Montag, 14. Oktober 2019    06:05


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Ingo Sörnsen: Kulinarik im unnachahmlichen Stil

Die Küche von Ingo Sörnsen ist regional – das eine Mal schnörkellos traditionell, ein anderes Mal „gepimpt“ mit kulinarischer Kreativität. Für alle Menüs gilt: Jedes dieser norddeutschen Gerichte trägt die unverwechselbare Handschrift von Ingo Sörnsen.

Warum der gebürtige Steruper Koch geworden ist? „Gute Frage“, sagt er spontan und lächelt. „Vielleicht weil ich das wollte und einfach Spaß an diesem Handwerk hatte.“  Er habe während der Schulzeit bereits einige Praktika in verschiedenen gastronomischen Betrieben absolviert und seine Leidenschaft für das Kochen, aber auch das gute Essen entdeckt.

Der Ostseeresort Damp begann Mitte der 1970er Jahre zu wachsen und Sörnsen war einer der ersten Auszubildenden, die hier in einem Restaurant das Kochhandwerk erlernten. „Das war eine tolle Zeit“, schwärmt er und fügt hinzu: „Mittlerweile koche ich jetzt schon über 40 Jahre und das immer noch mit großer Begeisterung.“ Später absolvierte er den Betriebswirt für Gastronomie an der Hotelfachschule Hamburg: „Das war zehn Jahre nach meiner Ausbildung und schon eine kleine Herausforderung, die Schulbank erneut zu drücken.“

Nach der Ausbildung begleitete er zunächst zwei Jahre seinen damaligen Küchenchef, der sich gerade selbstständig gemacht hatte und folgte dann 1982 seiner Frau Brigit nach Hamburg. „Das war ganz kurios“, erinnert er sich. „Meine Frau hatte dort bereits eine Festanstellung. Bei einem Besuch hatte ich eine Anzeige gelesen, mich beworben, kurzfristig einen Vorstellungstermin erhalten und einen Tag später konnte ich ohne Vorkochen anfangen. Ich musste mir sogar meine Kochuniform nachschicken lassen.“ In der Hansestadt habe er dann bei verschiedenen Restaurants gearbeitet, sehr viel gelernt, insbesondere wie man mit frischem Fisch Menüs „zaubern“ kann. „Davon zehre ich heute noch“, gibt er zu, denn obwohl er an der Küste gelernt hat, stand dort meist Tiefkühlware auf dem Speiseprogramm.

Dann „packte“ ihn das Heimweh. „Ich hatte wieder Lust auf den Norden und wollte zurück.“ Bevor er den Freienwill Krug übernahm, habe er noch in Kappeln für einige Restaurants gekocht und stand bei dem Citti Markt in Flensburg am Herd. Da waren es die Arbeitszeiten, die Ingo Sörnsen damals als extrem angenehm empfand: „Immer um 18 Uhr Feierabend und jedes Wochenende frei.“ Das sieht jetzt natürlich anders aus. Als selbstständiger Pächter hat das Ehepaar Sörnsen eine Sechs-Tage-Woche, wobei der freie Montag für Arbeiten in dem Betrieb oder im Büro zur Verfügung steht. Zudem ist der Gastronom aktiv beim DEHOGA im Kreisverband und Landesverband tätig.

Bereut habe er den Schritt an den Herd nie, sagt er. Dennoch wäre er gerne als Koch zur See gefahren: „Vielleicht hätte ich nach der Hotelfachschule einfach mal auf ein Kreuzschiff gehen sollen. Das hätte ich wirklich gerne gemacht."

Text: Andrea Weide, Fotos: Jörg Weide