Dienstag, 04. Oktober 2022    05:33

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Sonnenallergien bei Hund oder Katze

Ein Problem, das häufig nicht richtig erkannt wird

Wenn wir von Hunde- oder Katzenallergie reden, dann meinen wir vorwiegend die Unverträglichkeit, die unsere Haustiere bei uns Menschen auslösen. Oft wird angenommen, es sind die Haare der vierbeinigen Mitbewohner, die zu Juckreiz oder Atemproblemen führen, aber es sind mehr die Anhaftungen an den Haaren, wie Tierschweiß, Speichel oder Milben.

Aber auch Haustiere können Allergien entwickeln, die ganz plötzlich in der gewohnten Umgebung und ohne große Neuerungen auftreten, praktisch wie aus heiterem Himmel. Und das ist bereits ein gutes Stichwort: Hunde wie Katzen können sogar gegen heftiges Sonnenlicht allergisch sein, was gerade jetzt im Sommer häufiger auftritt. Es ist eine Art Verbrennung der Haut durch intensive UV-Strahlung – nicht zu verwechseln mit Sonnenbrand, die Allergie kommt auch nach relativ kurzem Aufenthalt in der Sonne. Besonders häufig tritt sie im Frühjahr auf, wenn die Haut nach dem Winter gegen Strahlung noch sehr empfindlich reagiert. Betroffen sind vorwiegend die felllosen Stellen wie Nase, Lippen, Ohren und Augenlider. Es kommt zu Hautrötung oder sogar zu kleinen Bläschen, bei kurzfelligen Tieren und heller Behaarung können auch auf Kopf und Rücken betroffen sein. Auch Tiere, die frisch vom Friseur kommen, fehlt das üppige Fell als Sonnenschutz.

Vorsicht auch beim Badeausflug mit dem Hund ans Meer: Salz und Sonne, die Reflexion vom Meeresspiegel und selbst einzelne Tropfen (Brennglaseffekt) können die Reizung der Haut verstärken.

Die Reaktionen von Hunden und Katzen auf eine Allergie sind ähnlich: Entzündete Hautstellen (besonders an den Pfoten oder Ohren), Juckreiz und häufiges Kratzen oder Lecken, kahle Stellen, bei heftigen Allergien auch Durchfall, Erbrechen, Atmen mit offenem Maul bis hin zur Atemnot. Bei jeder der einzelnen Auffälligkeiten kann man auch auf Parasiten oder andere Krankheiten, wie einen verdorbenen Magen schließen, ganz sicher zum Wohl des Haustieres ist man nur mit dem Gang zum Tierarzt.

Diagnostiziert der eine Sonnenlichtallergie, ist die Behandlung relativ einfach: Die entzündeten Stellen werden mit einer Brandsalbe eingerieben und dann heißt es erst einmal: Sonnenlicht meiden, das Gassigehen mit dem Hund oder das Freilaufen für Katzen sollten in die frühen Morgen- oder Abendstunden verschoben werden. Vielleicht gibt es auch ein schattiges Waldstück für ausgedehnte Ausflüge in der Nähe.

Wenn Hund oder Katze wie oben geschildert auffällig verhalten, muss aber nicht die liebe Sonne Schuld sein. Unsere Haustiere können etwa mit derselben Bandbreite von Allergien aufwarten, die es auch bei uns Menschen gibt: Verursacht durch Gräser & Pollen, Milben, Hausstaub und − die häufigste Ursache: Unverträglichkeit des Futters. Und sie alle können von heute auf morgen eintreten, ohne Veränderung des Umfeldes oder nach einem Futterwechsel. Gerade beim Futter ist es nur schwer festzustellen, welche Zutat der Übeltäter ist. Auf dieses Thema werden wir hier im Friesenanzeiger/Küstenschnack demnächst noch einmal gesondert zurückkommen… Text und Fotos: Peter Mathy