Mittwoch, 21. November 2018    04:26


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Wie Igel gut über den Winter kommen

Charakteristisch für den Igel sind seine Stacheln, die zur Verteidigung dienen. Bei Gefahr kugelt sich der Igel zusammen und wird als Stachelball unangreifbar. Diese Stacheln sind verhornte Haare, ein ausgewachsenes Tier besitzt bis zu 8.000 Stück. Der Igel lebt als Einzelgänger und ist überwiegend in der Nacht aktiv. Auf seinem Speiseplan stehen Insekten, Spinnen, Regenwürmer und Schnecken. „Selbst Frösche und Mäuse müssen sich vor ihm in Acht nehmen“, weiß Dirk Fußbahn von der Wildtierhilfe Fiel e.V. Der Braunbrust-Igel (Erinaceus europaeus) zählt, zusammen mit den Maulwürfen und den Spitzmäusen, zur Ordnung der Insektenfresser. Das scheue Tier ist dämmerungs- und nachtaktiv. Igel sind keine Vegetarier, sie fressen kein Obst und kein Gemüse aus dem Garten.  Man hört sie im Unterholz rascheln und wenn sie etwas zu fressen gefunden haben, schmatzen sie laut, sie knacken Schneckenhäuser und Insektenpanzer. Am lautesten sind die Einzelgänger jedoch, wenn sie auf Artgenossen treffen und in Streit oder Paarungslaune geraten, dann geben sie ein lautes Keckern von sich, sie fauchen und kreischen. „Und sie können böse beißen, einen Igel also bitte nur mit Handschuhen anfassen“, empfiehlt Fußbahn. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft ist der natürliche Lebensraum für Igel sehr eingeengt worden, es gibt kaum noch Hecken und Gehölze oder artenreiche Magerwiesen. In naturnahen Gärten und Parks finden die Igel die Strukturvielfalt, die sie brauchen, mit ausreichend Futter und Versteckmöglichkeiten. Igel haben ihre Nester oft in der Nähe des Menschen, ohne dass diese es bemerken. „Jeder, der einem Igel etwas Gutes tun möchte, der sollte im eigenen Garten eine unaufgeräumte Ecke haben und das Laub und den Strauchabschnitt einfach mal liegen lassen“, erzählt Fußbahn. 

Sein Tipp: Man kann Igel zufüttern mit Katzenfutter, lebenden Mehlwürmern oder speziellem Igelfutter, aber bitte nicht mit Milch, die verträgt das Tier nicht. „Ein Igel, der Ende Oktober 450 bis 500 Gramm wiegt, kommt gut durch den Winter“, verrät Fußbahn.  Im August werden die kleinen Igel geboren. Nach etwa 35 Tagen Tragzeit besteht ein Wurf aus zwei bis sechs Igeljungen, die bei der Geburt 12 bis 25 Gramm schwer sind und sechs Zentimeter lang. Diese werden sechs Wochen gesäugt. Kurz danach sind sie bei der Futtersuche auf sich selbst angewiesen, zu diesem Zeitpunkt wiegen sie etwa 300 Gramm. „Wer im August einem solchen Tier begegnet, der kann es getrost laufen lassen, denn die Igel schaffen es locker, sich bis Ende Oktober das nötige Gewicht anzufuttern, um gut durch den Winterschlaf zu kommen“, sagt Fußbahn. Aber immer wieder geraten Wildtiere in Not. Die Wildtierhilfe Fiel hat es sich zur Aufgabe gemacht, jede Art von Wildtierfindlingen fachkundig und artgerecht gesund zu pflegen, aufzuziehen und zu gegebener Zeit wieder auszuwildern. Im vergangenen Jahr waren es gut 200 Igel, die in Fiel aufgepäppelt und wieder freigelassen wurden. 

www.wildtierhilfefiel.de

Text und Fotos (klein): Bärbel Sommer