Donnerstag, 17. Januar 2019    05:35

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Hamamelis 

Winterblüher macht die kalte Jahreszeit bunt

Wenn der Winter auf seinem Höhepunkt ist, schiebt die Hamamelis ihre auffallend gelben bis roten, wie kleine Fadenknäule wirkenden Blüten ans Tageslicht. Diese sind garantiert keine „Frostköddel“, denn sie überstehen Temperaturen bis etwa minus zehn Grad Celsius unbeschadet. Wird es noch kälter, rollt die Pflanze ihre Blüten zusammen. Bei milderer Witterung verströmen manche Hamamelis-Sorten einen zarten, pudrigen Duft. Für versehentlich erwachte Insekten kann die Hamamelis überlebenswichtig sein: Die am besten als Solitärpflanze verwendete Hamamelis dient oft als so genannte „Bienenweide“. 

Hamamelis heißt auch „Zaubernuss“
Sie ist ein bis zum Frühlingsanfang blühender Busch mit lockerer, schöner Krone, der so gut wie überhaupt nicht beschnitten werden muss. Die Hamamelis erinnert ein wenig an die heimische Haselnuss – im Wuchs und auch im Laub, das sie abwirft, nachdem es sich im Herbst intensiv gelb oder tieforange verfärbt hat. Sie kann bis zu vier Meter hoch werden. Zu der Gattung der „Zaubernussgewächse“ gehören sechs verschiedene Arten, die in Nordamerika und in Ostasien beheimatet sind. Meistens sind es die Chinesische oder die Japanische Zaubernuss, die die Gärten im Winter verschönern - und „verzaubern“. 

Hamamelis ist die „Diva im Garten“
Der kostspielige Gartenbewohner mit eleganten Blüten, hübschem Laub und „guter Figur“ wirkt sehr edel, ist dafür aber sehr langsamwüchsig. Bis die Pflanze ausgewachsen ist, vergehen viele Jahre. Auch ihre Vermehrung ist ein umständliches Unterfangen: Auf vier Jahre alte, aus Samen gezogenen Jungpflanzen werden Reiser aufgepfropft. Sie verträgt einen sonnigen bis halbschattigen Platz im Garten, gern an einer Hauswand oder hinter einer Hecke, die sie vor bissigem Ostwind schützt. In Bezug auf die Bodenqualität ist sie eine „Diva“: Schwere, dichte, lehmige oder tonige Böden verträgt sie nicht, liebt dagegen durchlässige, leichte, humusreiche und ruhig etwas feuchte Plätzchen. Sie mag weder Trockenheit noch Staunässe, und wenn der Boden verdichtet ist, kümmert sie ebenfalls vor sich hin. Empfehlenswert ist, eine Schicht aus Rindenmulche an ihren Fuß zu geben, um Austrocknung zu verhindern. Gepflanzt wird sie am besten im Herbst, dann kann sie gut einwurzeln. Aber auch im Frühjahr wächst sie problemlos an. Beim Pflanzen gibt es Fußangeln: Beim Einsetzen muss die Oberfläche des Topfballens noch zu sehen sein; stopft man sie zu tief in die Erde, mag sie sich nicht recht entfalten. Sie braucht bis zu drei Jahre, um sich an ihren neuen Standort zu gewöhnen, und so ist nennenswertes Größenwachstum frühestens nach dieser Frist zu beobachten. 

Heilende Inhaltsstoffe
Hamamelis-Extrakte haben einige Bedeutung in der Arzneikunde. Verwendet werden die Auszüge aus den Blättern und der Rinde, die viele wichtige Gerbstoffe enthalten. Diese Substanzen wirken entzündungshemmend und „zusammenziehend“, lindern Juckreiz und stillen Blutungen. Sie werden zur Herstellung verschiedener medizinischer Salben und Cremes verwendet, besonders zur Bekämpfung von Hämorrhoiden, Hautreizungen und Sonnenbrand. Auch bei schweren, müden Beinen und Krampfader-Beschwerden und kleinen, etwas blutenden Schleimhautentzündungen wirken sie beruhigend und heilend. 

Text: Sonja Wenzel, Fotos: BGL