Mittwoch, 25. April 2018    04:37

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Mit dem Pedelec unterwegs

Die täglich höhersteigende Sonne, milde Temperaturen und länger werdende Tage treibt auch die Menschen aus ihren Häusern und animiert zu Wanderungen in die Natur sowie zu Ausflügen mit dem aus dem Winterschlaf geholten Fahrrad. Dabei haben in den vergangenen Jahren „E-Bikes“ und „Pedal Electric Cycles“, oder auch „Pedelecs“ genannt, immer mehr an Bedeutung gewonnen.

Nach den Angaben von Branchenkennern wächst der Bestand in Deutschland rasant und ist auf mehr als zwei Millionen gestiegen. Die mit Elektromotoren ausgerüsteten Pedelecs haben vor allem viele ältere Menschen für sich entdeckt, darunter auch solche, die das Radfahren bereits aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben hatten. „Mit einem Pedelec ist maximal eine Geschwindigkeit von 25 Kilometer in der Stunde erreichbar. Es besteht keine Helm- oder Versicherungspflicht. Der Fahrer wird nur dann von einem Elektromotor unterstützt, wenn er gleichzeitig in die Pedale tritt. Für E-Bikes, die auch als S-Pedelecs bezeichnet werden, ist eine Helm- und Versicherungspflicht vorgeschrieben. Sie erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 45 Kilometer in der Stunde“, erläutert Ulrike Clausen, die zusammen mit ihrem Mann Dirk in Husum das Fachhandelsgeschäft „Zweirad Clausen“ betreibt. Nach ihren Worten sollte vor dem Erwerb eines Pelelecs oder E-Bikes immer Probe gefahren werden, um dabei die richtige Rahmengröße und Sitzhöhe herauszufinden. „Es gibt verschiedene Ausführungen mit Front- Mittel- oder Heckmotor-Antrieb. Auch die Akkus haben unterschiedliche Kapazitäten“, sagt Ulrike Clausen.

Auch für Cornelia und Hans-Heinrich Beck, Inhaber der gleichnamigen Fachhandelsgeschäfte „fahrrad-beck“ in Handewitt und Jörl ist es wichtig, ihre Kundinnen und Kunden vor dem Kauf eines Pedelecs eingehend zu beraten. „Bei der Auswahl kommt es darauf an, wieviel Kraft beim Fahren aufgewendet werden kann. Insbesondere für Ältere sollten ein bequemer Einstieg und die richtige Sitzposition gewählt werden. „Beim Fachhändler gekaufte Pedelecs sind immer endmontiert“, betont Cornelia Beck. Das Ehepaar rät etablierte Marken zu nehmen, um auch Jahre später noch die passenden Ersatzteile zu erhalten.
Der Husumer Volker Zander ist bereits ein erfahrener Pedelec-Fahrer. „Ich habe mein Rad vor fünf Jahren gekauft, um damit zwei Mal am Tag von meiner Wohnung zur fünf Kilometer entfernten Arbeitsstätte und zurück zu fahren. Durch den unterstützenden Elektromotor geriet ich beim Fahren nie ins Schwitzen. Die Batterie hat bislang gehalten, muss aber demnächst ausgetauscht werden“, so der 68-Jährige. Nach seinen Angaben sollte die Geschwindigkeit von 25 Kilometer in der Stunde nicht unterschätzt werden, insbesondere dann, wenn es durch Kurven geht.

Die Pellwormerin Nikoline Knudsen erwarb vor einem halben Jahr ein hochwertiges Pedelec und nutzt es seither nahezu jeden Tag. „Die ‚Tankfüllung‘ reicht für etwa 120 Kilometer. An manchen Tagen weht auf unserer Insel ein derart starker Wind aus westlichen Richtungen, gegen den man mit einem Fahrrad ohne unterstützenden Elektromotor kaum gegenankommt“, sagt die 66-Jährige.

Uwe Holste (67) aus Mildstedt ist stolzer Besitzer eines nagelneuen Pedelecs. „Wenn man auf die 70 zugeht, sollte man nicht mehr über den Kauf eines Herren-Sportfahrrads nachdenken. Mit meinem neuen E-Bike bin ich nun in der Lage, meiner ebenfalls Pedelec fahrenden Frau bei den gemeinsamen Touren zu folgen“, freut er sich. 

Text: sgo