Montag, 14. Oktober 2019    06:24

«Zurück zur Startseite

 

Mit Yoga zur Verschmelzung von Körper, Geist und Seele

Wer „Yoga“ hört, denkt oft an muskulöse, durchtrainierte Menschen, die kein überschüssiges Gramm Fett auf den Rippen haben und die sich – wie es aussieht, ohne die kleinste Anstrengung - in allerlei akrobatische Posen verknotet haben und obendrein noch attraktive Sportkleidung tragen. Dabei ist Yoga viel mehr als nur „verknotete Gliedmaßen“: Die Körperübungen sind sicher ein wichtiger Teil von Yoga, doch nicht alles. Wer Yoga dauerhaft praktiziert, erzielt für sich gesundheitlich positive Effekte: Yoga ist eine aus Indien stammende philosophische Lehre mit Jahrtausende alter Tradition, die eine Reihe nicht nur körperlicher, sondern auch spiritueller Praktiken vereint, mit denen Körper, Geist und Seele im Laufe der Zeit freundlich miteinander in Einklang gebracht werden. Yoga kann Stress, Durchblutungs-, Schlaf- und Angststörungen, Depressionen und Migräne sowie Rückenschmerzen zu einem großen Teil mildern und eignet sich für Männer und Frauen gleichermaßen. Erst im 19. Jahrhundert kam die Kunde von „Yoga“ auf den damals üblichen Handelswegen aus dem Fernen Osten nach Europa. Die ursprünglichen hinduistischen Yoga-Lehren veränderten sich nach und nach unter dem Einfluss westlichen Gedankenguts, von anderen Lebenseinstellungen und Auffassungen beeinflusst. Traditioneller, indischer Yoga unterscheidet sich vom westlichen, modernen Yoga und enthält weit komplexere Lehren und Praktiken. Vor knapp drei Jahren wurde Yoga als Immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO anerkannt.

Von Ashtanga bis Kundalini

Es gibt unterschiedliche Arten von Yoga, deren Namen wahrlich exotisch klingen. Alle setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Dazu gehören Hatha, Anusara oder Ashtanga. Diese Arten sind für Einsteiger gut geeignet und stärken die körperliche Kondition. Kundalini Yoga spricht eher Menschen an, die Wert auf Ausdauer und Durchhaltevermögen legen, daneben die Spiritualität in sich wecken oder verbessern und  bewusster atmen möchten. In Forrest Yoga finden sich Geübte wieder, die ihre Kraft in Bauch und Rücken weiter verbessern möchten. Hormon Yoga ist speziell für Frauen, die weniger chemische Präparate zu sich nehmen, dafür aber die eigenen Selbstheilungskräfte nutzbringend aktivieren möchten. Es ist gleichgültig, welche der vielen unterschiedlichen Arten von Yoga man praktiziert: über 80 Körperübungen gehören auf jeden Fall dazu. Sie werden allerdings in den verschiedenen Yoga-Arten unterschiedlich betont, mitunter auch variiert.

Was gilt für Anfänger?

Es ist gar nicht wichtig, dass man „von jetzt auf gleich“ akrobatische Verrenkungen zustande bringt – das ist auch nicht die Idee, die hinter Yoga steht. Viel bedeutsamer ist es, sich mit Yoga insoweit zu befassen, dass man ungefähr weiß, wo man eigene Schwerpunkte setzen möchte. Dabei sollten die eigenen Grenzen erkannt und der allgemeine Gesundheitszustand beachtet werden, sonst tut man sich nichts Gutes. Wohl sind die Körperübungen – sie werden Asanas genannt – zum Teil recht anspruchsvoll, weil sie Muskelpartien ansprechen, die im Alltag kaum gefordert werden. Doch auch hier gilt: Zu Anfang nichts übertreiben, Vorsicht walten lassen und nach und nach die Muskulatur trainieren und aufbauen. Dabei wird eine gute Yogalehrerin oder ein Yogalehrer gern behilflich sein und auf die individuellen Bedürfnisse eingehen.

Text: Sonja Wenzel, Fotos: AdobeStock