Sonntag, 26. Januar 2020    16:04


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Richtiges Verhalten beim Vorstellungsgespräch

Du hast Glück gehabt: Deine schriftliche Bewerbung bei Deinem Wunschunternehmen ist gut angekommen und Du wirst eingeladen zu einem Gespräch. Jetzt geht es um die Wurscht - Du möchtest natürlich einen guten Eindruck hinterlassen und den Ausbildungsplatz bekommen! Dafür solltest Du Dich gut vorbereiten. Dabei geht es nicht darum, dass der Personalchef oder die -chefin Dich „von hinten durch die kalte Küche“ ausfragen oder herausfinden wollen, was Du alles nicht weißt, sondern sie möchten dich vor allem kennenlernen.

Informiere dich über das Unternehmen, bei dem Du Dich beworben hast!
Häufig  gestellte  Fragen  sind  die  zu  Deiner  Person  und  zu  dem Unternehmen,  bei  dem  Du  Dich  beworben  hast.  Also: „Warum möchtest  Du  eine  Ausbildung  ausgerechnet  bei  diesem  Unter- nehmen absolvieren?“ Informiere Dich gründlich über die Firma, lies  alles,  was  Du  über  sie  erfahren  kannst.  Befasse  Dich  mit  der Homepage und schau auf Facebook nach.
„Was erhoffst Du von der Ausbildung?“ Sei ehrlich in Deiner Ant- wort, sprich über die Hoffnungen, die Du mit der Ausbildung ver- bindest. Sind es die besonders guten Chancen auf dem Arbeits- markt oder ist es nur das Sprungbrett zu einer Traumkarriere?


Deine Stärken und Schwächen
Der  Personalchef  oder  die  -chefin  wollen  Dich  auch  als  Mensch kennenlernen  und  werden  Dich  auch  nach  Deinen  Stärken  und Schwächen befragen. Schiebst Du vielleicht Arbeiten gern bis zur letzten  Sekunde  auf  oder  ist  die  kleinste  Mehrbelastung  schon nicht mehr auszuhalten und verursacht Dir eine schlaflose Nacht? Sei  ehrlich  bei  Deinen  Antworten,  zieh  Dich  aber  auch  nicht
„nackig“  aus,  mach  Dich  nicht  angreifbar.  Erzähle  von  Deinen Mankos, aber auch, wie Du daran gearbeitet hast, dass Du sie jetzt gut im Griff hast. Es gibt aber auch Fragen, die nicht gestellt wer- den dürfen, beispielsweise, ob eine Bewerberin ein Baby erwartet, ob  man  häufig  krank  ist  oder  an  einer  chronischen  Erkrankung leidet oder welche politische Gesinnung man hat.


Sei pünktlich, offen und ehrlich und so ruhig wie möglich!
Eine Viertelstunde zu spät, völlig durchgeschwitzt und obendrein in der alten, fleckigen Jeans und im zerknüllten T-Shirt – das darf Dir nicht passieren. Sei auf jeden Fall pünktlich, das ist fast schon die  „halbe  Miete“.  Überlege,  was  Du  anziehst:  Willst  Du  einen handwerklichen  Beruf  erlernen,  kommst  Du  sicherlich  in  einem etwas lässigeren Outfit, als wenn Du eine Ausbildung in der Ver- waltung oder bei einer Bank anstrebst.


Lampenfieber ist normal
Versuche  aber  trotzdem,  das  Lampenfieber  nicht  zu  sehr „raus- hängen“ zu lassen und Deine Unruhe in den Griff zu bekommen. Hilfreich ist es, vor dem Gespräch noch einen kleinen Gang an der frischen  Luft  zu  machen,  vielleicht  mit  einem  Freund  oder  einer Freundin,  manchmal  ist  auch  die  Anwesenheit  eines  Elternteils ganz hilfreich. Atme tief durch und prüfe in Gedanken noch ein- mal Dein Wissen und Deine vorbereiteten Antworten."    "Das Bewerbungsgespräch kommt in Gang
Lass  das  Handy  ausgeschaltet  und  spiel  auf  keinen  Fall  damit herum, denn Du musst Dich jetzt voll konzentrieren. Begrüße alle anwesenden  Gesprächspartner  –  gerne  mit  einem  ruhigen,  mit- telfesten  Handschlag  –  und  suche  den  Augenkontakt.  Ein  kleines Lächeln schadet auch nichts. Freilich darfst Du sagen, dass Du riesig aufgeregt bist, Du solltest aber nicht in den ersten Minuten nach Urlaub  fragen,  Du  solltest  Dir  diese  Frage  überhaupt  verkneifen, es sei denn, der Personalchef bringt das Thema aufs Tapet. Es kann sein, dass Dir etwas zu trinken angeboten wird. Greif zu! Gerade in Stresssituationen  kann  der  Hals  trocken  werden.  Nimm  aber  lie- ber Wasser  ohne  Kohlensäure  – „Bäuerchen  machen“  ist  während des  Gesprächs  unangenehm  und  kann  Dir  zusätzliche  Anspan- nung verursachen. Sitzt Du dem Personalchef gegenüber, stell das Glas nicht zwischen Euch, das wirkt wie eine Barriere. Platziere es seitlich  von  Dir,  so  dass  Du  bequem  hinlangen  kannst.  Übrigens: Wenn Du einen Moment Verschnaufpause brauchst oder an einer schwierigen Frage herumüberlegen musst, ist es taktisch klug, zwi- schendurch einen Schluck Wasser zu trinken. Sprich langsam und deutlich, dann verhaspelst Du Dich am wenigsten. Strukturiere das, was Du sagen möchtest, so gut wie möglich, sprich nicht in halben Sätzen und verschlucke keine Silben. Wenn Dir das Frontalgespräch ungewohnt ist, übe es zu Hause mit Deiner Familie. Notfalls kann auch der Familienhund als Gesprächspartner herhalten.
Die  Körpersprache  ist  jetzt  ganz  wichtig:  Gestik  und  Mimik,  auch Deine  Körperhaltung  fallen  beim  ersten  Gespräch  durchaus  ins Gewicht. Wer ewig zur Seite oder auf den Boden schaut beim Spre- chen oder wer mit vor der Brust verschränkten Armen dasitzt, wirkt nicht gerade wach, offen und interessiert. Hampele nicht auf dem Stuhl herum und versuche, nicht mit den Beinen zu wippen oder mit den Fingern auf die Tischplatte zu trommeln. Vermeide es, das Kaugummi von einer Backentasche in die andere zu wälzen. Unab- lässig mahlende Kiefer machen keinen guten Eindruck – kaue lie- ber mal gar nichts. Nimm einen Notizblock und einen Stift mit und mach  Dir  Notizen  –  und  sei  es,  um  daraus  für  weitere  Gespräche zu lernen und das Gesagte noch einmal Revue passieren zu lassen. Damit  verrätst  Du  auch  eine  planende,  zielstrebige  Arbeitsweise. Meistens wirst Du im Laufe des Gesprächs über Deine Freizeitakti- vitäten befragt. Gib so präzise wie möglich Auskunft und sag nicht einfach nur „ich mache Sport“. Vielleicht liebst Du Bauchtanz oder spielst Fußball – erzähle mehr darüber. So können sich ganz lockere
„Small Talks“ ergeben, die Dich immer entspannter werden lassen.
Wenn Du Dich so gut präpariert hast, hast Du jetzt alles getan, was möglich war. Eine gute Vorbereitung ist das Pfund, mit dem Du am besten wuchern kannst."
   

Text: Sonja Wenzel, Foto: AdobeStock.com