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Die Dusenddüwelswarf und die Schlacht bei Hemmingstedt

In der kleinen Gemeinde Epenwöhrden in unmittelbarer Nachbarschaft zu Meldorf kann die Geschichte Dithmarschens hautnah erlebt werden. Die Dusenddüwelswarf, ein ungewöhnliches Denkmal aus dem Jahre 1900, und ein moderner Infopavillon könnten das Ziel der nächsten Fahrradtour sein.

Die Dusenddüwelswarf ist ein Gedenkstein auf einer mächtigen Erhöhung. Im Zentrum der Anlage, auf der erhöhten Warft, steht das so genannte „Goos-Ei“, ein mächtiger Findling vom Barlter Vierth, mit einer in den Stein gehauenen Inschrift: „WAHR DI / GARR / DE BUR DE / KUMT“ (Nimm Dich in acht, Garde, der Bauer kommt). Dies war der Überlieferung nach der Schlachtruf der siegreichen Dithmarscher Bauern, die sich im Jahre 1500 in der Schlacht bei Hemmingstedt den Truppen des dänischen König Johann I. und seines Bruders, Herzog Friedrich von Holstein, entgegenstellten. Zum 400jährigen Jubiläum der Schlacht wurde dieser Gedenkstein, entworfen vom Kieler Architekten Wilhelm Voigt, feierlich eingeweiht und ist noch heute einen Ausflug wert.

Und warum Goos-Ei? Auf Plattdeutsch steht Goos für Gans. Aber der Spitzname für den etwa 25 Tonnen schweren Findling geht nicht auf seine Ähnlichkeit mit einem großen Gänseei zurück. Vielmehr spielte dabei der Namensvetter Johannes Goos eine Rolle. Der angesehene Meldorfer Lehrer und Museumsleiter gehörte um 1900 zu den engagiertesten Initiatoren des Denkmals.

Anlässlich der 500-Jahr-Feier der Schlacht wurde im Februar 2000 in unmittelbarer Nähe der Dusenddüwelswarf ein Informationspavillon eingerichtet, ein offenes, rund um die Uhr begehbares Bauwerk. Darin kann man auf einem beindruckend großen Modell das Schlachtgeschehen nachvollziehen.

 

Text und Fotos: Andreas Stein