Dienstag, 12. Dezember 2017    05:23

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Lebkuchenhäuschen erinnern an Hänsel und Gretel

ine schöne Beschäftigung in der Vorweihnachtszeit ist es, sich ein Leb- oder Pfefferkuchenhäuschen selbst zu bauen. Das macht Kindern und Erwachsenen gleichermaßen Spaß. Allerdings muss man darauf achten, dass der Teig fest genug ist, damit Dach und Wände des Häuschens nicht im Laufe der Vorweihnachtszeit zusammenkrachen. Die gebackenen Teigplatten müssen über Nacht auskühlen – dann haben sie mehr Standfestigkeit. Bunte Drops, Gummibärchen, Gelee- oder Schokoladenfrüchte, Plätzchen, Schokolinsen oder andere Süßigkeiten werden mit einer Masse aus Puderzucker und Eiweiß auf das Dach und die Wände geklebt. Veganer können stattdessen einfach Kuvertüre schmelzen: Dieser Mörtel hält genauso gut. Wer nicht so auf Lebku-chenteig steht, aber auf sein Knusperhäuschen nicht verzichten will, kann es im Nu aus ein paar Butterkeksen zusammensetzen. Ganz Einfallsreiche mauern es aus Würfelzuckerstückchen auf und verzieren es ebenfalls mit bunten Süßigkeiten. Wer krumme Wände beim Eigenbau befürchtet, besorgt sich einen Bausatz mit entsprechenden Pappschablonen: Dann kann im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr „schiefgehen“.  Übrigens: Ein Knusperhäuschen eignet sich hervorragend als Mitbringsel für eine Einladung in der Vorweihnachtszeit.

Die Urfassung des Märchens von Hänsel und Gretel, den beiden Kindern armer Holzfäller, die sich im Wald verirren, schrieb Wilhelm Grimm im Jahre 1810 – also zu Beginn der Biedermeierzeit. Er konnte nicht ahnen, dass das Märchen einmal weltbekannt werden sollte und auch nicht, dass der zweifelhafte Unterschlupf bei der bösen Hexe - nämlich das süße Lebkuchenhäuschen - die Vorlage dafür liefern würde, um Generationen von Familien in Deutschland die Vorweihnachtszeit zu bereichern. So wie damals, als sich die Geschwister - „knusper-knäuschen“ - an der ganz aus Kuchen, Brot und Zucker gebastelten Hexenbehausung zu schaffen machten, nascht Groß und Klein heute gern Lebkuchen als Gebäck aus dem weichen, aromatisch gewürzten Teig. Vorweihnachtliche Knusperhäuschen sind nicht nur in Deutschland, sondern auch in skandinavischen Ländern, in Osteuropa, dort besonders in Estland, und im englischsprachigen Raum als „Gingerbread House“ bekannt und verbreitet. In Deutschland haben sie verschiedene Namen: Pfefferkuchen-, Hexen- oder Knusperhäuschen. Dazu werden Teigplatten gebacken aus Honig oder Kuchensirup, Zucker, wenig Butter, Mehl, Hirschhornsalz und Pottasche oder ersatzweise Natron, Eiern und Lebkuchengewürz. Letzteres enthält Zimt und Ingwer, gemahlene Kardamomsaat, Anis und Koriander, Nelken, Muskat, Piment und eventuell Vanille. Die Rezeptvielfalt für Lebkuchen ist unendlich. In seiner heute  bekannten Form kam Lebkuchen aus Belgien nach Deutschland. Aachener Bäcker übernahmen das Backgeheimnis des Lebkuchens von den Belgiern und wandelten es ab. So entstanden die Aachener Printen. Im ausgehenden 13. Jahrhundert wurde „Pfefferkuchen“ erstmals in Ulm erwähnt. Ein Jahrhundert später buken ihn Mönche in der Nürnberger Gegend. Nonnen entwickelten eine etwas süßere Art des Lebkuchens nach römischer Rezeptur. In Nürnberg entwickelte sich im 17. Jahrhundert sogar ein eigenes Zunftwesen für Lebkuchenbäcker. Die Geschichte des Oblatenlebkuchen beginnt ebenfalls dort mit dem „Elisenlebkuchen“: Ein Fabrikant benannte diese Spezialität nach seiner Tochter Elisabeth. Pfeffer- oder Lebkuchen zeichnet sich durch seine lange Haltbarkeit aus. War in Winterszeiten Schmalhans Küchenmeister, so hatte man wenigstens dieses nahrhafte Gebäck als Speise.

Rezept von der Bäckerei Kühl:Vanilleplätzchen

Zutaten:

750 g Mehl
500 g Butter
500 g Zucker
2 Eier
10 g Hirschhornsalz

Das Mark einer Vanilleschote  Alle Zutaten werden zu einem glatten Teig verarbeitet. Dieser Teig wird zu einer fünf Millimeter dicken Platte ausgerollt. Mit einem Plätzchenausstecher werden die einzelnen Plätzchen geformt und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gegeben. Bei 180 Grad werden die Plätzchen etwa 15 bis 20 Minuten im Ofen gebacken.

Lebkuchen vom Blech:Honigfladenkuchen

Zutaten:

125 Gramm Margarine
2 Eier
250 Gramm dunkler Sirup
125 Gramm Zucker
1 P. Lebkuchengewürz, 2 Tl. Natron,
1 Schuss Selterswasser
¼ Liter Milch, Schale von 1 Zitrone
375 Gramm Mehl
½ P. Backpulver
125 Gramm gehackte Haselnüsse
1 P. Kuvertüre

Einen Rührteig herstellen und auf ein gefettetes Blech streichen. Bei 175 Grad etwa 30 Minuten Backen. Der Teig geht nicht sehr stark auf. Die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen und auf den fertigen, noch heißen Kuchen streichen. Noch etwas warm schmeckt der Honigfladenkuchen am besten und stimmt auf die Weihnachtszeit ein.

Text: Sonja Wenzel, Foto: fotolia_jfunk