Sonntag, 29. März 2020    04:06

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Katholische Kirche St. Knud

Die Opa-AG von Nordstrand

Am Herrendeich auf Nordstrand steht die katholische Kirche St. Knud seit dem Jahre 1866. Gleich davor ein idyllischer Friedhof auf einem parkähnlichen Gelände. Dieses große Grundstück bedarf jeder Menge Pflege. Im Frühling müssen Bäume und Büsche zurückgeschnitten werden, im Sommer muss der Rasen gemäht und im Herbst das Laub zusammengeharkt werden. Diese viele Arbeit kann der Hausmeister der katholischen Gemeinde, der stundenweise angestellt ist, nicht allein bewältigen. Zum Glück braucht er das auch nicht, denn auf Nordstrand gibt es die "Opa-AG", alles alteingesessene Nordstrander Katholiken, die einmal in der Woche zum ehrenamtlichen Dienst antreten.

Gegründet wurde diese rührige Arbeitsgemeinschaft vor über zehn Jahren, als Wolfgang Grund im Urlaub in Georgsmarienhütte Männer kennen lernte, die sich dort ehrenamtlich um das Kirchengelände kümmerten. "Das können wir auch", dachte sich damals der Rentner. Ordensschwester Burkharde veröffentlichte sogleich einen Aufruf im Pfarrbrief. Wer Lust hatte, konnte mithelfen, das war damals so und das ist so geblieben.

Momentan sind es neun Männer, der Jüngste ist 62 und der Älteste 91 Jahre alt, sie treffen sich regelmäßig jeden Montag zum Arbeiten. Sie pflegen das Friedhofsgelände, sie halfen bei der jüngst beendeten Renovierung der Kirche, und auch, wenn im Gemeindehaus etwas anliegt, sind die Männer sofort zur Stelle. Ihre Berufe sind vielfältig - und das macht den Trupp so einsatzfähig: Bodenständige Handwerker vom Maurer über Elektriker, Gärtner und Maler bis zum Polizeikommissar außer Dienst. Pfarrer Germain Gouen schätzt die Opa-AG in hohem Maße: "Ihr großzügiger Arbeitseinsatz verrät, dass sie ihre Heimat lieben und das regelmäßige Zusammensein genießen."

"Diese Männer sind mein Juwel, mein Schatz, ich brauche nur zu sagen, wo etwas klemmt, und sie sind zur Stelle", schwärmt Renate Jahnke, Sekretärin im Gemeindebüro Nordstrand. Sie verrät, dass es in der katholischen Gemeinde auf der Halbinsel äußerst harmonisch zugeht. Und so ist es auch bei der Opa-AG. Jede Woche wird nach der Arbeit im Gemeindehaus gefrühstückt und einmal im Jahr treffen sie sich mit ihren Ehefrauen zum gemeinsamen Grillabend. "Wir haben wirklich viel Spaß zusammen", verrät Albrecht Domeyer. Die Frauen der katholischen Gemeinde sind es auch, die regelmäßig einen Wort-Gottesdienst abhalten und es besteht ein schönes ökumenisches Verhältnis zur Alt-Katholischen und zur Evangelischen Kirche.

In Sichtweite der Kirche befand sich die katholische Schule, diese überdauerte sogar die Zeit des Nationalsozialismus. "Wir sind dort alle zur Schule gegangen, das verbindet", sagt Domeyer in Erinnerung an alte Zeiten und fährt zukunftsweisend fort: "Ich möchte es noch erleben, dass es einmal Priesterinnen geben wird. Mit Gottes Hilfe schaffen wir das, wir müssen dafür beten."

Bildunterschrift:  Die Opa-AG (von links): Albrecht Domeyer, Robert Flauger, Wolfgang Grund, Claus Colpien, Hansi Brauer, Ulli Kob und Kulle Brauer. Nicht im Bild: Werner Wauer und Bruno Brauer.

Text und Foto: Bärbel Sommer