Freitag, 24. Mai 2019    16:49

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Ran an den Grill

In unserer April-Ausgabe haben wir die Grill-Gefährten Timm Kirchhoff und Nino Lauscher aus Habernis vorgestellt. Für dieses Heft durften wir sie beim Angrillen für die Saison begleiten.Auf der Terrasse vor ihrer Grill-Lounge in Habernis haben Nino und Timm ihre Gerätschaften aufgebaut: Verschiedene Grills - Gas, Kohle, Elektro -, einen Röster, der es auf 928 Grad Oberhitze bringt. Auf einem Arbeitstisch liegen Messer-Set und Grillbesteck, Gewürze und Kräuter. Aus der Bluetooth-Box klingt Musik, entspannt und groovy: Angrillen, Probelauf für die erste Veranstaltung im laufenden Jahr.Als Vorspeise soll es Lachs-Sandwich mit pikanter Dattelsenfsoße geben, danach kommt Fleisch aus der Region auf den Rost: erst eine Flanke vom Shorthorn Rind, zum Schluss ein Rumpsteak und in der goldenen Mitte das Bürgermeisterstück. Das hat in Angeln eine ganz besondere Geschichte, berichtet Timm, der sie just von der Schlachtersfrau in Sprakebüll gehört hat:Ursprünglich sei das Bürgermeisterstück nämlich nur ein Pastorenstück gewesen. Gemeint ist das Fleisch oberhalb der Kugel der Keule beim Rind. Das ist relativ klein – also gerade mal gut genug für den Pastor, der früher als armer Schlucker oft mit Lebensmitteln aus der Dorfgemeinschaft bedacht wurde. Dann aber stellten die Spender fest, dass gerade dieses Stück das zarteste am ganzen Tier ist, denn es besteht fast ausschließlich aus Muskel. Also machte das Pastorenstück Karriere. Es wurde zum Bürgermeisterstück, reserviert für den wichtigsten Mann im Ort. „Und wenn du so teures Fleisch auf den Grill gibst, dann wächst der Druck“, sagt Nino augenzwinkernd. Da will er jetzt mal lieber nichts anbrennen lassen. Also überwacht der Grillmeister die Temperatur am Rost (fast 300 Grad hat der) und am Fleisch genau und fachmännisch. Schon haben die Gefährten bei ihrem kritischen Probierpublikum – Rike und Nele Kirchhoff mit ihrem Freund Ravel Kösgeroglu waren bereit als Testesser zu dienen –  mit dem Lachs-Sandwich („da musst du aber schnell sein, damit es nicht verbrennt“) mächtig gepunktet. Nun soll das Bürgermeisterstück zu einem weiteren Höhepunkt werden. Tief steckt der Temperaturfühler im brutzelnden Fleisch. Als die Anzeige über die 50 Grad-Marke klettert, kommentiert der Fachmann. „52 Grad sind optimal. Das Fleisch kann vom Grill.“ Vorsichtig wird es auf den Arbeitstisch bugsiert und tatsächlich: Aufgeschnitten präsentiert sich das Bürgermeisterstück äußerst zart und mit einem „idealen Kern“. Serviert wird es mit Kräuter- oder Minz-Kartoffeln.Mmh – die Testesser sind voll des Lobes, Nino und Timm zufrieden. Nur haben die beiden Experten den Hunger ihrer Premieren-Gäste überschätzt. „Ich kann nicht mehr“, stöhnt Nele schon nach einem ersten, kleinen Stück Bürgermeister-Fleisch, Schwester Rike nickt. Nur Ravel genehmigt sich noch ein Stückchen – „aber bitte ganz durch“. Dabei ist noch nicht einmal der Röster – ein spezieller Oberhitzegrill – zum Einsatz gekommen. Er soll zum Schluss dem Rumpsteak die perfekte Kruste verpassen. Und  -„guck dir das mal an!“ - tatsächlich gelingt auch diese Köstlichkeit. Was für ein Finale! Aber da können nur noch die Grillgefährten etwas essen und ihren Erfolg gebührend würdigen. Das tun sie dann auch mit großem Genuss. Probe gelungen, der Sommer kann kommen.

Grill-Tipp:
Lachs-Sandwich 

Zutaten (für 4 Personen):

8 Toastscheiben,
50g Butter,
40g Senf (wer mag Feigensenf),
2 bis 4 Feigen,
180g Lachs,
80g Camembert

Vorbereitung:

•    Grill auf 200 Grad vorbereiten
•    Toast auf einer Seite mit Butter und Senf bestreichen
•    Feigen waschen und in dünne Scheiben schneiden
•    Toastscheiben mit Lachs belegen
•    Camembert in dünne Scheiben schneiden und
    auf dem Lachs verteilen
•    Eine Feigenscheibe auf den Lachs legen
•    Dann die zweite Toastscheibe oben drauflegen
    und etwas andrücken

Zubereitung:

•    Grill reinigen
•    Die fertigen Lachs – Sandwiches auf indirekter Hitze grillen
•    Nach 3 bis 5 Minuten bei geschlossenem Deckel wenden und
    wieder 2 bis 4 Minuten grillen

Servieren

•    Sandwiches vom Grill nehmen und genießen.
    Wer mag kann die Toast diagonal halbieren.

Text und Fotos: Anette Schnoor