Donnerstag, 11. August 2022    07:00

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Die Pilzsaison ist eröffnet

Küchenmeister Detlef Stache vom Osterkrug in Treia

Der Osterkrug ist vermutlich eine der ersten Ansiedlungen in Treia, er wurde erstmals 1438 als Gasthof erwähnt. Dieser war allerdings in einem anderen Gebäude als dem heutigen untergebracht, so steht es in der Chronik von Treia. Weiter heißt es, dass das Gebäude am Ostufer der Treene lag, die damals einen anderen Verlauf hatte als heute, sie verlief etwa 100 Meter weiter östlich. Vom Krug aus hatte man einen freien Blick auf die Treenebrücke. Der Wirt vom Osterkrug, so steht es in den bischöflichen Zinsbüchern von 1463, erhob einen Zoll auf die Brückenbenutzung. Von diesem Zoll musste er für den Erhalt der Brücke sorgen und den Herzog von Gottorf während seiner Jagdausflüge in das westlich von Treia gelegene umfangreiche Waldgebiet bewirten. Vermutlich durch Unvorsichtigkeit brannte der alte Osterkrug 1709 ab und wurde an der heutigen Stelle wieder aufgebaut.

Der Osterkrug hat für Treia immer eine große Bedeutung gehabt, denn dort gab es eine Hengststation und eine öffentliche Waage und auch Familienfeste wurden hier schon immer gefeiert. Und zu einem guten Gelingen einer jeden Feier gehört ein gutes Essen. „Wir kochen seit jeher mit frischen Lebensmitteln aus der Region, nicht erst, seitdem immer mehr Köche diesem Trend folgen, sondern immer schon“, verrät Küchenmeister Detlef Stache mit einem zufriedenen Lächeln. Bei ihm werden Suppen und Soßen in großen Töpfen angesetzt und köcheln stundenlang vor sich hin. Bei ihm kommt das Schweinefleisch vom Bauern aus dem Nachbarort und sein Gemüse bezieht er frisch aus der Region. „Das macht schon Spaß, wenn den Gästen unser Essen schmeckt und sie zufrieden nach Hause gehen“, sagt Stache, der schon bei Herbert Seckler in der „Sansibar“ auf Sylt oder im Schleswiger „Waldschlösschen“ gekocht hat. Er erzählt: „Ich habe diesen Beruf eigentlich nur gelernt, weil ich auf Kreuzfahrtschiffen kochen wollte, doch daraus ist nichts geworden. Aber jetzt, wo unsere beiden Kinder erwachsen sind, nehmen meine Frau und ich uns Zeit und gehen, wenn wir denn mal Urlaub machen, zusammen auf Kreuzfahrt und das ist echt schön.“

Im Moment ist es jedoch ziemlich stressig im Osterkrug. „Wir könnten gut noch den ein oder anderen Mitarbeitenden in der Küche und im Service gebrauchen und würden uns über einen Anruf freuen“, sagt der Chef über die momentane Situation in Treia. Der Mittagstisch ist wieder richtig gut frequentiert, es finden wieder viele Familienfeiern statt, von der Hochzeit bis hin zum runden Geburtstag und Einheimische und Urlauber nutzen das gemütliche Restaurant mit angeschlossener Gaststätte und großem Saal für genussvolle Stunden, denn letztendlich ist es auch die gehobene deutsche Küche, die dieses traditionsreiche Haus so beliebt macht.

Birte und Detlef Stache führen das Haus seit 2007 in Eigenregie. „Wir sind das einzige Restaurant mit Saalbetrieb im Ort und wir sind uns der Verantwortung bewusst“, so das Gastronomen-Ehepaar, das sich schon bei vielen Feuerwehrbällen, Gilde- und Silvesterfeiern als gute Gastgeber bewies. Trotz der hohen Auslastung hat sich der Küchenchef Zeit genommen, für die Leserinnen und Leser vom Friesenanzeiger/Küstenschnack ein köstliches Gericht zuzubereiten, das auch zu Hause gut nachgekocht werden kann. Und wer dazu im Moment keine Zeit oder Muße hat, der ist jederzeit herzlich willkommen im Osterkrug in Treia. Die Pilzsaison ist übrigens eröffnet und so gibt es ein Schweinefilet im Speckmantel mit frischen Pfifferlingen und Schupfnudeln. Das Team vom Osterkrug wünscht guten Appetit.