Freitag, 22. März 2019    13:50

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Moderne Heiztechniken

Wer heute auf der Suche nach neuer Heiztechnik ist, hat die Qual der Wahl. Der Markt bietet ein breites Spektrum an Heizungsanlagen für jeden Einsatzzweck. Marktgängige Heiztechniken sind neben den klassischen Gas- und Ölheizungen auch regenerative Holzheizungen, umweltfreundliche Wärmepumpen oder stromerzeugende Brennstoffzellen. Die Öl- und Gas-Heiztechnik zählt zu den beliebtesten Heizungsanlagen vieler Hausbesitzer. Grund dafür sind die platzsparenden und zuverlässigen Geräte, die Wärme für Heizung und Warmwasser aus der Verbrennung von Gas oder Öl gewinnen.

Die Holzheizung ist im Heiztechnik-Vergleich wohl das System mit der längsten Tradition. Hier sind die niedrigen Brennstoffkosten, besonders für Scheitholz und Pellets, vorteilhaft. Die Kesseltechnik ist bei Pellets allerdings deutlich teurer als bei Öl oder Gas. Außerdem funktionieren Pelletkessel zwar vollautomatisch, haben aber bei schlechter Pelletqualität einen deutlich erhöhten Wartungsaufwand.

Besonders umweltfreundlich sind Heizungsanlagen, die thermische Energie für die Heizung oder die Warmwasserbereitung aus der Umwelt gewinnen. Beispiele dafür sind die Wärmepumpe und die Solarthermieanlage. Eine Wärmepumpe bezieht etwa zwei Drittel ihrer Energie aus der Umwelt. Dabei nutzt sie die Temperaturen der Luft, der Erde oder des Wassers und macht sie zum Heizen nutzbar. Ein weiteres Beispiel der Umwelt-Heiztechnik ist die Solarthermie. Sie fängt das Licht der Sonne über Kollektoren auf, wandelt es in Wärme und überträgt diese an das Heizsystem.

Als modern und effizient gilt auch die stromerzeugende Heiztechnik – eine Technik, die nicht nur Wärme, sondern auch Strom für das Gebäude erzeugt. Ein Beispiel für die stromerzeugende Heiztechnik ist das Blockheizkraftwerk. Es besteht aus einem Motor, der wiederum einen Generator antreibt. Die dabei entstehende Wärme wird aufgefangen und auf das Heizsystem übertragen. Auf diese Weise lassen sich die eingesetzten Brennstoffe gleich doppelt nutzen. In zahlreichen Mehrfamilienhäusern werden diese Geräte schon seit vielen Jahren eingesetzt. Inzwischen werden von verschiedenen Herstellern auch Geräte mit ausreichend kleiner Leistung und niedrigen Investitionskosten für das Einfamilienhaus angeboten. Ganz anders funktioniert dagegen die Brennstoffzelle. Denn hier reagieren Wasserstoff und Sauerstoff unter kontrollierten Bedingungen miteinander. Der elektrochemische Prozess wird auch kalte Verbrennung genannt und erzeugt neben Wärme zum Heizen auch Strom zur Deckung des eigenen Bedarfs.

Die Vorräte an Erdöl, Erdgas und Kohle sind begrenzt, daher werden die Preise für Heizöl, Gas und Strom perspektivisch steigen. Auch das gesellschaftliche Bewusstsein für den Klimaschutz wächst und lenkt das Augenmerk auf Energieeffizienz und den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien. Gleichzeitig nehmen die gesetzlichen Anforderungen an die Energieeffizienz der Systeme zu, während mehr als 75 Prozent der Heizungsanlagen in Deutschland als veraltet gelten. Belohnt wird die Investition in effiziente Heiztechnik durch attraktive Förderprogramme. All diese Argumente sprechen für eine moderne Heizungsanlage. Trotzdem zögern viele Hausbesitzer und sind verunsichert durch die Vielfalt der angebotenen Techniken. Bei der Auswahl sollte am besten ein unabhängiger Energieberater helfen, damit das System zu den Anforderungen von Bewohnern und Gebäude passt.

Text: epr ,Fotos: epr/Viessmann