Mittwoch, 11. Dezember 2019    18:38

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Ilex: Ein Klassiker unter den Weihnachtspflanzen

Der Busch mit den glänzendgrünen, stacheligen Blättern eignet sich gut zum Basteln und Schmücken und um weihnachtlich-festliche Gestecke zu kreieren. In England und Amerika ist Ilex die Weihnachtsdekoration schlechthin. Die Stacheln gelten seit Alters her als Symbol für die Dornenkrone Christi. Die roten Beeren versinnbildlichen die Blutstropfen Jesu. Die Kelten maßen dem Ilex hohe Schutzkraft vor Blitzeinschlägen bei. Von den Römern ist bekannt, dass sie Ilex als Hausschmuck verwendeten, ferner auch als Freundschaftssymbol ansahen.

Wer aufmerksam durch unsere Wälder streift, wird oft auf den immergrünen Ilex stoßen. Meistens ist er als Busch bekannt. Er verträgt Schatten oder Halbschatten und ist demzufolge auch etwas tiefer im dunkleren Laubgehölz zu finden. Ilex – oder „Stechpalme“ – ist ein anspruchsloser Geselle, er braucht keinen besonders guten Boden; dieser kann ruhig steinig sein, am liebsten kalkarm und ein wenig lehmig. Wo ein Ilexbusch wächst, wachsen nach wenigen Jahren auch bald zwei und mehr Büsche: Die Pflanze treibt über Wurzelsprossen aus. Ilex kann sich zu einem veritablen Baum von vier bis fünf Metern Höhe auswachsen, wenn man ihn lässt, und er kann uralt – bis zu 300 Jahre - werden. Im Garten ist er mit seinen ledrigen Blättern ein Schmuckstück; auch seine roten Beeren, die putzigerweise die männliche Pflanze trägt, sehen sehr dekorativ aus. Sie reifen im Oktober heran, bleiben bis ins Frühjahr – ohne zu faulen – hängen und sind nicht nur ein Farbtupfer in den farblosen Wintermonaten, sondern überdies eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel. Dennoch sollte man etwas Vorsicht walten lassen: Die Blätter sehen zwar hübsch aus, aber die Stacheln an den „gerüschten“ Blatträndern brechen leicht ab und dringen gerne mal tief in die Haut ein. Wer Ilex also im Frühjahr beschneidet – was die Pflanze sehr liebt – sollte Handschuhe tragen, schon weil die Blätter leicht giftig sind. Das sind auch die Beeren: Ihr Verzehr ruft Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, sogar Herzrhythmusstörungen hervor, den Vögeln macht das Gift hingegen nichts aus.

Ilexholz lässt sich gut polieren. Man hat es früher zum Herstellen von Intarsien gebraucht, zu feinen Furnieren und eleganten Spazierstöcken. Hin und wieder diente es als Ersatz von Ebenholz. Auf eine Heilkraft sollte man sich heutzutage lieber nicht mehr verlassen: Man hat früher mit den giftigen Früchten Verstopfung und Epilepsie kuriert, mit den Blättern „Magenschwäche“. Die Samen hat man sogar geröstet und als Kaffee-Ersatz verwendet.

 

Text: Sonja Wenzel, Foto: AdobeStock