Donnerstag, 17. Januar 2019    05:21


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Possierliches Eichhörnchen im Winter

Das Eichhörnchen ist eines der bekanntesten heimischen Nagetiere. Diese putzigen Tierchen leben nicht nur in Nadel-, Laub- oder Mischwäldern sondern auch in der Stadt. Ein Garten oder ein Park mit altem Baumbestand bietet dem kleinen Hörnchen, das zur Gattung der Baumhörnchen zählt, einen naturnahen Lebensraum. Solange es dort genügend Nahrung und Unterschlupf gibt, halten sich die Eichhörnchen gern in der Nähe des Menschen auf. 

„Und wenn so ein Junges aus dem Nest gefallen ist, kann es passieren, dass es sich verzweifelt an das Hosenbein eines Menschen klammert“, weiß die angehende Tierpflegerin, Therese Maßmann. „Dieses auffällige Verhalten ist ein klares Zeichen dafür, dass das Tier in Not ist und nicht, dass es Tollwut hat. Eichhörnchen haben in der Regel keine Tollwut“, verrät die junge Auszubildende, die ehrenamtlich bei der Wildtierhilfe in Fiel arbeitet. Die Eichhörnchen variieren in der Fellfärbung von hellrot bis braunschwarz, nur der Bauch bleibt immer weiß. Ihre Körper sind perfekt angepasst an die kletternde Lebensweise in Bäumen und Sträuchern. Das Weibchen ist vom Männchen rein äußerlich nicht zu unterscheiden. Auffallende Körpermerkmale sind bei beiden die Pinselohren und der zirka 25 Zentimeter lange, buschige Schwanz, mit dem sie beim Klettern und Springen das Gleichgewicht halten. Eichhörnchen sind Allesfresser, auf ihrem Speiseplan stehen unter anderem Beeren, Pilze, Obst, Rinde, Vogeleier und Jungvögel, Nüsse und Samen. Das kleine Tier kennt keinen Winterschlaf und muss sich deshalb keinen Winterspeck anfressen. Im Herbst legt es sich Nahrungsdepots an, es vergräbt Samen und Nüsse, die während der Winterruhe verzehrt werden. Etwa ein bis zwei Stunden täglich ist das Eichhörnchen im Winter aktiv mit der Futtersuche beschäftigt, die andere Zeit verschläft der Einzelgänger in seinem Kobel, einem selbst gebauten kugeligen Nest in einer Baumkrone. Dabei wärmt es sich, indem es sich komplett mit seinem buschigen Schwanz bedeckt.  

„Im Frühjahr beginnt die Paarungszeit der Eichhörnchen“, erzählt Dirk Fußbahn von der Wildtierhilfe Fiel. Nach vier Wochen Tragzeit kommen durchschnittlich fünf Junge nackt und blind auf die Welt. Diese werden acht Wochen vom Muttertier im Kobel versorgt. Und wenn ein Junges aus dem Nest fällt oder das Muttertier getötet wird, dann sind diese Jungen in Not. „Erst einmal brauchen sie Wärme, dann füttern wir sie mit Katzenmilch und später bekommen sie Körner und Nüsse zu fressen, aber keine Meisenknödel, denn das Fett vertragen Eichhörnchen nicht“, verrät Fußbahn. Ein zweiter Wurf kommt im Sommer zur Welt. Im vergangenen Jahr wurden zirka 35 Eichhörnchen bei der Wildtierhilfe aufgepäppelt und wieder freigelassen. Die Wildtierhilfe Fiel arbeitet ehrenamtlich und ist für jede Spende dankbar.  www.wildtierhilfefiel.de

Text: Bärbel Sommer