Donnerstag, 06. Mai 2021    12:41

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Ein Organspendeausweis kann Leben retten

Das Leben ist nicht immer kalkulierbar; deshalb schadet es nichts, sich gelegentlich mit dem eigenen Sterben auseinanderzusetzen. Auch noch im Tode kann man anderen, schwer erkrankten Menschen helfen weiterzuleben. Deshalb sollte man sich gründlich überlegen, ob man die eigenen Organe im Ernstfalle weitergeben möchte. Eine Organspende ist ein Akt der Solidarität und der Hilfsbereitschaft, die jahrelang nachwirken kann. Für viele erkrankte Personen ist eine Transplantation die letzte Behandlungsmöglichkeit. Wer sich dafür entscheidet seine Organe im Ernstfalle zu spenden, benötigt einen Organspendeausweis. Er ist auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums unter www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/organspende.html herunterzuladen. Man kann ihn gleich am PC maschinell ausfüllen und anschließend ausdrucken. „Bei einer postmortalen Organspende stellen verstorbene Spenderinnen oder Spender die eigenen Organe für eine Übertragung (Transplantation) zur Verfügung. Diese Spenderorgane werden dann an die passenden Patientinnen und Patienten, die auf ein Organ warten, vermittelt“, heißt es in einer Mitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA).

Eine Voraussetzung zur Organspende ist der „Hirntod“

Die Ärzteschaft ist verpflichtet, das Leben von Patienten mit allen zu Gebote stehenden Maßnahmen zu retten. Doch manchmal besteht einfach keine Chance zum Weiterleben. Deshalb ist eine Grundvoraussetzung für eine Transplantation, dass der unwiderrufliche Ausfall der gesamten Hirnfunktionen – der so genannte „Hirntod“ - eingetreten ist. Das bedeutet, dass sämtliche Funktionen des Groß- und Kleinhirns sowie des Gehirnstamms „unumkehrbar erloschen“ sind und die elementaren Lebensvorgänge nicht mehr gesteuert werden können. Die zweite Voraussetzung ist das Vorliegen eines Organspendeausweises. Es ist gesetzlich streng geregelt, welche Organe gespendet und transplantiert werden können. Dazu gehören das Herz, die Leber und die Nieren, die Lunge, die Bauchspeicheldrüse und der Dünndarm. Auch Gewebe kann transplantiert werden: Dazu gehören die Hornhäute der Augen, Herzklappen und Blutgefäße.

Organspendeausweis hilft in akuten Situationen

Wer sich dafür entscheidet Organspender zu sein, wird in keinem Register festgehalten. Es genügt, den Ausweis stets bei sich zu tragen. Möglich ist auch eine Patientenverfügung oder ein formloses Blatt Papier, auf dem – mit Namen und Unterschrift - die Willenserklärung zur Organspende festgehalten wird. Es kann sein, dass noch gar keine Entscheidung getroffen worden ist: Dann müssen die nächsten Angehörigen im Sinne des potenziellen Spenders entscheiden. Sie befinden sich aber selbst in einer Ausnahmesituation: Insofern ist es für alle Seiten entspannend, wenn das Thema in der Familie bereits besprochen wurde. Interessant ist, dass es kein Höchstalter für eine Organspende gibt. Es zählt das „biologische Alter“, also der Zustand, in dem sich die Organe befinden. Erst wenn der Hirntod eingetreten ist, nehmen die zuständigen Ärzte die entsprechenden Untersuchungen vor. In manchen Fällen kann eine Organspende ausgeschlossen sein: Das trifft bei gewissen Infektions- oder akuten Krebserkrankungen zu. Grundsätzlich aber wird nach medizinischen Kriterien entschieden.

Die Vermittlung von Spenderorganen

Eine Organspende erfolgt anonym. Die Angehörigen der spendenden Person erfahren nicht, wer welches Organ bekommen hat. Man kann aber erfahren, ob die Transplantation erfolgreich verlaufen ist. Nach der Organentnahme wird der Körper in einem würdevollen Zustand übergeben. Die Wunden werden nach dem Eingriff verschlossen und verbunden. Die Organe werden nach Dringlichkeit und Erfolgsaussichten einer Transplantation verteilt. Deutschland, die Benelux-Staaten, Kroatien, Österreich, Slowenien und Ungarn haben sich zur Vermittlungsstelle „Eurotransplant International Foundation“ zusammengeschlossen. „Eurotransplant“ ist eine im Jahre 1969 gegründete Stiftung mit Sitz im niederländischen Leiden. Die gemeinsame Warteliste erleichtert es, die optimal zusammenpassenden Empfängerinnen und Empfänger zu ermitteln.