Montag, 10. Dezember 2018    14:55

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Teestunde mit Anna Marga Sprick

Im nächsten Jahr feiert der Plattdeutsche Krink sein 25-jähriges Jubiläum

Einmal im Monat trifft sich die Plattdeutsche Runde im Brahmshaus in Heide. "Angefangen hat alles im Klaus-Groth-Museum, denn um die Gedichte und Geschichten des bekannten Schriftstellers geht es hauptsächlich in unserer Runde. Erst nach dem Umbau des Museums sind wir ins Brahmshaus umgezogen", sagt Anne Marga Sprick. Sie setzt sich ein für den Erhalt der Plattdeutschen Sprache, denn, wie sie selbst sagt: "Dithmarschen ist ein Dichterland" mit bekannten Größen wie Elsa Peters, Ruth Wagner, Ivo Braak, Emil Hecker und Sophie Dethleffs.Anne Marga Sprick ist Jahrgang 1934 und eine echte Dithmarscher Deern. Aufgewachsen ist sie in Tielenhemme an der Eider. Auf dem Bauernhof ihrer Eltern wurde nur Plattdeutsch gesprochen. Es war ein sehr belesenes Elternhaus, das erklärt ihre Liebe zur Literatur, wobei sie sich von Kindheit an für die Sagen, Märchen, Legenden und Geschichten der Heimat interessierte. Die langjährig als Buchhalterin tätige Frau wohnt in Bargenstedt und arbeitete nebenbei immer an ihren Geschichten, deren Grundlage sie in verschiedenen Chroniken und Archiven fand, und sie veröffentlichte eigene Bücher. Es war eine Krebsdiagnose, die sie vor vielen Jahren von der trockenen Buchhaltungswelt in die spannende Museumswelt führte. "Krebs als Chance", sagt Anne Marga Sprick mit einem Lächeln. "Ein Zufall war es, dass ich in den Jahren 1992 bis 1999 für das Klaus-Groth-Museum in Heide arbeiten durfte." Während dieser Zeit gründete sie mit den Mitarbeitenden der Stadt Heide den Plattdeutschen Krink, der von Anfang an regen Zulauf hatte.Bei diesen Treffen wird nur Plattdeutsch gesprochen, und jeder, der Lust auf diese Sprache hat, ist herzlich willkommen. Im Moment sind es 20 bis 30 Personen, die alle vier Wochen zusammenkommen bei Kaffee, Tee und Kuchen, den das Ehepaar Kruse selbst gebacken hat. "Die Kruses sind neu in der Runde und sie fühlen sich hier bei uns pudelwohl", freut sich Anne Marga Sprick. Viele der Teilnehmer sind von Anfang an dabei. So auch die Schwestern Erika Schlüter (84) aus Albersdorf und Helga Klatt (83) aus Nordhastedt. "Es sind immer schöne Nachmittage in einer netten Runde", sagt Helga Klatt. Das jeweilige Thema wird von Anne Marga Sprick vorbereitet, sie trägt ausgewählte Gedichte und Geschichten bekannter Autoren vor und im Anschluss entsteht immer eine lebhafte Diskussion, auf Plattdeutsch natürlich.Aktuelle Themen stehen auch auf dem Programm. Jüngst hatten sich zwei Wildschweine in der Heider Innenstadt verirrt. Dieses Ereignis erregte die Aufmerksamkeit der internationalen Presse und so geriet die Kreisstadt Heide in die Schlagzeilen. Anlass genug für Anne Marga Sprick, einen plattdeutschen Reim zu verfassen und vorzutragen. Oder ein Thema aus der Vergangenheit: Maler Bachmann, der es als Heider Jung bis an den Kaiserhof geschafft hatte und dort die Familienmitglieder porträtierte. "Marga macht das spannend", schwärmt Erika Schlüter.

Text und Foto: Bärbel Sommer