Mittwoch, 25. April 2018    04:40


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Topinambur - eine vitaminreiche Knolle mit Geschmack

Egal, wie man es ausspricht und auf welche Silbe man es betont - mit dem Wort Topinambur kann der ein oder andere einfach nichts anfangen. Dabei ist die Gemüseart mit dem eigenartigen Namen äußerst schmackhaft und eine süßliche Alternative zu unserer legendären Kartoffel. Die nussig schmeckende Knolle ist geradezu ein Tausendsassa in der Küche und vielfältig einsetzbar. Neben dem Pürieren kann man Topinambur braten, kochen, frittieren, knusprige Chips backen und sie sogar roh in einem Salat genießen. Bei uns ist dieser Exot unter dem Wintergemüse auch bekannt als Erdartischocke, Erdbirne oder Rosskartoffel. Seinen Ursprung hat das Gemüse in Amerika, wird heute vor allem in Südfrankreich angebaut, aber auch in kleinen Mengen in Deutschland. Dies wird auch der Grund dafür sein, dass es Topinambur in erster Linie in Bio-Märkten oder an Bio-Ständen auf dem Wochenmarkt gibt. Abgesehen von dem kulinarischen Werten ist das schrumpelige Gemüse ein wahres Wunder der Natur. In der Pflanzenheilkunde ist es für seine Wirkstoffe die zur Linderung von körperlichen Beschwerden und Krankheiten führen können bekannt. Neben dem Hauptwirkstoff Inulin sind in der Knolle viele Vitamine, Spurenelemente und Mineralien enthalten. Besonders bei Diabetes, Stoffwechselleiden, Verdauungsstörungen und Diäten unterstützt Topinambur par excellence. Die Knollen haben jedoch nur eine dünne Schale und lassen sich lediglich wenige Tage im Kühlschrank lagern. Aufgrund der geringen Haltbarkeit ist Topinambur im Handel auch in Form von Topinamburmehl oder Topinambursaft und Topinambursirup erhältlich.

Hobby-Gärtner - aufgepasst: Wer einen eigenen Garten hat, kann problemlos das Gemüse von Oktober bis März mit eigener Hand ernten. Topinambur ist ein leicht zu kultivierendes Gemüse und verträgt im Winter Temperaturen bis weit unter den Gefrierpunkt. Der Standort sollte sonnig sein, der Boden wenig kalkhaltig, humos und leicht sandig sein. Da die Pflanze stark wuchert, ist es ratsam sie abseits von anderem Gemüse oder mit einer Wurzelsperre zu pflanzen.

Bei der Zubereitung gibt es nicht allzu viel zu beachten. Große Exemplare können teilweise holzig sein und eignen sich daher am besten zum Kochen für Suppen oder cremige Pürees. Kleine Knollen besitzen mehr Feuchtigkeit und sind ideal für den rohen Verzehr, beispielsweise um den Salat zu pimpen. Da Topinambur einen sehr milden Geschmack haben, ist es wichtig nicht zu überwürzen. Eine kleine Prise Salz reicht oftmals schon für den "guten Geschmack" aus, und Gewürze wie Muskat, Knoblauch, Curry oder Zimt ergänzen das feine Aroma der Knolle ideal - nur Vorsicht bei der Dosierung. Ob eine Verarbeitung mit oder ohne Schale angesagt ist, kann man selbst entscheiden, denn die dünne "Haut" ist essbar und die Knolle an sich schwer zu schälen. Also einfach unter fließend kaltem Wasser mit einer Gemüsebürste von grobem Schmutz befreien und schon heißt es "guten Appetit" mit dem gesunden Wintergemüse, das es in sich hat und beinahe in Vergessenheit geraten wäre.

 

Leckere Topinambur Suppe für Veganer

Zutaten für drei Portionen

500 g Topinambur
1 kleine Zwiebel
1 Karotte
2 Staudensellerie Stangen
1/2 Porree
etwas Margarine
1 L Gemüseboullion
Muskat
Petersilie
Salz

Topinambur mit dem Gemüse grob gehackt sowie mit etwas Margarine für zirca drei Minuten in einem Suppentopf angebraten. Anschließend werden die Zutaten mit der Gemüsebrühe abgelöscht und weitere 15 Minuten bei mittlerer Hitze gegart. Zum Schluss den Sud mit Salz, Muskat verfeinern und mit einem Pürierstab oder Mixer pürieren. Im tiefen Teller mit frischer Petersilie servieren.

Text: Andrea Weide, Foto: Fotolia/kostrez