Montag, 01. Juni 2020    05:07

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Fitness für die Seele

Bei JanThos fühlt man sich zu Hause

Das Fitnessstudio JanThos ist in Wesselburen eine feste Adresse. Seit knapp einem halben Jahre hat JanThos nun auch ein Studio in Nindorf bei Meldorf. Wie wirkt sich die Corona-Krise auf die Fitnesstudios aus? Unser Mitarbeiter Andreas Stein sprach telefonisch mit Jan Werwoll, einem der beiden Geschäftsführer. Er ist Fitnesstrainer, Ernährungsberater und Faszientherapeut.

Herr Werwoll, wie ist aktuell die Lage Ihrer Fitnessstudios?

Natürlich ist es für uns eine schwierige Situation! Wir haben geschlossen und gegenwärtig keine Informationen, ab wann wir wieder normal öffnen können. Wir sind sehr dankbar, dass die große Mehrheit unserer Mitglieder das akzeptiert und zu uns steht. Und letztlich wissen sie genau, dass wir die Schließung nicht zu verantworten haben. Kalt erwischt hat uns die Coronakrise auch am neu eröffneten Standort Nindorf: Hier waren wir im September letzten Jahres gestartet, haben uns ins Zeug gelegt, um uns vor Ort bekannt zu machen und neue Mitglieder zu gewinnen. Die vorübergehende Schließung kommt also zu einem wirklich sehr ungünstigen Zeitpunkt. Wir setzen im Augenblick alle Hoffnungen darauf, dass schon in den nächsten Tagen bekannt gegeben wird, ab wann die Fitnessstudios wieder öffnen dürfen. Dann können wir uns mit aller Kraft daran machen, unsere Angebote an beiden Standorten wieder starten zu lassen.

 

Dann sind Sie und Ihre Mitarbeiter also jetzt zu Hause?

Ganz und gar nicht! Wir gehen optimistisch an die Sache heran und wollen diesen Optimismus auch weitergeben. Wir haben als Fitnessstudio eine Philosophie, von der wir jetzt nicht abrücken wollen: Die Betreuung der Mitglieder, die individuelle Beratung, steht im Zentrum. Und daran halten wir fest. Unsere Mitglieder können hier auf uns zählen!

 

Was heißt das?

Wir haben den Kontakt zu unseren Mitgliedern nicht abreißen lassen. Wir haben zahlreiche Online-Angebote auf die Beine gestellt, Übungskurse bei YouTube eingestellt, Live-Workout bei Zoom, Trainingspläne per Mail und Podcasts …

 

…Podcasts?

Informationen zum Anhören. Wir nutzen die Podcasts zum einen, um auf konkrete Fragen einzugehen, die uns gestellt werden. Aber auch, um unseren Mitgliedern wichtige Grundlagen zu vermitteln. Zum Beispiel bei der Schmerzbehandlung oder der Ernährungsberatung ist es wichtig, ein paar grundlegende Fragen zu klären, bevor man die individuellen Programme starten kann.

 

Wie werden diese neuen Formate angenommen?

Überaus positiv! Wir erhalten viel Feedback und fordern das auch bei unseren Mitgliedern ein. Das Team ist nicht unbedingt gewöhnt, die Übungen und Kurse ganz ohne anwesende Teilnehmer durchzuführen.

 

Welche Bereiche lassen sich über diese Formate abdecken?

Es geht so gut wie alles: Rücken fit, Bauchzirkel, Faszien, Yoga, Pilates. Und Zumba und Train Your Body bieten wir auch als Live-Kurs an. Wir kommen auf bis zu 15 Online-Angebote pro Woche. Zusammen mit der individuellen Betreuung der Mitglieder hat das Team also alle Hände voll zu tun.

 

Wie wird es weitergehen nach Corona? Bleiben einige dieser neuen Angebote bestehen?

Warum nicht? Wir werden mit unseren Mitgliedern das Gespräch suchen und uns anhören, was sie uns für Rückmeldungen geben. Etwas Wichtiges können die Online-Angebote allerdings nicht ersetzen. Unsere Mitglieder kommen nicht nur ins Fitnessstudio, um sportlich aktiv zu werden. Sie suchen und finden bei uns den Kontakt zu anderen Mitgliedern, zu Gleichgesinnten. Für viele ist der regelmäßige Besuch bei uns ein wichtiger Bestandteil ihres Alltags geworden. Man trifft sich bei uns, hat vor oder nach dem Kurs noch ein paar gute Gespräche, tauscht sich über Privates aus. Und wir als Trainerteam setzen uns nach Kräften für eine gute, angenehme Atmosphäre ein. Wir nehmen uns Zeit! Wir stehen für Fragen und Trainingstipps zur Verfügung.

 

Es klingt, als wäre Ihr Fitnessstudio für Ihre Mitglieder ein Ort der Begegnung. Sprechen Sie damit eine bestimmte Gruppe gezielt an?

Grundsätzlich sind alle Altersgruppen bei uns willkommen und wir können und wollen uns auch um jeden Einzelnen individuell kümmern. Das ist unsere Philosophie. Wichtig ist sicher auch, dass wir uns nicht als Mucki-Bude für junge, hippe Großstädter definieren. Völlig klar: Das ist ein Klischee! Natürlich kann man bei uns auch Krafttraining und Muskelaufbau machen. Aber wir sehen andere Punkte als wesentlich wichtiger an: Wir nennen uns Gesundheitsstudio, wir bieten Schmerzbehandlung und Ernährungsberatung, wir wollen helfen, die Beweglichkeit zu verbessern und die Fettverbrennung anzukurbeln. Dabei beraten und betreuen wir unsere Mitglieder so intensiv, wie sie es selbst möchten. Es ist mit Blick auf Wesselburen und Nindorf also nicht verwunderlich, wenn wir auch Menschen im fortgeschrittenen Alter ansprechen. Diese Altersgruppe weiß, dass man altersbedingten Entwicklungen aktiv entgegentreten kann und auch, wie motivierend es ist, in angenehmer Gesellschaft aktiv zu sein.

 

Mit welchen Erwartungen gehen Sie und Ihr Team in die Zeit nach Corona?

Zuerst wünschen wir uns natürlich, dass tatsächlich bald von „nach Corona“ gesprochen werden kann! An niemandem sind die letzten Wochen spurlos vorübergegangen. Alle haben sich umstellen und sehr stark einschränken müssen. Nun gibt es ein riesiges Bedürfnis nach Bewegungsfreiheit und nach sozialen Kontakten. Wir freuen uns schon jetzt darauf, dass wir in absehbarer Zeit wieder Angebote für unsere Mitglieder machen können, dass ein Stück Normalität zurückkehren kann. Wir rechnen auch damit, dass es in der letzten Zeit bei vielen Menschen den ein oder anderen Moment der Besinnung gegeben hat: Wie stehe ich gesundheitlich da? Müsste ich womöglich mehr für mich und mehr für meine Fitness tun? Wir erwarten, dass wir in den Wochen nach Öffnung unserer Standorte auch viele neue Interessenten haben werden, die sich informieren und ausprobieren wollen. Darauf sind wir vorbereitet! Hier werden wir Angebote zum Kennenlernen und Reinschnuppern machen.

Text: Andreas Stein, Fotos: JanThos