Mittwoch, 20. November 2019    08:43


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Heizen mit Holz – eine moderne Alternative?

Im Zeichen des Klimawandels ist Holz als Energieträger zum Heizen von Gebäuden wieder mehr in den Fokus gerückt. Die Zeiten, in denen Holz mit großem Aufwand gespalten, trocken gelagert und mehrfach am Tag in den Ofen gelegt werden musste, sind jedoch lange vorbei. Heute sind besonders in den waldreichen Regionen Deutschlands und Österreichs komfortable Pellet-Kesselanlagen in Betrieb, die die Energie für Heizungen und warmes Wasser aus der Verbrennung von Holzresten gewinnen. Laut Mitteilung des Umweltbundesamtes sind Heizungen allgemein der größte Erzeuger des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid (CO2). Die Verfeuerung von Holz statt Öl oder Gas schont dennoch das Klima. Als Begründung wird angegeben, dass bei der Verbrennung von Holz nur die Menge an Kohlendioxid frei wird, die das Holz im Laufe seines Wachstums gebunden hat. Trotzdem führt das Verheizen von Holz zu hohen Kohlendioxid- und anderen Schadstoffemissionen, weil der Zeitraum des Heranwachsens und die damit einhergehende Kohlendioxidbindung gegenüber dem Zeitraum des Verbrennens um ein Vielfaches höher liegt.


Für derartige Heizungen werden kleine zusammengepresste, zumeist aus Sägemehl und Holzspänen bestehende Pellets verwendet. Die Technologie wurde in den 1970er Jahren in den USA entwickelt. Wenig später bauten auch europäische Unternehmen die ersten Anlagen. In Deutschland wurde die Pellet-Heizungstechnologie erst im Jahre 1997 freigegeben. Nach Angaben des Bundesverbandes der Schornsteinfeger ist die Zahl der Anlagen innerhalb Deutschlands von 278.000 im Jahre 2012 auf 492.000 im Jahr 2019 angewachsen. Der Brennstoff wird in handlichen 15 bis 20 Kilogramm schweren Säcken, in großen, bis zu zwei Kubikmeter fassenden Kunststoffbehältern oder auch lose geliefert. Um sie zu lagern, müssen Hausbesitzer einen geeigneten Lagerraum bereithalten, von dem die Pellets mittels eines ausgeklügelten Fördersystems zum Brenner geführt werden. Mit Holzpellets befeuerte Zentralheizungsanlagen erreichen - wie vergleichbare Gas- und Ölheizungen - einen Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent. Nach Angaben namhafter Anlagenhersteller sind die Anschaffungskosten für Pellet-Heizungen höher im Vergleich zu Öl und Gas, während die Betriebskosten meist darunter liegen.
Das Bundesumweltamt rät Hausbesitzern beim Erwerb einer Pelletheizung auf einen hohen Nutzungsgrad und auf eine geringe Schadstoffemission zu achten. Beides ist mit einem Brennwertgerät der Effizienzklasse A++ gegeben. Die dadurch eventuell entstehenden Mehrkosten können durch einen geringeren Brennstoffbedarf wieder ausgeglichen werden. Zudem sollte die neue Heizungsanlage richtig dimensioniert sein: „Eine kleinere Heizung ist günstiger und beheizt Ihr Haus effizienter. Außerdem benötigt ein gut gedämmtes Haus weniger Heizleistung. Deshalb sollte - nach Möglichkeit – bei einer Haussanierung zuerst gedämmt werden, bevor über die Auswahl der Heizung entschieden wird. Lassen Sie sich hierbei von einem Energieberater unterstützen“, heißt es in einer Broschüre des Umweltbundesamtes.  Des Weiteren wird dazu geraten, in der Region hergestellte Pellets mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ zu kaufen.

Text und Fotos: sgo