Sonntag, 26. Januar 2020    10:42

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Smart Home: Chancen und Herausforderungen

Das „intelligente“ Zuhause

Die Kaffeemaschine, die ferngesteuert dafür sorgt, dass schon vor dem Aufstehen Kaffeeduft durch die Wohnungen zieht, per Smartphone gesteuerte, kabellose Soundsysteme oder die bereits aus dem Büro angestellte Fußbodenheizung: In den eigenen vier Wänden gibt es zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten für smarte Technologien. An erster Stelle steht für die Nutzer der Komfort. Dass smarte Technologien aber nicht bloß „Spielerei“ für bequeme Technikfreaks sind, zeigen weitere Beispiele.

Intelligente Assistenzsysteme: Die smarten Alltagsbetreuer sollen besonders Senioren und bewegungseingeschränkten Menschen den Alltag erleichtern. Auf dem Markt gibt es unter anderem Sprachassistenten für Haushaltsgeräte sowie Gas-, Rauch- und Bewegungssensoren, die etwa bei übermäßiger Rauchentwicklung eigenständig den Herd ausstellen. Auch Fußböden können mit Sensoren ausgestattet werden. Diese lösen dann zum Beispiel einen Notruf aus, sobald eine Person längere Zeit auf dem Boden liegt.

Energiespar-Helfer: Energie zu sparen ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für den eigenen Geldbeutel. Hersteller von Smart Home-Anwendungen geben das Einsparpotenzial mit 30 bis 40 Prozent an. „Intelligent“ zu heizen heißt zum Beispiel, nur dann zu heizen, wenn Wärme benötigt wird. Das ließe sich zwar auch manuell steuern, die smarten Helfer ersparen jedoch nicht nur Energie, sondern auch das Mitdenken und regeln die Heizung unter anderem immer dann herunter, wenn die Sensoren ein geöffnetes Fenster vermelden.

Moderne Nachbarn und House-Guards: Wer in den Urlaub fährt, gibt den Nachbarn den Schlüssel. Um Einbrecher abzuschrecken, ziehen sie ab und zu die Jalousien hoch und runter, schalten das Licht an und aus und sorgen so für „Leben“ in der Wohnung. Smart Home-Bewohner überlassen diesen Nachbarschaftsservice ihrem smarten Zuhause. Kombiniert mit einem Sicherheitspaket können sie ihre Wohnung zudem per App im Blick behalten, zum Beispiel über Überwachungskameras.

Smart, aber nicht perfekt

Voraussetzung für ein Smart Home ist immer ein entsprechender technischer Standard der Geräte, die vernetzt werden sollen. Aber ein intelligentes Zuhause bringt auch neue Herausforderungen mit sich.

Überblick: Viele smarte Geräte werden über ihre eigene App gesteuert. Bei mehreren Anwendungen kann da schnell der Überblick verloren gehen. Als Lösung werden so genannte Universalsteuerungen angeboten. Sie koordinieren die Komfort- und Sicherheitsassistenten in den eigenen vier Wänden.

Sicherheit: Mit den Heinzelmännchen der Zukunft kommen nicht nur smarte Assistenten und Helfer in die Wohnung, sondern auch eifrige Datensammler. Als „Security“ für das Heimnetzwerk werden daher Anwendungen angeboten, die den Sicherheitsstatus aller angeschlossenen smarten Technologien im Blick behalten sollen. Nicht zuletzt gilt aber auch für smarte Technologie: Sie kann nicht nur datenschutzrechtlich bedenklich sein, sondern schlicht auch Fehler machen und kaputt gehen. Es lohnt sich also, für den Ernstfall im smarten Zuhause einen „Notfallkoffer“ zu packen – zum Beispiel mit Wolldecke, Kerze und altmodischem Kaffeefilter.


Text: Imke Voigtländer, Foto: AdobeStock