Samstag, 21. Oktober 2017    23:19


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Die dunkle Jahreszeit naht:
Die Wohnung gegen Einbruch sichern

Es ist der Albtraum jedes Wohnungsinhabers: Ahnungslos die Wohnungstür öffnen -  und sich einer Katastrophe gegenüber sehen: Einbrecher waren am Werk, haben alles auf den Kopf gestellt und durchwühlt und dabei Geld, Schmuck und wertvolle Geräte mitgehen lassen. Oftmals sind auch geliebte Erinnerungsstücke von ideellem Wert unwiederbringlich verloren. Statistisch gesehen wird alle vier Minuten ein Einbruch begangen, auch am hellichten Tag, wenn die Wohnungsinhaber zur Arbeit, zum Einkaufen oder einfach nur zum Fitnessstudio gefahren sind. Mit nicht viel mehr als einem Schraubendreher bewaffnet ist ein halbwegs gewiefter Gelegenheits-Einbrecher im Nu in der Wohnung. Wer meistens im Dunkeln tappt, ist leider nicht dieser, sondern - trotz aller Bemühungen - die Polizei: Längst nicht alle gemeldeten Fälle können aufgeklärt werden. Die Verluste der Versicherungsgesellschaften sind enorm, die psychischen Schäden der Betroffenen oft irreparabel: Sie leiden anschließend häufig unter Schlafstörungen und Angstzuständen. Auch kann das Geborgenheitsgefühl in den eigenen vier Wänden oft nicht vollständig zurückgewonnen werden.
Fachbetriebe wie Tischlereien, Schlossereien oder Unternehmen für Gebäudetechnik helfen dabei, die Behausung sicherer zu machen. Überdies möchte die Landespolizei Schleswig-Holstein durch die Einbindung von qualifizierten Fachbetrieben, so genannten „Facherrichtern“, eine möglichst flächendeckende und qualitativ hochwertige Beratung der Verbraucher beim Einbruchschutz gewährleisten. Ihre Aufnahme in den polizeilichen „Adressennachweis für Errichter von mechanischen Sicherungseinrichtungen sowie von Überfall- und Einbruchmeldeanlagen“ richtet sich nach bundeseinheitlichen Kriterien. Sie müssen unter anderem ein breites Spektrum verschiedener Nachrüst-Elemente im Bereich von „Schloss und Beschlag“ anbieten.

Schon relativ einfache Maßnahmen können Einbrechern den Job vielleicht nicht gänzlich unmöglich machen, aber extrem erschweren. Langfinger wollen unerkannt bleiben, deshalb zählt für sie jede Sekunde: „Leise, leise“ ist ihr Motto. Längeres Rumoren oder Herumfummeln, das aufmerksame Nachbarn auf den Plan rufen könnte, erschwert ihre Aktivitäten. Als Faustregel gilt: Dauert ein „Bruch“ länger als drei bis fünf Minuten, wird der Versuch abgebrochen. Mit zahlreichen Varianten ist es möglich, beispielsweise Fenster nachträglich zu sichern. Der Fachhandel bietet viele Optionen, die von abschließbaren Sicherheitsbeschlägen bis hin zur nachträglichen Montage von Pilzkopfverriegelungen reichen. Auch sollten Wohnungseigentümer darauf achten, Fenster bei Abwesenheit nicht „auf kipp“ stehen zu lassen, denn ein gekipptes Fenster ist ein beliebtes „Sesam-öffne-dich“ für Einbrecher.  Sicherheitsverblendungen lassen zwar frische Luft durch gekippte Fenster strömen, geben aber Langfingern keine Chance. Alarmanlagen sind ein weiterer Schritt zu mehr Sicherheit, obwohl sie einen Einbruch nur melden, aber nicht verhindern. Das sorglose Motto „bei mir ist eh nichts zu holen und außerdem bin ich versichert“ ist kein gutes Ruhekissen: Ein Einbrecher, der seine Chance oft sorgsam ausbaldowert, hofft immer auf fette Beute; und manches Einbruchsopfer hat mit Entsetzen feststellen müssen, dass die Versicherung hinten und vorn nicht ausreicht. Weitere Informationen: www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/POLIZEI/Praevention/Einbruchschutz/einbruchschutz_artikel.html.

Text: Sonja Wenzel, Fotos: fotolia.com