Montag, 20. Mai 2019    19:25

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Obst und Gemüse auf kleinstem Raum

Obstbäume und -sträucher sind eine Zierde für jeden Garten. Mit ihren Blüten locken sie Insekten an, die wichtige Bestäubungsarbeit leisten; das sachte Wachsen ist immer wieder ein kleines Naturwunder. Menschen, die in der Stadt wohnen, bleibt diese kleine Schwärmerei aber nicht zwangsläufig verschlossen: Auch wenn sie keinen eigenen Garten, sondern nur einen Balkon oder ein „schmales Handtuch“ als Terrasse haben – „Balkonobst“ ist hier das Zauberwort; sie müssen sich nicht mit ein paar Stiefmütterchen zufrieden geben. Mittlerweile gibt es schlank und aufrecht wachsendes „Säulenobst“, das gut im Kübel auf dem Balkon gedeiht, ohne dass es viel Platz wegnimmt. Es bietet optimalen Fruchtgenuss auf wenig Raum, freilich keine große Ernte; doch als „Naschobst“ erfüllt es seinen Zweck voll und ganz. Originell und gut geeignet für Balkons sind auch Obstbäume, die in „U-Form“ gezogen wurden: Dabei gabelt sich der Stamm kurz über dem Boden in zwei kräftige Zweige. Dieses Obst kann an einem Spalier oder in einem ausreichend großen Kübel jahrelang Freude bereiten.

Frisches Gemüse vom Balkon

Gärtnerische Leidenschaften müssen sich nicht nur auf „Säulenobst“ oder ein kleines Spalier beschränken: Auch Gemüse – wenn man es richtig anpackt – kann sich auf der Miniterrasse oder im großen Pflanztopf wohlfühlen. Es ist auch möglich, bei einer Terrassen-Neuanlage ein Beet hier zu integrieren. Zwar kann man mit einem solchen Mini-Nutzgarten nicht Selbstversorger werden; doch für ein paar Gurken, ein wenig Schnittsalat, ein paar knackige Radieschen reicht es allemal. Es ist sogar ganz erstaunlich, wie viele Gemüsesorten sich so auf engstem Raume heranziehen lassen. Balkon- oder Terrassengemüse braucht allerdings eine gute Pflege. Zwar ist es für die Pflanzen am besten, wenn ihr „Wohnort“ nach Süden ausgerichtet ist. Doch zu viel Hitze und Sonne mag das Gemüse auch nicht: einen fürsorglich aufgespannten Sonnenschirm werden die Pflanzen danken.

Kübel

Hier wachsen Tomaten, Radieschen, Stangenbohnen und Salat. Gurkenpflanzen sehen mit ihren großen, gelben Blüten und durch ihre emsige Ranktätigkeit in Kübeln sehr dekorativ aus. Doch sollte man aufpassen mit der Wahl der Erde: „Normale“ Pflanzenerde kann zu nährstoffarm sein, so dass gute Komposterde die bessere Wahl ist. Ein wenig Flüssigdünger im Gießwasser bringt zudem noch bessere Ergebnisse.

Hochbeet
Wer sich ein Hochbeet auf dem Balkon anlegen möchte, sollte sich vorher gründlich informieren, ob der Balkon die Last aushält. Es ist quasi ein Beet in einer Kiste auf Beinen und sollte nicht überdimensioniert sein. Übrigens ist es schonend für Rücken und Knie bei der Pflege. Hochbeete findet man zum Selbstzusammenbau in gut sortierten Fachgeschäften und Gartenmärkten. Das Einschichten der Erde in ein Hochbeet verlangt einige Sachkenntnis: Man gibt sie nicht einfach nur hinein, sondern „schichtet“ Baum- und Strauchabschnitte, Grünabfälle, Gartenerde, Kompost und hochwertige Pflanzenerde übereinander. Hier sollte man sich auf jeden Fall Anleitung vom Fachbetrieb holen.

Blumenkasten

Kräuter, Radieschen, Buschbohnen, Chili, sogar Tomaten sind nicht böse, wenn sie statt im Freiland im Blumenkasten wachsen sollen. Manche Gemüsesorten müssen aber eine Rankhilfe bekommen. Wer die Kästen nicht an das Balkongeländer hängt, lässt sie einfach auf dem Boden des Balkons stehen. Auf jeden Fall sollte das Gemüse schöne, nährstoffreiche Komposterde als Grundlage bekommen.  

Sandkasten

Wenn die Kinder aus dem Haus sind und es ist noch der alte Sandkasten da, kann dieser zu einem überschaubaren kleinen Gemüsegarten umfunktioniert werden. Kräuter, Salat, Spinat, ein paar Buschbohnen, ein paar Radieschen – das sind gutmütige Gemüsesorten, die auch im Sandkasten etwas werden. Der Boden des Sandkastens sollte allerdings gegen das Eindringen von Schädlingen mit einer Folie geschützt werden. Dem Gemüse sollte man hochwertigen Kompost bieten. Ansprechend ist eine „Rundherum-Bepflanzung“ mit Tagetes (Studentenblumen), Kapuzinerkresse oder Gurken. Übrigens: Die Blüten der Kapuzinerkresse schmecken würzig-pfeffrig und sehen hübsch aus als Tellerdekoration.

Text: Sonja Wenzel, Fotos: Fotolia