Freitag, 18. August 2017    04:55


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Angelns betörender Duft

Wenn der Besucher den wunderschönen Bauerngarten von Gretchen und Hans-Jürgen Bartel betritt, ist es der Eintritt in eine eigene kleine Welt. Der Duft tausender von Rosen, Stauden und anderer Blumen zieht sofort in die Nase. „Riechen sie mal ganz nahe an der Rose, das ist doch einfach nur betörend schön“, muntert die Hausherrin beim Gang durch den Bauerngarten. Mitten in Angeln steht im beschaulichen Wagersrott der alte Holländerhof aus dem Jahr 1635. Bekannt ist das Haus durch die Fernseh-Serie „Der Landarzt“. Der Kräuterdoktor Hinnerksen lebte dort mit seiner Frau.

Im echten Leben ist es die Heimat der Bartels. „Es ist mein Elternhaus und für viele heute ein Museum“, erzählt Gretchen Bartel mit einem Lächeln. Immer montags dürfen Besucher von 14.00 bis 18.00 Uhr die volkskundliche Sammlung im Holländerhof sowie die Räume des schönen alten Reetdachhauses ansehen. „Auch dort, wo die TV-Serie gedreht wurde“, erzählt die 82-Jährige. Im Jahr 1959 hat sie zusammen mit ihrer Schwester und ihrer Mutter den Bauerngarten angelegt - zunächst als Stauden- und Gemüsegarten. Da in jedem Angelner Bauerngarten auch die Rosensorten Schneeweißchen (Rosa alba ‘Maxima’) und Rosenrot (Rosa centifolia ‘Major’) wuchsen, entsprang bei Gretchen Bartel die Rosenleidenschaft. Mittlerweile wachsen rund 100 historische Rosensorten in ihrem Garten.

Alle Rosen aber auch Stauden sind mit kleinen, schönen Keramiktafeln beschrieben. Der Besucher spürt die Liebe zum Detail und zu den Pflanzen im Garten. „Viele kommen zu uns natürlich wegen der Rosen. Aber die meisten sind Fans vom Landarzt und wollen natürlich einen Blick in Hinnerksens Kräutergarten werfen“, so Gretchen Bartel. Fast 26 Jahre war der Holländerhof Drehort für die ZDF-Serie. „Das hat immer Spaß gemacht“, erzählt Gretchen Bartel. „Mein Lieblingsarzt war Christian Quadflieg.“ Zahlreiche Bilder im Haus erinnern an die Zeit. Natürlich haben die Dreharbeiten auch Spuren im Garten der Bartels hinterlassen. „Extra für die Dreharbeiten kam ein Gärtner zu uns und hat den Kräutergarten angelegt. Nach dem Dreh wurde dieser wieder abgetragen“, erzählt die Angeliterin. Da sie den Kräutergarten so schön fand, hat sie ihn dann einfach selbst angelegt. Darum wachsen auch heute noch Baldrian, Mutterkraut, Frauenmantel oder Johanniskraut in dem schönen Garten. 

Wer den Garten besuchen will, ist tagsüber von 10 bis 18 Uhr willkommen. „Man kann bei uns einfach vorbeikommen. Größere Gruppen sollten sich aber anmelden“, bittet Gretchen Bartel. 

Text und Fotos: Thomas Meiler