Dienstag, 16. Juli 2019    23:15

«Zurück zur Startseite

Pflanze des Jahres 2019 in Schleswig-Holstein: Die "Beerenschnute"

Eine hübsche Pflanze, deren Blüten an „Kussmäulchen“ erinnern, ist dieses Jahr die Trendpflanze im Norden: Sie hat den poetisch-volkstümlichen Namen „Beerenschnute“ und gehört zur Pflanzengattung  „Elfenspiegel“ (botanisch: „Nemesia“), die zur Familie der Braunwurzgewächse gezählt wird. Es gibt über 60 Arten des Elfenspiegels, die hauptsächlich im südlichen Afrika verbreitet sind. Die klassische Beet- und Balkonpflanze gibt es schon lange in vielen verschiedenen Farben, beispielsweise in Lila, Weiß, Rosa und Gelb. Jetzt aber ist mit der „Beerenschnute“ eine Züchtung gelungen mit vanillegelber Unter- und beerenfarbiger Oberlippe. Die Gärtner im Wirtschaftsverband Gartenbau Norddeutschland kürten die Blühpflanze auch deshalb, weil sie besonders insektenfreundlich ist. Sicherlich liegt es einerseits an ihrer auffallenden Zeichnung, dass Bienen und andere kleine „Flieger“ ganz scharf auf den Nektar der Beerenschnute sind; andererseits wohl an ihrem Duft, der auch in uns Menschen angenehme Gefühle auslöst: nach Amaretti, den kleinen italienischen Makronen aus Zucker, Eischnee sowie gemahlenen Mandel- und Aprikosenkernen. Die Beerenschnute eignet sich hervorragend für Kübel auf der Terrasse. Balkonkästen mit Beerenschnuten bepflanzt sind an jeder Balkonbrüstung ein Hingucker. In Beeten und Rabatten fallen die gelb-lila Farbwolken ebenfalls auf, die gut mit anderen Stauden und Sommerblumen kombinierbar sind. Die Pflanzen wachsen leicht buschig und werden rund 30 Zentimeter hoch. Ohne Pause blühen sie den ganzen Sommer hindurch – bis zum Herbst. Damit die Beerenschnute keine „Schnute“ zieht und sich doch nicht so recht entfalten mag, sollten ihre kleinen Ansprüche berücksichtigt werden: Ihr Standort sollte windgeschützt sein, am liebsten sonnig bis halbschattig. Über eine wöchentliche Düngerration freut sie sich. Auch Wasser braucht sie regelmäßig, sie sollte nie austrocknen. „Knallt“ die Sonne vom Himmel, muss sie täglich ihr Wasserquantum haben. Dies alles belohnt sie mit vielen blühenden Kussmäulchen und einem verführerischen Duft. Auch einen Rückschnitt nimmt sie nicht übel. Die alten Blühstände fallen einfach ab, und der Trieb bildet am oberen Ende kontinuierlich neue Blüten. Sie muss also nie „ausgeputzt“ werden. Doch so schön sie auch ist: Beerenschnuten haben sich am Ende des Sommers verausgabt. Sie sind einjährige Pflanzen, die im darauffolgenden Jahr nicht wieder austreiben.

Text: Sonja Wenzel, Fotos: Fotolia