Freitag, 30. Oktober 2020    02:29

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SANDDORN

Zitrone des Nordens

Jetzt fallen die lockeren, oft übermannshohen Sanddornbüsche in unserer Region auf. An sonnendurchtränkten Stellen schimmern in der Natur ihre silbriggrauen Blätter und der orangefarbige Prunk ihrer reifen, erbsengroßen Beeren, die sich in dichten Büscheln die zarten Äste entlangziehen.

Vor etwa 17.000 Jahren hat sich der Sanddorn – man nennt ihn auch „Fasanenbeere“ - aus Tibet bis nach Europa verbreitet. In seiner ursprünglichen Heimat kann er auf mehrere Tausend Meter Höhe klettern. In unseren Breiten ist er nicht nur eine Pflanze der Tiefebene, sondern gedeiht auch noch in rund 1.500 Metern Höhe. Er liebt sandige und kiesige Böden, die im Idealfall ein wenig Kalk enthalten. Er wächst in unserer Region an einzelnen Stellen wild oder als Wind- und Sichtschutz in Gärten. Er wird aber auch auf Plantagen kultiviert, beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Beeren können bis in den Spätherbst hinein geerntet werden – wenn es auch kein Vergnügen ist, sondern aufwendig und umständlich: Denn Sanddorn hat lange, übel piksende Dornen. Man muss schon dicke Schutz-Handschuhe dabei tragen. Auch haften die Beeren hartnäckig an den Zweigen und sind in der Reife sehr weich. So gab es früher ein Verfahren, bei dem die Beeren gewissermaßen „gemolken“ wurden, indem man durch Druck der geschlossenen, behandschuhten Faust die Beeren direkt an den Büschen presste und den ausfließenden Saft gleichzeitig in einem Gefäß auffing. Viel besser allerdings ist es, die Früchte tragenden Zweige mit einer Gartenschere abzuschneiden und einzufrieren. Ein Vorteil ist bei dieser Methode, dass sich der Rückschnitt des Busches erübrigt. Nimmt man die gefrorenen Äste am nächsten Tag aus dem Gefrierschrank, fallen die Beeren beim Schütteln einfach ab. Man kann sie auch wie Holunderbeeren mit einer Gabel abstreifen. Dazu braucht man ein wenig Übung und Geduld. Ganz Pfiffige breiten eine Plane unter den Busch und schütteln ihn kräftig: So braucht man seine Sanddorn-Ernte nur noch zusammenzulesen.

Sanddorn ist eine Art „natürliches Vitaminpräparat“ und ziemlich teuer. Die Beeren schmecken säuerlich-aromatisch und enthalten Mineralstoffe sowie Spurenelemente, wie Magnesium, Eisen, Kalium und Kalzium, Folsäure, viele B-Vitamine, Carotinoide und Provitamin A. Sanddornbeeren werden zu vielerlei Produkten verarbeitet. Sie können getrocknet werden, um sie dann als Snack zwischendurch zu genießen. Sanddornsaft gibt es nicht nur in Bioläden und Reformhäusern gesüßt und ungesüßt. Auch Marmelade, Tees und Kosmetika werden aus Sanddornbeeren hergestellt.

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