Donnerstag, 11. August 2022    07:53

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Beerige Zeiten für Genießer

In den Obst-Betrieben läuft die Ernte für Beeren auf Hochtouren

Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren… im Moment ist die Auswahl an frischen, heimischen Beeren groß. Die kleinen Früchte sind nicht nur unglaublich lecker, sondern auch unglaublich vielseitig: Man kann Kuchen mit ihnen belegen, sie zu Marmelade, Gelee, Kompott oder Eis verarbeiten oder sie einfach pur genießen. Und besonders gesund sind sie auch noch: Sie enthalten wertvolle Pflanzenfarbstoffe und reichlich Vitamin C – Heidelbeeren sogar dreimal soviel wie Orangen.

Sensibler Liebling: Die zarte Himbeere Der Himbeeranbau ist mit 60 ha Anbaufläche in Schleswig-Holstein eine eher kleine Kultur. Bundesweit werden Himbeeren im Freiland und unter Schutzsystemen auf 1000 ha angebaut. Geschmacklich und in der Verwendungsvielfalt zählt die Himbeere aber zu den ganz Großen. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein erwartet eine Erntemenge von etwa 500 t. Nur ein geringer Teil gelangt über die Fruchthändler, den Großmarkt Hamburg oder durch eigene Anlieferung in die Theken des Lebensmitteleinzelhandels. Der weitaus größte Teil der süßen Früchte wird direkt an die Verbraucher verkauft und direkt vom Feld selbst gepflückt. Himbeeren sind von ihren Inhaltsstoffen her regelrechte „Mineralstoffpräparate“: Auffallend hoch ist ihr Gehalt an Magnesium (30 mg/100 g Frischfrucht), ebenso wie an Kalzium (40 mg) und Kalium (170 mg). Sie enthalten zahlreiche bioaktive Substanzen und haben eine gesundheits- und schönheitsfördernde Wirkung. Sie lindern fiebrige Erkrankungen, machen die Haut elastisch und das Haar glänzend. Da die sehr zarten Früchte empfindlich auf Wind, Starkregen und Hagel sowie auf anhaltende Regenfälle reagiert, entwickelt sich die Produktion der Himbeeren mehr und mehr im geschützten Anbau. Mit Foliendächern werden die Früchte so vor größeren Schäden geschützt.

Schwarze Vitraminbomben: Brombeeren & Blaubeeren Umso dunkler die Brombeeren sind, desto mehr Pflanzenfarbstoffe enthalten sie. Und diese haben positive Nebenwirkungen – sie regulieren den Blutdruck, wirken antibakteriell und lindern Entzündungen. Doch in Brombeeren steckt noch mehr: unter anderem Kalium, Kalzium, Magnesium, Pektin und Gerbstoffe. Brombeeren sind aber nicht nur besonders gesunde Beeren, sondern aufgrund ihres hohen Wassergehalts auch sehr kalorienarme Früchte. Genauso wie Brombeeren enthalten Heidelbeeren viele Pflanzenfarb- und Gerbstoffe und sollen sogar krebsvorbeugend wirken. Man unterscheidet zwischen wilden Heidelbeeren und Zucht-Heidelbeeren. Letztere kommen ursprünglich aus den USA und sind größer als die wilde Variante. Ein weiterer Unterschied: Die gezüchteten Beeren haben ein helles Fruchtfleisch, die wilden Beeren ein dunkles.

Sauer macht lustig: Johannisbeeren Johannisbeeren gibt es in schwarz, rot und weiß. Am gesündesten sind die schwarzen Beeren, sie enthalten am meisten Anthocyane. In Sachen Kaliumgehalt sind Johannisbeeren die absoluten Spitzenreiter unter den Beeren: Mit bis zu 341 mg pro 100 g enthalten Sie etwa doppelt so viel wie Äpfel oder Erdbeeren. Kalium schwemmt Wasser aus dem Körper und kann so den Blutdruck senken.

Auch Kirschernte läuft auf Hochtouren Während wir langsam Abschied von heimischen Erdbeeren nehmen müssen, dürfen wir uns aber jetzt schon über die Kirschen freuen. In der Reifezeit kommen erst Süßkirschen, dann folgen die Sauerkirschen. Im Land stehen Kirschen auf ca. 100 Hektar, wobei früher die Sauerkirsche dominierend war und heute eher die Süßkirschen auf rund 66 ha in Schleswig-Holstein bewirtschaftet werden.

Text: Sabine Fleischmann, Quelle: Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein