Freitag, 18. August 2017    04:53

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Gemälde an der Gracht und Gays in Space

Friedrichstadt feiert mit seiner Kulturnacht die Vielfalt

Was sich unter Friedrichstädter Treppengiebeln verbirgt, wird zur Kulturnacht herausgeputzt und präsentiert: am Sonnabend (26. August) von 18:00 Uhr bis 24:00 Uhr kann man Bilder, Skulpturen und Kunsthandwerk, dazu Lesungen und Musik in Galerien, Museen, Ladengeschäften und Privathäusern erleben. Alle 22 Stationen der Kulturnacht liegen in der historischen Altstadt. 

Der kulturelle Spaziergang beginnt in der ehemaligen Synagoge am Binnenhafen 17. Hier eröffnet der mit dem Hans-Momsen-Preis ausgezeichnete Künstler Dieter Staacken die Kulturnacht mit einer Rede. Anschließend stellt der schwule Männerchor „Schola Cantorosa“ sein neues Programm „Gays in Space“ vor. 

Am Westersielzug und dem Mittelburgwall gelangt man zum Stadtmuseum „Alte Münze“. Dort gibt es Poetry Slam op Platt mit der Autorin Bärbel Wolfmeier und Taschenkunst. Der Turm der St. Christophorus-Kirche ist bis zum Uhrwerk der Turmuhr zu erklimmen. Im Gemeindehaus neben der Kirche gibt es Klangexperimente der Schülerband „quick time players“ mit teilweise selbst gebauten Instrumenten.

In der Kaneelstraße Nr. 2 zeigt Dagmar Kiesewetter Glaskunst. In der Osterlilienstraße lädt die Malerin und Fotografin Regina Kluth in ihr Atelier und zeigt neben eigenen Arbeiten Werke von Jan Krützfeld, Solvej Krüger und der Schmuckdesignerin Andrea Eggers. Außerdem liest die Autorin Heidi Bols-Blum aus ihren Kurzgeschichten vor.

Der Maler Thomas Freund hat seine Galerie zur Kulturnacht bis Mitternacht geöffnet. Skulpturen aus Treibholz von Fabian Wippert ergänzen die Ausstellung. Die Bronzeskulpturen der Eiderstedter Künstler Linda Hamkens und Manuel Knortz reisen in die Büroräume eines Grafikers am Stadtfeld beziehungsweise in das Rathaus des Ortes am Marktplatz. Das Duo „Sünnschien“ singt im Laufe des Abends in mehreren Häusern plattdeutsche Lieder.

Am Marktplatz bietet das Fischlokal einen „Kultur-Burger“ an. Das Tischlereimuseum in der Ostermarktstraße hat ebenfalls geöffnet. Die gebürtige Grazerin Hanna von Kunhardt hat Künstler aus ihrer Heimat in die Westermarktstraße eingeladen. Gegenüber wird ein ehemaliges Ladengeschäft für eine Ausstellung farbiger Holzschnitte des österreichischen Kunstprofessors Felix Dieckmann hergerichtet.

Im Atelier von Octavia Zille sind Zeichnungen und Bilder ihres Zyklus „beziehungsweise“ zu sehen. Das „New Custom House“ stellt Pastell- und Acrylbilder von Irmtraut Behrens aus. Im Paludanushaus laden Geflüchtete aus dem Nordirak zu einem Fest der Vielfalt mit Musik, Trachten und Speisen aus ihrer Heimat ein. In der Goldschmiede von Martina Wickord dreht sich alles um Perlen, und im Laden sowie im Garten von „Silkes Schuhparadies“ zeigt die Bildhauerin Gudrun Wolf-Scheel ihre Kunst. Die Künstlerin Jocelyne Nadolny-Papillon zeigt in ihrer Galerie neben ihren eigenen Bildern auch Werke von Johan Strandt.

In der Westerhafenstraße im Gästehaus „Delfter Träume“ laden Portraitplastiken von Linde Reinecke zum Schauen ein, in der Kirchenstraße Inge von Krottnaurer im „STUDIO+galerie“ zu „Kunst mit Tüten“. In derselben Straße öffnet das Paar Wagner-Eggers zeigt Design, Kunst und Fotos für Motorroller-Fans. Gleich um die Ecke verwandelt der Fotokünstler Niklas Möller sein Privathaus in eine Ausstellung. In der Prinzeßstraße endet der kulturelle Abendspaziergang vor der Remonstrantenkirche. 

Veranstalter der Kulturnacht Friedrichstadt ist die Stadt Friedrichstadt mit Unterstützung der Kulturstiftung der Nord-Ostsee-Sparkasse. Für den Eintritt von 8 Euro (im Vorverkauf 6 Euro) erwirbt man an der ersten besuchten Station ein Armband. Der Vorverkauf findet ab sofort bis 25.8. in der Tourist-Information (Am Markt 9) und in der Buchhandlung Stümpel (Am Fürstenburgwall 11) statt. Weitere Informationen: www.kulturnacht.sh

Text: Tourist-Information Friedrichstadt/wzl, Fotos: Tourist-Information Friedrichstadt/privat