Sonntag, 17. Februar 2019    01:02


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Traditioneller und abwechslungsreicher Beruf:
Ofen- und Luftheizungsbauer/-in

Der Beruf Ofen- und Luftheizungsbauer/-in ist ein sehr vielseitiges Handwerk, das den Sprung in die Moderne geschafft hat. Steigende Energiepreise lassen die Menschen zunehmend nach neuen oder zusätzlichen Wärmequellen Ausschau halten. Grundöfen und Kachelöfen sind dabei sehr gefragt. Beim Bau von Kachelöfen und offenen Kaminen kommt es maßgeblich darauf an, den Geschmack des Kunden zu treffen. Feuerstätten sind daher häufig individuelle Anfertigungen. Planung und Bau solcher Anlagen erfordern besondere Kompetenz. 

Bei Luftheizungsanlagen werden mehrere Räume von einem zentral gelegenen Kachelofen über Luftkanäle beheizt. Häufig werden die Anlagen mit Speicherheizungen oder Heizölversorgungsanlagen kombiniert. Dafür muss zum Beispiel zuvor der Wärmebedarf errechnet werden. Sicherheit und Umweltschutz spielen eine große Rolle, denn schließlich dürfen die Grenzwerte für Abgase nicht überschritten und die Abgaseinrichtungen nicht falsch dimensioniert werden. „Ofen- und Luftheizungsbauer/-innen haben einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag und sind immer wieder an anderen Orten tätig: im Neubau, Umbau oder im Haus der Kunden. Sie beraten Kunden zu Hause, fertigen Skizzen im Büro an, erstellen Modelle in der Werkstatt und landen zum Einbau der Öfen oder Kamine wieder beim Kunden“, sagt der selbstständige Kachelofen- und Luftheizungsbauer und Fliesenleger Lars Petersen aus Süderbrarup. Er führt den 150 Jahre alten Familien-Betrieb bereits in der fünften Generation. 

Ofen- und Luftheizungsbauer arbeiten unter anderem für Betriebe für Grundofen-, Kachelofen- und Kaminbau, Backofenbauer und Installations- und Heizungsbaubetriebe. Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet. Die Ausbildungszeit beträgt drei Jahre. Für Auszubildende in Schleswig-Holstein findet der Berufsfachschulunterricht in Form von Wochenkursen an der Berufsschule in Hannover statt. Überbetriebliche Kurse runden die theoretische und praktische Ausbildung ab. Während der ersten beiden Ausbildungsjahre werden zunächst einmal alle Grundkenntnisse vermittelt, die man für die Arbeit im Betrieb benötigt. Dazu gehören die Planung und Vorbereitung von Arbeitsabläufen, das manuelle und maschinelle Bearbeiten von Metallen und Kunststoffen sowie von keramischen Bauteilen. Auch das Errichten von Ofenverkleidungen, das Ausbauen von Heizkammern und das Herstellen von Luftleitungssystemen übernimmt der Auszubildende bereits.  

Im zweiten Jahr der Ausbildung stellt er Feuerstätten auf, baut Speicheröfen und installiert Heizeinsätze. Auch die Instandhaltung und das Aufbauen von industriell gefertigten Öfen und Herden werden von ihm übernommen. Im dritten und letzten Lehrjahr montiert der Auszubildende  Mess-, Steuerungs- und Sicherheitseinrichtungen von Ofen- und Luftheizungsbausystemen. Er baut Backöfen, Kachelöfen und erstellt die Brennstoffversorgung für Feuerungsanlagen. Auch in der Kundenberatung wird er nun geschult, schließlich ist der Umgang mit Kunden einer der wichtigsten Bereiche in seinem Beruf.  

Text und Foto: Jörg Kasischke