Samstag, 18. November 2017    20:22


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Wer im Alter Sport treibt, bleibt länger fit

n der Garderobe des Husumers Helmut Meyer (83) hängt ein knallgelber Zettel. Darauf hat er drei Worte notiert: „Kraft“, „Ausdauer“ und „Kondition“. Bei jedem Gang über den Flur geht er an dem Zettel vorbei und wirft einen Blick auf die drei Worte: Sie haben sich ihm tief ins Gedächtnis eingeprägt. „Es ist nicht nur Glückssache, im Alter gesund und fit zu bleiben. Ich kann selbst viel dazu beitragen und diese drei Dinge permanent trainieren“, sagt er, bevor er sein Fahrrad aus dem Schuppen holt und sich geschmeidig in den Sattel schwingt: Auf zur kleinen Spritztour durch die schöne, stimmungsvolle nordfriesische Herbstlandschaft. So bummelig 20 bis 30 Kilometer dürften es heute werden, eine überschaubare Strecke, die Spaß macht; bei Wind und Wetter und so gut wie jeden Tag.

Bewegung schwächt nicht, sondern hält elastisch

Sich ausreichend Sport und Bewegung zu verschaffen ist wichtig, um gesund zu bleiben. Gerade für ältere Menschen kann Sport zu körperlicher Gesundheit und Wohlbefinden verhelfen. Außer Fahrrad zu fahren, wie es Helmut Meyer betreibt, gibt es weitere zahlreiche Möglichkeiten der körperlichen Betätigung, entweder allein, zu zweit oder in einer Gruppe Gleichgesinnter. Je weniger man sich bewegt, desto schwieriger werden alltägliche Bewegungsabläufe: Der Bewegungsapparat „rostet“ regelrecht ein. Zudem erhöht sich das Risiko, sich Krankheiten wie Osteoporose, Diabetes oder Arthrose zuzuziehen. 

Stärkung der Muskulatur

Fitnessstudios bieten die ideale Möglichkeit, um an speziell dafür ausgelegten Geräten Rückenbeschwerden oder gar Bandscheibenvorfällen entgegenzuwirken. Ausgebildetes Personal begleitet  beim Training, erklärt die Bewegungsabläufe und nimmt die Angst vor Verletzungen. Sanfte Trainings wie Rückengymnastik oder Pilates fördern Gelenkigkeit und Elastizität und trainieren obendrein den Atmungsapparat. Vorsicht ist geboten bei Vorerkrankungen wie etwa Herzrhythmusstörungen: Dann sollten die geplanten Aktivitäten unbedingt mit dem Arzt besprochen werden.  Dieser kann beurteilen, welche Sportarten am besten geeignet sind. Wer unter Diabetes Typ 2 – also „Alterszucker“ – leidet, braucht nicht unbedingt auf sanftes Gewichtstraining verzichten. Das regt den Stoffwechsel an, was dazu beitragen kann den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Die Handhabung der richtigen Geräte für den Muskelaufbau bespricht man am besten mit dem Personal des jeweiligen Fitnessstudios. Bei Arthrose ist Muskeltraining sinnvoll, denn es kräftigt die Muskeln, die wiederum die Gelenke besser halten und diese in ihrer geschmeidigen Bewegung unterstützen können. Je besser die Muskeln trainiert werden, desto stabiler sind die Gelenke.

Schwimmen hält fit

Es eignet sich dazu, um die allgemeine Widerstandskraft des Körpers zu verbessern. Die Durchblutung und die Atmung werden gestärkt. Beim Schwimmen ist der gesamte Körper gefordert: Das Herz-Kreislaufsystem wird gestärkt, die Ausdauer gesteigert. Ein bis zwei Mal wöchentlich Schwimmen gehen bringt schon eine ganze Menge, allerdings nur, wenn man nicht schon nach 50 Metern ein Päuschen von zehn Minuten einlegt. Wer sich mit sich selbst auf eine halbe Stunde konzentriertes Schwimmen „am Stück“ einigen kann, hat für Körperkraft und Ausdauer bereits eine ganze Menge getan.

Wandern in schöner Natur – allein oder in der Gruppe

Wandern ist für Senioren besonders geeignet. Einen „Kaltstart“ sollte man nicht hinlegen – günstiger ist es, sich mit ein paar Dehnübungen „in Wallung“ zu bringen. Wanderer stärken ihr Immunsystem und beugen Stoffwechselkrankheiten vor. Auch chronische Gelenkbeschwerden können positiv beeinflusst werden. „Wandern“ heißt aber nicht „Wandeln“, vielleicht sogar im gemessenen „Kurschritt“. Etwas zügiger darf es gern zugehen. Denn dann wird auch der Stoffwechsel gehörig angeregt, Muskeln und Gelenke gestärkt und gut durchblutet. Wer seine Gelenke ein bisschen schonen möchte, kann Wanderstöcke verwenden: Wenn es mal über „Stock und Stein“ geht, verleihen Wanderstöcke zusätzlichen Halt und entlasten die Gelenke.

Text: Sonja Wenzel, Fotos: fotolia / Kzenon; fotolia / Photographee.eu