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Dithmarscher Kohltage - Vom 18. bis 23. September

Geboten wird ein abwechslungsreiches Programm mit kulinarischen und kulturellen Highlights

In den Weiten der Marsch, in ursprünglicher Landschaft und auf fruchtbaren Böden ist der Kohl zu Hause. Von hier aus hat er vor rund 130 Jahren seinen Siegeszug auf den Tellern der Deutschen angetreten. Heute gedeihen in Europas größtem zusammenhängendem Anbaugebiet jährlich rund 80 Millionen Kohlköpfe, fast ein Drittel der in Deutschland produzierten Menge. Der gute Ruf und der gute Geschmack des Dithmarscher Kohls haben sich durchgesetzt, auch europaweit. Im Jahre 2014 wurde das vitamin- und mineralstoffreiche Gemüse ins europäische Qualitätsregister eingetragen und genießt seither EU-Herkunftsschutz. Bereits 1986 riefen Landwirtschaft, Gastronomie und Tourismus die Dithmarscher Kohltage ins Leben – ein Fest der Region rund um die so genannte Zitrone des Nordens und zugleich das größte Ereignis im Herbst an der schleswig-holsteinischen Westküste. Die alljährlichen Dithmarscher Kohltage feiern das Kult-Gemüse und setzten den Kohl festlich in Szene. Während der zahlreichen Markt- und Stadtfeste in ganz Dithmarschen erwartet die Gäste ein abwechslungsreiches Programm mit kulinarischen und kulturellen Highlights. Kohlanschnitt und damit offizieller Beginn der Kohltage ist am 18. September auf dem Hof von Familie Vollmert in Brunsbüttel. 

Weitere Informationen gibt es auf www.dithmarscher-kohltage.de.

Kohl als Marke

Dass Kohl zum Markenzeichen für die Region werden konnte, ist vor allem Eduard Lass und der Eisenbahn zu verdanken. Der Wesselburener Gärtner erforschte und revolutionierte Ende des 19. Jahrhunderts den Gemüsebau in Dithmarschen. Er zog die Setzlinge schon fast agrarindustriell in speziellen Beeten oder Holzkisten heran, um während der Entwicklung der jungen Pflanze eine genaue Qualitätskontrolle sicherstellen zu können. Danach wurden die Setzlinge an die Vertragsbauern in ganz Dithmarschen ausgeliefert. So wurden Kohlanbau und Kohlvermarktung bald zu einem der wichtigsten Zweige der Dithmarscher Landwirtschaft. Durch den Kohl erlebte Dithmarschen eine neue Blütezeit. In der alten Wesselburener Zuckerrübenfabrik entstand eine moderne Sauerkraut-Konserven-Fabrik. Von hier aus gelangte der Kohl nach ganz Europa. 

Edles Amt

Das Amt der Kohlregentinnen genießt hohes Ansehen unter den Dithmarscher Bürgern, schließlich weist es auf die bewegte Vergangenheit Dithmarschens als erste freie Bauernrepublik Europas zurück. Die Kohlregentinnen müssen sich gut in der regionalen Landwirtschaft und vor allem natürlich mit Kohl und seinen vielen unterschiedlichen Varianten auskennen. Ihre Aufgabe ist es, das Dithmarscher Anbaugebiet öffentlich zu vertreten. Dazu gehören auch das Wissen über Anbau und Verarbeitung, die Zubereitung von traditionellen Kohlgerichten und die Inhaltsstoffe von Kohl. Die diesjährigen Kohlregentinnen Angelina I. und Bente I. kennen sich bestens mit dem Feldgemüse aus: Angelina I. ist als Restaurantfachfrau Expertin rund um Kohlgerichte. Bente I. hat in diesem Jahr ihre Ausbildung zur agrarwirtschaftlich-technischen Assistentin bei Rijk-Zwaan in Marne abgeschlossen, was sie zu einem As rund um Kohlzucht und Landwirtschaft macht. 

Hofläden und Milchtankstellen

Typisch für Dithmarschen sind Hofläden mit knackfrischem Gemüse, das eben noch auf dem Feld gestanden hat. Viele Familienbetriebe bieten Fleisch und Wurst, Eier, Käsespezialitäten, Honig oder Konfitüren aus eigener Herstellung an. An fünf modernen Milchtankstellen in Dithmarschen können Kunden die gut gekühlte Rohmilch rund um die Uhr in mitgebrachte oder vor Ort gekaufte Behälter aus dem Automaten zapfen.

Text und Fotos: Dithmarschen Tourismus