Mittwoch, 01. April 2020    07:41

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Wie funktioniert autogenes Training?

Manchmal treten Symptome wie Bluthochdruck, Herzrasen sowie stetige Bauch-, Rücken- oder Kopfschmerzen auf, bei denen der Arzt keine organische Krankheitsursache finden kann. Seit einigen Jahrzehnten ist bekannt, dass derartige körperliche Beschwerden durch seelische Belastungen ausgelöst werden können.

In solchen Fällen sprechen die Mediziner von psychosomatischen Erkrankungen. Nach Angaben der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) werden psychosomatische Beschwerden durch Stress in beruflichen oder privaten Bereichen, durch ständige Überforderungen, durch Konflikte oder finanzielle Sorgen ausgelöst. Sie können fast alle Organe betreffen. Zudem sind die Beschwerden in vielen Fällen von Ängsten begleitet, weil die Patienten meinen, an einer schweren Krankheit zu leiden. Die Feststellung einer psychosomatischen Erkrankung geschieht vielfach als Anschlussdiagnose. Da es keine verlässliche Untersuchung gibt, mit der die Ursache sicher festgestellt werden kann, wird die Diagnose anhand der Krankheitsgeschichte und nach dem Ausschluss körperlicher Ursachen gestellt.

Wie die UPD weiter mitteilt, gehen manche dieser verschiedenartigen Leiden ohne medizinische Behandlungen vorüber oder können durch einfühlsame Gespräche seitens des Arztes gemildert werden. Bei schwierigen Fällen kommen Medikamente zum Einsatz oder es wird versucht, mit unterschiedlichen psychotherapeutischen Verfahren den Auslösern der Erkrankung auf den Grund zu gehen und aufzuarbeiten.

Als wirksames und unterstützendes Mittel gegen psychosomatische Erkrankungen hat sich Autogenes Training bewährt, das von dem Berliner Psychologen Johannes Heinrich Schultz im Jahre 1926 entwickelt worden ist. Es ist heute eine von Entspannungstherapeuten und –therapeutinnen sowie Entspannungstrainern und –trainerinnen praktizierte, weitverbreitete und anerkannte Psychotherapie-Methode.

Um autogenes Training selbst praktizieren zu können wird empfohlen, sich hinzulegen oder sich in einen Sessel zu setzen und dabei eine entspannte Körperhaltung einzunehmen. Es ist eine Art Selbsthypnose, mit der man seine Körperfunktionen, Gedanken und Einstellungen positiv beeinflussen kann. In Kursen werden zunächst Grundformeln erlernt, wie: „Ich bin ruhig und gelassen, meine Arme und Beine sind schwer und warm.“ Dadurch weiten sich die Blutgefäße, die Durchblutung verbessert sich, die Muskulatur lockert sich. Durch die Konzentration auf sich selbst und durch regelmäßiges Üben lässt das so genannte „Kopfkino“ mehr und mehr nach.

Nach Angaben von Fachleuten wirkt sich diese als „Autosugesstion“ bezeichnete Methode positiv auf das vegetative Nervensystem aus. Der Körper schaltet dabei von einem gestressten Modus in einen Entspannungsmodus. Es werden Stresshormone abgebaut und Glückshormone ausgeschüttet. Das wirkt sich positiv auf den gesamten Körper aus. Es entstehen Lebensenergie und -freude sowie  ein ausgeglichenes Verhalten und eine innere Gelassenheit.

Text: sgo, Fotos: Fotolia