Freitag, 21. September 2018    02:20

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Mein Traumhaus: Leben auf dem Schleswiger Holm 

Wer die Schleistadt Schleswig besucht, muss einfach einen Ausflug auf den Holm machen. Die schmucke Fischersiedlung ist nicht nur Wohnort, sondern auch eine Sehenswürdigkeit für viele Touristen. Der Name Holm kommt übrigens aus dem Dänischen und bedeutet so viel wie Insel. Und so ist der älteste Stadtteil der Kreisstadt mit seinen meist aus dem 18. und dem 19. Jahrhundert stammenden Häusern auch zu sehen – als Insel der Ruhe, Geborgenheit und Einigkeit. So sieht es jedenfalls Maike Hansen. Sie ist hier aufgewachsen und lebt seit seit einigen Jahren wieder in dem Elternhaus. „Hier haben meine Eltern gelebt, wir Kinder sind hier groß geworden. Das Haus und auch das Umfeld haben mich geprägt“, erzählt sie uns und fügt hinzu: „Heute wohne ich mit meiner Familie in diesem wunderschönen Haus. Das freut mich natürlich sehr.“ Doch es sei nicht nur der besondere Charme des Hauses: „Das soziale Umfeld ist in der idyllischen Fischersiedlung etwas ganz Besonderes.  Man ist in den Kreislauf des Lebens integriert, sieht Kinder erwachsen werden und steht mit den Menschen im engen, ehrlichen Kontakt.“

Das Haus, in dem Maike Hansen lebt, ist kein Hightech-Komforthaus von der Stange. Es ist alt und es muss auch immer wieder irgendwo „Hand angelegt“ werden. „Aber es hat für uns alle eine Seele“, berichtet sie weiter. Die kleinen Räume sind gemütlich, die knarrenden Böden haben ihren eigenen Charme und der Garten ist der blühende Ruhepol zum „Auftanken“ für die ganze Familie. „Wir legen aber auch sehr viel Wert auf Tradition. Wenn wir in unserem Haus sind, sprechen wir alle beispielsweise nur Plattdeutsch. Auch wenn unsere Eltern und Großeltern uns besuchen. Dann ist Generationentreffen in dem Haus unserer Familie. Hier hat jeder schon mal gewohnt.“ Außerdem sei sie froh, dass die Nachbarn sich auch für den Erhalt der historischen Häuser einsetzen. Alle Fassaden sind gepflegt, die Innenräume renoviert – überall blühen Rosenstöcke vor den Häusern - und dann die traditionellen Klöndörn... Bei den oft kreativ verzierten Türen lässt sich die obere Hälfte öffnen, um mit den Nachbarn und Besuchern zu kommunizieren – kurz: „zu klönen“.   

Dann schwärmt Maike Hansen von dem Ausblick aus ihrem Fenster: „Ich schau genau auf die kleine Kapelle, die den Mittelpunkt bestimmt auf dem Holm. Die ist nicht nur wunderschön, dort habe ich auch geheiratet.“ Um die Kapelle liegt der Friedhof. Leben, alt werden und auch der Tod sind auf dem Holm eng verbunden. „Ich weiß jetzt schon, dass ich vor meiner Haustür begraben werde. Bis dahin möchte ich aber noch viele Momente mit meinem Mann auf der Bank in der Sonne sitzen und miterleben, wie die Kinder, vielleicht auch die meiner Kinder, heranwachsen“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Könnte sie sich vorstellen woanders zu wohnen? Maike Hansen winkt ab: „Nein, auf keinen Fall. Das hier ist mein Traumhaus.“

Text: Andrea Weide, Fotos: Jörg Weide