Montag, 14. Oktober 2019    06:28

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Sommerfinale im Staudenbeet

…und Vorfreude auf Zwiebelpflanzen im kommenden Frühling

Mit einer guten Planung vorab – am besten mit der Unterstützung eines Fachbetriebs – bereitet ein Staudengarten jahrelang Freude. Stauden sind mehrjährige Pflanzen. Das Wort entstammt dem mittelhochdeutschen Wort „stûde“. Stauden schlagen Jahr für Jahr neu aus ihrer Wurzel aus. Normalerweise sind sie nicht besonders pflegeintensiv. Viele von ihnen warten im Spätsommer und Herbst mit nahezu Nolde’scher Farbintensität auf: von strahlendem Gelb über knalliges Orange bis hin zu tiefem Rot und Violett. Besondere Freude bereiten Herbstblüher wie Sonnenhut und Goldrute, Astern und Eisenhut, Herbst-Steinbrech und -Anemone, Silberkerzen oder die Blütendolden der Fetthenne.

…und ab in die Erde…
Ab besten pflanzt man Stauden im Herbst oder Frühjahr. Sie fassen jetzt am besten Fuß und wurzeln dauerhaft ein. Die Wurzelballen sollten beim Einsetzen gut feucht sein und ein großzügig ausgehobenes Pflanzloch erhalten. Nach dem Einpflanzen muss die Erde fest angedrückt werden. Die Pflanze braucht jetzt einen ordentlichen Schluck Wasser, etwa zwei bis drei Liter. Wer meint, dass das Staudenbeet zunächst arg „löcherig“ ist, kann die Lücken mit Einjahresblühern auffüllen. Doch nach etwa zwei bis drei Jahren schließen Stauden die Lücken, weil sie sich sachte ausbreiten und damit normalerweise auch unerwünschten Krautbewuchs verhindern. Viele Stauden benötigen nie einen Schnitt: Dazu gehören Pfingstrosen, Tränendes Herz oder auch Maiglöckchen. Viele Stauden hingegen lieben es, wenn sie alle paar Jahre „verjüngt“ werden, dass heißt, wenn man ein Teil von ihnen „absticht“. Trockenes Laub und alte Blütenstände sollten erst kurz vor dem neuen Austrieb im Frühling abgeschnitten werden. Denn sie sind nicht nur dekorativ, sondern bieten Insekten Unterschlupf, die wiederum Nahrung für Vögel sind. Genaue Auskünfte erteilen Fachbetriebe.

Stauden in Kübeln – geht das?
Das geht – schließlich wurden schon vor Jahrhunderten – beispielsweise in Italien - Pflanzen in Gefäßen kultiviert. Für Pflanzenliebhaber ohne eigenen Garten ist diese Möglichkeit echte Alternative zum klassischen Garten. Stauden in ausreichend großen Kübeln können das ganze Jahr über gepflanzt werden und sind ein Quell stetiger Freude für das Auge des Betrachters. Das A und O ist allerdings ein gutes Fingerspitzengefühl beim Gießen und ein wenig Fachwissen über die Pflege von Stauden, die ihr Leben in Kübeln verbringen.

Freude an Zwiebelpflanzen im nächsten Frühling
Auch Zwiebelpflanzen wie Narzissen, Tulpen und Hyazinthen passen dauerhaft in Kübel. Begonien und Dahlien haben zwar keine Zwiebeln, dafür aber Knollen und müssen im Herbst herausgenommen werden, um an einem frostfreien Plätzchen zu überwintern. Der Platzbedarf für Zwiebel- oder Knollenpflanzen ist nicht besonders groß, auch wenn der Kübel wiederum nicht zu klein sein darf: Blumenzwiebeln in Kübeln droht das Aus durch zu viel Nässe, ausgiebige Trockenheit, hohe Temperaturschwankungen und Durchfrieren im Topf. Je größer der Topf, um so sicherer ist ein Blüte der Zwiebelpflanzen, wobei der Kübel gut drainiert sein und dazu gern auf kleinen Füßchen stehen sollte. Im Winter müssen die Töpfe mit Vlies und Folie gegen Frost geschützt oder an die frostfreie Hauswand geschoben werden. Man kann „zwiebelige“ Frühjahrsblüher im Herbst in kleine Töpfe geben und sie darin an geschützter Stelle im Garten eingraben und mit Reisig abdecken. Wer keinen Garten hat, stellt sie in den Keller oder in die Garage und gießt sie ab und zu. Im Frühjahr muss man sie beobachten: Zeigt sich das erste Grün, raus mit ihnen an die Luft: Sie werden jetzt in größere Gefäße umgepflanzt.  

Text: Sonja Wenzel, Fotos: AdobeStock