Mittwoch, 12. August 2020    17:47


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Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik haben großes technisches Wissen

Die Heizung ist defekt, man wünscht sich ein neues Badezimmer oder gar eine kontrollierte Wohnraumbelüftung – für all das und noch viel mehr sind Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik die perfekten Ansprechpartner. Früher wurde die Berufsgruppe kurz und knapp als „Klempner“ bezeichnet. Und selbst heute noch ist die Berufsbezeichnung zu hören. Mittlerweile ist das veraltet, denn die aktuelle Bezeichnung in Deutschland für den ehemaligen Installateur lautet Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (kurz: SHK) und genau diesen sollte man rufen, wenn die Toilette nicht funktioniert oder das Waschbecken hoffnungslos verstopft ist.

Der Name ist Programm und verrät die einzelnen Spezialisierungen in die Richtungen Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, aber auch erneuerbare Energien und Umwelttechnik. Die Aufgabe des Handwerkers ist es, individuelle Lösungen zu entwickeln und zu realisieren. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Heizungsanlage mit bestmöglicher Effizienz für den Neubau, eine Erneuerung oder Modernisierung der vorhandenen Heizungsanlage handelt. Ob Traumbadezimmer, altersgerechter Badumbau, Austausch der Wasserzähler oder die Reparatur der tropfenden Armatur - auch für die Planung und Umsetzung von Sanitäranlagen, für aktuelle Toilettensysteme, das Montieren von Klima- oder Lüftungsanlagen sowie das Verlegen einer Fußbodenheizung und vieles mehr ist der Anlagenmechaniker SHK verantwortlich.

Dabei verbaut er unter anderem Technik wie Blockheizkraftwerke, Solaranlagen, Pellet- oder Hackschnitzelheizungen, Regenwasseranlagen oder moderne Smart-Home-Systeme. Das typische Beheben von verstopften Rohren oder gar Toiletten, was man eigentlich automatisch dem Klempner zugedenkt, erledigen heute die Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Die aktuellen Gebäudemanagementsysteme beziehungsweise Smart-Home-Systeme werden ebenfalls vom Anlagenmechaniker SHK über Schnittstellen und Apps mit den Komponenten der Haustechnik verbunden. Der Kunde wird dementsprechend fachmännisch in deren Gebrauch eingewiesen.

Nach der Installation ist der Kundenservice nicht zu Ende. Auch Tätigkeiten wie Wartung, Reparatur von Bestandssystemen und Notdienst gehören zum Tätigkeitsbereich. Dabei werden alle zum System gehörenden Anlagenteile sowohl mechanisch als auch elektrisch geprüft. Deshalb gehören zu den technischen Grundlagen unter anderem das Bohren, Schrauben und Schweißen zum Befestigen von Anlagen, aber auch das Anfertigen von Rohren, Blechen und Profilen. Hierbei ist handwerkliches Geschick gefragt, denn oft müssen Teile maßangefertigt werden, damit sie auch hundertprozentig passen.

Wer sich für den Beruf zum Anlagenmechaniker SHK interessiert, sollte mindestens einen Hauptschulabschluss besitzen. Sorgfalt ist bei diesem Beruf eine wichtige Grundvoraussetzung, aber auch ein großes Interesse an Technik. Die Ausbildung dauert in der Regel dreieinhalb Jahre und wird im dualen System, im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule, absolviert. In der Berufsschule lernt der Auszubildende die Fertigung von Bauelementen, stellt Baugruppen her und lernt diese zu montieren. Der angehende Gas- und Wasserinstallateur erlernt hier außerdem, wie technische Systeme instandgesetzt werden und wie beispielsweise die Installation von Trinkwasser-, Entwässerungs- und Wärmeverteilanlagen funktioniert. Nach erfolgreicher Gesellenprüfung stehen dem Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik weitere Möglichkeiten offen.

Man hat die Möglichkeit die Meisterprüfung abzulegen und den Weg in die Selbstständigkeit gehen. Oder man bildet sich weiter, wie etwa zum Techniker der Fachrichtung Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik oder Fachkraft für Solartechnik. Mit einem höheren Schulabschluss bietet sich ein Studium im Fach Versorgungstechnik an.

Text: Andrea Weide, Fotos: Fotolia