Samstag, 21. Oktober 2017    23:21


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Interview mit Thomas Mogensen

Bereits vor der aktuellen Saison hatte Thomas Mogensen seinen Abschied von der SG Flensburg-Handewitt zum Ende der Spielzeit 2017/2018 verkündet. Nach elf Jahren im Trikot der Norddeutschen wird der Däne zumindest auf dem Handballparkett in seine Heimat zurückkehren und für Skjern Håndbold spielen. Bevor es soweit ist, will der sympathische 34-Jährige jedoch mit dem amtierenden Deutschen Vizemeister noch einiges erreichen. Astrid Jöhnck sprach mit dem 106-fachen dänische Nationalspieler.

Aus dem Co-Trainer Maik Machulla wurde der Cheftrainer Maik Machulla. Wie sehr hat sich hierdurch die tägliche Arbeit verändert?

Thomas Mogensen:

Der größte Unterschied ist sicherlich, dass man jetzt zum Training kommt, ohne zu wissen, was passiert. Hierdurch sind neue Impulse gesetzt worden, zudem haben wir nun einen Athletiktrainer, der neue Ideen hat. Insofern waren die letzten Wochen schon deutlich anders als unter Ljubomir Vranjes. Ob es besser oder schlechter ist, möchte ich gar nicht bewerten, aber wenn du sehr lange in einem Verein bist, ist es schön, wenn mal etwas Neues kommt, so dass du aufs Neue motiviert wirst. Ich denke, dass es durch die veränderten Trainingsinhalte eine neue Motivation und auch neue positive Energie gegeben hat. Man ist ganz von neuem gestartet und war neugierig auf das, was passiert. Eins ist ja klar: Eine Vorbereitung beispielsweise ist immer hart und man hofft, dass sie schnell vorbeigeht, aber wenn du morgens beim Aufstehen noch nicht weißt, was dich im Laufe des Tages erwartet, ist das schon schön. Neue Ideen und neue Übungen auszuprobieren, empfinde ich als positiv, auch wenn es natürlich gewisse Grundübungen gibt, die immer dazugehören. Also: Für mich ist die Zusammenarbeit mit Maik ein positives Erlebnis.

Die veränderte Rolle von Maik, ist im Übrigen für mich nichts Ungewohntes. Das war schon bei meinem dänischen Verein GOG damals ähnlich, als aus meinem Mitspieler Klavs Bruun Jørgensen der neue Co-Trainer wurde und mit Ljubo habe ich ja auch noch zusammengespielt, bevor er mein Trainer wurde. Insofern ist es für mich nichts Neues, wenn aus einem guten Mannschaftskollegen plötzlich der wird, der bestimmt. Ich habe da auch überhaupt kein Problem mit. Maik hat zudem eine gute Art, um die Leute mitzunehmen und für seine Pläne zu begeistern, also zu verdeutlichen, was ihm wichtig ist, was er möchte und nach welchen Richtlinien er vorgeht. Wir sind uns alle einige darüber, dass wir das Bestmögliche erreichen wollen und wir wissen, dass wir das nur als Gemeinschaft schaffen können. In einer Mannschaftssportart kann keiner etwas für sich allein gewinnen und somit sind wir alle darauf eingestellt, dass wir gemeinsam versuchen werden, Maiks Ideen bestmöglich umzusetzen.

Das Thema ist in diesen Tagen unvermeidlich: Mit welchen Gefühlen gehst du in deine letzte Saison bei der SG Flensburg-Handewitt?

Thomas Mogensen:

Es wird auf jeden Fall speziell. Als ich bei der Pressekonferenz über das Thema reden sollte, war ich spontan sehr gerührt. Mit so vielen Emotionen hatte ich bei diesem Anlass gar nicht gerechnet, denn mein Abschied ist ja noch relativ weit weg. Aber Fakt ist natürlich auch, dass dies meine elfte Saison im SG Trikot wird und da ist man eben auch emotional stark mit dem Verein und dem Umfeld verwachsen. Es war immer mein Traum, bei der SG Flensburg-Handewitt zu spielen und jetzt den Schlusspunkt bekannt gegeben zu haben, ist schon ein markantes Ereignis. Ich habe mir selbst geschworen, dass ich versuchen werde in dieser letzten Saison alles zu genießen, sowohl die guten wie auch die schwierigen Phasen und dieses Märchen mit Stil zu beenden. Insofern habe ich schon den Fokus darauf, dass es meine letzte Saison bei der SG ist. Die Entscheidung gibt mir aber auch eine gewisse Ruhe, denn es gibt nun ein Enddatum für meine Karriere in diesem Verein und ich weiß, wann es vorbei ist und was die Zukunft bringt. Eins ist auf jeden Fall sicher: Ich werde auch in diesem letzten Jahr stets 110 Prozent für meinen Verein geben.

Beim Auswärtsspiel in Leipzig Mitte September knackte der sympathische Däne erst kürzlich den vereinseigenen Rekord und bestritt sein 500. Spiel im SG Trikot. Vor ihm war das nur den SG Legenden Jan Holpert und Lars Christiansen gelungen.

Weitere Infos unter www.sg-flensburg-handewitt.de

Text und Fotos: SG Flensburg-Handewitt