Montag, 18. Januar 2021    01:19

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Feuerzangenbowle – beliebt an kalten Winterabenden

Es hilft alles nichts – auf viele liebe Traditionen muss die Bevölkerung aus bekannten Gründen in diesem ausgehenden Jahr verzichten: Weihnachten und der Jahreswechsel werden eher still und dezent verlaufen, doch das sollte niemanden daran hindern, der Fröhlichkeit hier und da ein wenig nachzuhelfen – freilich unter Beachtung der aktuell geltenden Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen. Eine Idee, um sich innerlich „auf Betriebstemperatur“ zu bringen, ist eine schöne Feuerzangenbowle als perfektes Getränk für eine überschaubare, gesellige Runde an einem gemütlichen Winterabend in schummrigem Licht. Zwar ist nicht genau herauszubekommen, wann und wer die erste Feuerzangenbowle jemals auf den Tisch brachte; klar jedoch ist die enge Verbindung des Getränks mit dem gleichnamigen Film aus dem Jahre 1944 mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle, als der heiß genossene Punsch die Erinnerungen einer Runde stark ergrauter Herren an verrückte Schülerstreiche und mehr oder weniger schrullige Lehrer befeuert.

 

Mit Rotwein und brennendem Zucker

Im Grunde ist eine Feuerzangenbowle keine Bowle, denn Letztere wird kalt getrunken. Es müsste eher „Feuerzangen-Punsch“ heißen. Auf jeden Fall sind die wichtigsten Zutaten Rum, Rotwein, ein Zuckerhut sowie ein Fonduetopf mit Rechaud und eine „Zuckerhutzange“: Das ist ein kleines Gestell für den Zuckerhut, das über den Topf gelegt wird. In der Mitte hat es einen Schlitz, durch den der erhitzte und verflüssigte Zucker tropft. Zuckerhüte werden heute hauptsächlich für Feuerzangenbowlen hergestellt. Früher wurde Zucker ausschließlich in kegelförmigen Gebilden produziert, größer und härter als die heutigen Zuckerhüte. Sie mussten für alle Zwecke zunächst mühsam zerstoßen werden. Zwei Liter Rotwein werden mit einer Zimtstange, sechs Nelken, vier Stück Sternanis, einer Orange, einer Zitrone – beides unbehandelt und in Scheiben geschnitten - sowie einem halben Liter Orangensaft in dem Fonduetopf erhitzt. Der Zuckerhut wird mit erwärmtem Rum, der mindestens 54 Prozent Alkoholgehalt haben muss, übergossen und am besten mit einem langen Streichholz angezündet. Nun brennt der Zucker mit einer anheimelnd bläulichen Flamme und tröpfelt beim Schmelzen in den heißen Punsch. Er verleiht dem Rotwein einen charakteristischen Geschmack.

 

Ein Gebräu, das es in sich hat

Zu empfehlen ist eine solide Grundlage im Magen, denn Feuerzangenbowle kann durch die Mischung aus heißem Rotwein und Zucker eine gewaltige Wirkung entfalten. Hinzu kommt der hochprozentige Rum, der nur teilweise verbrennt. Vorsicht ist geboten mit dem „Nachgießen“ von Rum über den Zuckerhut: Nie in die Flamme träufeln und nur mit einer Schöpfkelle dosieren, damit es keine Stichflamme gibt. Ein wenig vorsichtig sollte man beim Genuss von Feuerzangenbowle schon sein, sonst ist am nächsten Tag ein „Kater“ unvermeidlich.