben.


Nolde Museum, Seebüll 31, 25927 Neukirchen
Tel.: 04664-983930, www.nolde-stiftung.de

Burger Museum

Besucher des Burger Museums unternehmen einen Ausflug, der sie 200 Jahre in die Vergangenheit führt. Sie entdecken und erleben die alte Sattler- und die Schuhmacherwerkstatt, den komplett bestückten Kolonialwarenladen und statten dem Zahnarzt und dem Friseur einen Besuch ab. Die Uhrmacherwerkstatt mit kleinem Uhrmacherladen bietet optisch und akustisch einen faszinierenden Einblick in den Beruf des Uhrmachers. Nicht zu überhören und zu übersehen ist dabei die große Turmuhr von 1880. Die Hauptattraktion des Museums ist eine Führung durch eine vollständige Landapotheke aus dem 19. Jahrhundert. Dazu gehört der Arzneikräutergarten, der durch das Museumscafé betreten wird. In der Schifffahrtsstube wartet Historie vom Feinsten, mit zahlreichen Modellen und einer echten Kapitänskajüte.
Burger Museum, Große Mühlenstraße 6, 25712 Burg, Tel.: 04825-902200
Weitere Infos finden Sie unter www.burger-museum.de

Kulturschuppen des Burger Museums: „Alte Räucherei“,

„Rökert hölt sik länger“ – diesen Schnack hat das Team des Burger Museums vor einiger Zeit beherzigt und eine alte Räucherei in der Meldorfer Straße 6 in 25712 Burg mit zwei historischen Räucheröfen liebevoll restauriert und daraus einen angesagten Eventschuppen mit 95 Sitzplätzen gemacht. Dort, wo früher schmackhafter Räucherfisch entstand, lassen heute andere Leckerbissen das Wasser im Munde zusammenlaufen: Seit sieben Jahren finden hier anspruchsvolle Blues, Rock- Folk-, Jazz- und Pop-Konzerte vom Feinsten statt. Die stimmungsvolle Location hat inzwischen schon Kult-Status erreicht und ist bei Musikern und Publikum gleichermaßen beliebt.

Die nächsten Events:

jeweils um 20:00 Uhr
Sa.14.10. Nur wir. Crossover-A-Capella
Fr.10.11. Guitavio. Folk`n Soul

Sonderausstellung zum Reformationsjubiläum:
»Luthers Norden« auf Schloss Gottorf

Mit Unterstützung der Nordkirche haben das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf und das Pommersche Landesmuseum in Greifswald eine Ausstellung konzipiert, die vom 9. Oktober bis 28. Januar in Schleswig Wege, Personen und Orte der Ausbreitung der Reformation im Norden zeigt – bis heute.

Die Veröffentlichung der 95 Thesen gegen den Ablasshandel am 31. Oktober 1517 durch Martin Luther in Wittenberg setzte eine Entwicklung in Gang, die den Norden nachhaltig veränderte. Die bis dahin vorherrschende katholische Kirche zerbrach in mehrere Konfessionen. Obwohl Luther selbst nie im Norden weilte, entstand hier das größte konfessionell geschlossene Gebiet Europas: von den norddeutschen Fürstentümern und Städten über die skandinavischen Königreiche bis hin nach Preußen und in das Baltikum verbreitete sich der lutherische Glaube. Und er ist, vor allem in Skandinavien und Norddeutschland, bis heute die vorherrschende Konfession geblieben.

Die Ausstellung „Luthers Norden“ auf Schloss Gottorf zeigt die vielfältigen Wirkungen der Reformation im Norden weit über das 16. Jahrhundert hinaus, im Städtebau und in der Alltagskultur ebenso wie in der Hochkultur.

Auf Schloss Gottorf befindet sich heute eine der bedeutendsten Cranach-Sammlungen im Norden. Acht Bilder aus der Cranach-Werkstatt finden Eingang in die Ausstellung. Lucas Cranach der Ältere gilt als enger Wegbegleiter Luthers und hat wie kein anderer Zeitgenosse die reformatorische Lehre über die Bildsprache in die Welt getragen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den kulturellen Wirkungen der Reformation im Ostseeraum, vor allem auf Kunstwerken, in denen sich der neue Glaube spiegelt. Zu den zentralen Exponaten gehören Gemälde, die eine neue, von der Reformation inspirierte Bildwelt zeigen: bis hin zu Philipp Otto Runge wird sichtbar, wie weit die kulturellen Auswirkungen der Reformation auch in der Kunstgeschichte ausstrahlen.

Die Ausstellung richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Familien und Gruppen. Moderne Medien begleiten die Präsentation der kostbaren Objekte. Der Medieneinsatz reicht von Filmen über einen Medientisch bis hin zu Hör-und Erlebnisstationen.
Weitere Infos finden Sie unter www.schloss-gottorf.de.

Museumsberg Flensburg:
Lange Nacht der Museen am 7. Oktober

Mit einem vielfältigen Programm werden Nachtschwärmer in die städtischen Museen gelockt. Ab 18:00 Uhr bieten diese die Möglichkeit, mit einem gemeinsamen Ticket Ausstellungen, Kunst, Technik und Musik zu genießen. Die Besucher fahren bequem mit dem kostenlosen Bus-Shuttle von Ort zu Ort. Das Rahmenprogramm auf dem Museumsberg orientiert sich an der aktuellen Sonderausstellung „Glaube. Orte. Kunst“. Den Anfang macht ein Poetry Slam, moderiert von Björn Högsdal. Mit dabei sind Michael Kühn, Björn Katzur, Stefan Schwarck und Anni Greve. Nach so vielen Worten geht es musikalisch weiter. Mit seiner Viola da Gamba entführt Joseph Maria Antonio die Zuhörer auf eine Zeit- und Weltreise von Renaissance bis Weltmusik, von England bis Portugal.

Parallel dazu sind zwei Themen im Schifffahrtsmuseum präsent: Die Karibik und der Kontinent Afrika - mit Führungen, Vorträgen und den passenden kulinarischen Köstlichkeiten. Auf dem Museumsberg öffnet wieder die Cocktail-Lounge. Aktions-Künstler in den Häusern sorgen für Überraschungen. Es gibt Kunst zum Mitmachen und Kunst zum Mitnehmen. Natürlich finden viele Führungen zu allen Ausstellungen, von Heckel bis Nolde, durch die Spiegelgrotte und den Christiansen-Park, im Naturwissenschaftlichen Museum und zur Ausstellung „Rum, Schweiß und Tränen“ im Schifffahrtsmuseum statt. Lassen Sie sich zum Abschluss vom Nachtwächter des Museumsbergs ins Schifffahrtsmuseum geleiten. Dort ist noch lange nicht Schluss. Das Quartett Bufadrama sorgt für Live-Musik und die Afro-Beat-Party mit DJ macht Open End. Eintritt: VVK 10 Euro, Abendkasse 12 Euro, ermäßigt 6 Euro.

Museumsberg Flensburg
Museumsberg 1
24937 Flensburg

Telefon: 0461/852956, www.museumsberg.de
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr

»Glaube, Macht und Selbstjustiz – Dithmarschen und die Reformation«

Noch bis zum 19. November zeigt das Dithmarscher Landesmuseum in Zusammenhang mit dem Reformationsjubiläum eine aufwändige Sonderausstellung zum Thema, wie die Reformation nach Dithmarschen kam. Im Mittelpunkt stehen die Ereignisse um den grausamen Märtyrertod des Predigers Heinrich von Zütphen Ende 1524. Doch vor allem soll deutlich werden, wie es zu dem spektakulären Akt der Selbstjustiz kommen konnte, wie eng Glaube und Macht in einer Zeit gesellschaftlichen Umbruchs miteinander verflochten waren und sich wechselseitig beeinflussten. Zahlreiche bekannte und unbekannte Objekte aus der Sammlung des Museums illustrieren das historische Geschehen und lassen es für den Besucher lebendig und nachvollziehbar werden. Zur Ausstellung ist ein reich bebilderter Katalog zum Preis von 10 Euro erschienen. Darüber hinaus gibt es ein vielseitiges Begleitprogramm. Als nächste Veranstaltung wird Feridun Zaimoglu am 5. Oktober um 19:00 Uhr aus seinem Roman „Evangelio“ lesen.