Samstag, 20. Oktober 2018    05:50


«Zurück zur Startseite

Mit dynamischen Pinselstrichen zu ausdrucksstarken Bildern: Ines Ramm

Ihr Atelier liegt idyllisch im Grünen. Ein ehemaliger Resthof ist das Domizil der 45-jährigen Malerin, die hier unmittelbar in ihren Motiven lebt und arbeitet. Grüne Bäume, blühende Gärten, Felder, jede Menge Tiere und die frische Küste mit den naturbelassenen Stränden direkt vor der Haustür. Hier ist die Künstlerin aufgewachsen und lebt heute dort mit Mann, Pferden und Hunden. Die beiden Galeriehunde Emmi und Lotte sind auch die Ersten, die den Gast begrüßen. Die beiden Vierbeiner erfreuen nicht nur Gäste, sondern sind auch gerne mit von der Partie, wenn es darum, geht mit den Besucherhunden im Garten zu spielen.

Gemalt habe sie schon  immer, berichtet die Malerin rückblickend: „Zur Konfirmation habe ich ein Album bekommen, in das Fotos eingeklebt werden sollten. Ich habe es einfach umfunktioniert und darin Bleistiftzeichnungen verewigt.“ Das Buch mit den beeindruckenden Bildern einer 14-jährigen Zeichnerin gibt es heute noch und liegt im Ausstellungsraum zur Ansicht. Das Duo „Papier und Stift“ gehörten fortan zum Leben von Ines Ramm. „Und das gab es damals ja nicht im Überfluss wie heute. Ich habe mich tierisch über ein Zwölferpaket Buntstifte gefreut“, erinnert sie sich mit einem Augenzwinkern.

Gelernt oder gar studiert habe sie die Malerei nicht, erzählt sie: „Ich bin reine Audidaktin.“ So ist die Bandbreite ihrer Kunstwerke natürlich auch breit gefächert. „Ich bin mit Tieren aufgewachsen, deshalb habe ich eine große Affinität zu Tierbildern. Aber auch Landschaften und maritime Impressionen findet man in meinem Repertoire.“ In den Ausstellungsräumen dominieren Bilder von Schiffen, Stränden und Wasser. Das kann morgen schon ganz anders sein, denn die Galerien wechseln regelmäßig und der Besucher bekommt immer wieder etwas Neues zu bestaunen. Die Freude an ihren Arbeiten, die scheinbar unendliche Kreativität und die Liebe zum Detail sind Ausdruck der Arbeiten, die jede für sich ein Unikat ist. Mittlerweile beschäftigt sie sich auch mit Auftragsarbeiten, wie etwa das 3,40 mal 0,80 Meter lange  Gemälde von Schiffen, das nach Mallorca auf Reisen gehen soll. Hier wird es die Villa eines Auftraggebers zieren. „Manchmal sieht der Besucher ein kleines Bild, das ihn fasziniert und bestellt es dann in der passenden Größe für sein Wohnzimmer. Dabei ist mir das persönliche Gespräch sehr wichtig. Es ist ja auch immer ein Teil von dem Besitzer in dem Bild vertreten.“

Ihre Arbeitsstätte nennt die Künstlerin das „Chaos-Atelier“. Und wahrlich: kleine farbige Kleckse, die immer größer werden, weisen uns den Weg in das Atelier, dort, wo die Kunstwerke entstehen. Hier wird gearbeitet und nur Ines Ramm scheint das farbenfrohe Chaos zu beherrschen. Jedes der Werke, die hier entstehen, trägt die unverwechselbare Handschrift von Ines Ramm: „Mit möglichst wenigen, dynamischen Pinselstrichen ein eindrucksvolles Werk zu schaffen ist immer wieder eine neue Herausforderung.“ So besonders wie die Bilder sind, so unscheinbar ist die Signatur. Die erscheint am unteren Rand mit einem Federstrich – kurz und knapp, dafür aber mit sehr viel Persönlichkeit. Ein fröhliches und ausdruckstarkes „Ines“ – so, wie die Künstlerin selbst auch ist. Neben den Ölgemälden findet man in dem Atelier in Ausacker auch hochwertige Drucke und Postkarten, die dem Pinsel der Künstlerin entsprungen sind. Aktuelle Ausstellungstermine werden auf der Homepage von Ines Ramm bekanntgegeben. Ein Tipp für alle Kunstliebhaber ist, einen Termin für einen  Atelierbesucher im Vorfeld abzusprechen. Gemeinsam mit befreundeten Künstlerinnen findet zudem eine dauerhafte Ausstellung statt, die den Querschnitt ihrer maritimen Werke zeigt: in der „Gallery4“ im Robbe & Berking „Yachting Heritage Centre“ in Flensburg am Harniskai 13.

Text: Andrea Weide, Fotos: Jörg Weide