Montag, 16. Juli 2018    02:32


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Beeren - wohlschmeckendes und gesundes Geschenk der Natur 

Jetzt deckt die Natur den Tisch verschwenderisch mit heranreifenden Beeren. Viele von ihnen sind außerordentlich vollmundig, finden mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen Verwendung in der Heilkunde und können in der Küche daheim zu herrlichen Leckereien verarbeitet werden. Mit Beeren kann man „Gesundheit essen“, denn die intensiven Farben und Aromen deuten auf einen hohen Gehalt an Stoffen wie Phytochemikalien und Antioxydantien hin. Diese Stoffe schützen vor tückischen Krankheiten. Es heißt, dass Beeren gegen verschiedene Stadien der Tumorentwicklung wirken und sogar – einer Studie der Harvard University zufolge – das Risiko für Morbus Parkinson senken können. Am besten schmecken sie „roh“ und unverarbeitet. Doch wer aus Beeren etwas herstellen möchte, kauft sie auf dem Markt oder im Einzelhandel frisch oder als Tiefkühlware – sofern kein eigener Garten vorhanden ist. Frische Beeren der Saison, naturbelassen und unverfälscht, sind auch bei „Söth’s Biokiste“ zu haben.

Erdbeeren

Seit Jahrtausenden mögen die Menschen - leider auch Schnecken, Käfer und Mäuse - Erdbeeren: Zunächst die Walderdbeeren, die, gern auf kalkigen Böden und an sonnigen Waldrändern oder Gebüschen wachsend, noch heute mit ihrem unvergleichlichen Aroma betören. Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts gelang es, aus Kreuzungen die großfruchtigen Gartenerdbeeren zu züchten. Rund 1.000 Erdbeersorten gibt es heute. Pro "Mann und Nase" verdrücken die Deutschen durchschnittlich dreieinhalb Kilo Erdbeeren im Jahr. Sie sind reich an Vitamin C, Folsäure sowie Ellagsäure, die in menschlichen Zellkulturen nachgewiesenermaßen der Entstehung neuer Krebszellen vorbeugen hilft. Im Jahr 2016 wurden in Deutschland auf 13.337 Hektar immerhin rund 129.500 Tonnen Erdbeeren geerntet. 

Stachelbeeren

Wenn jemandem nachgesagt wird, er habe „Stachelbeerbeine“, dann ist das nicht besonders schmeichelhaft. Genauso führen Stachelbeeren im Garten oft ein Schattendasein. Die Beeren gelten als zu hart, zu grün, zu sauer – und die Härchen und der Blütenansatz stören auch noch. Doch damit tut man der Stachelbeere Unrecht: Vollreife Beeren sind betörend süß und weich. Stachelbeeren lassen sich in Kuchen oder Konfitüre gut mit anderen Früchten mischen. Mit Bananen, Erdbeeren oder Kiwis kommen sie fein heraus. Stachelbeeren enthalten viel Vitamin C, Vitamin B1, Kalium, Eisen, Kalzium und das pflanzliche Geliermittel Pektin. Die Büsche sind relativ anspruchslos. Überalterte und zu dicht stehende Zweige sollten regelmäßig entfernt werden. 

Blaubeeren

In freier Natur wachsen Blaubeeren an krautigen, niedrigen Büschen. Ihre dunkelblauen, mit einem zarten „mehligen“ Schleier überzogenen Früchte sind unscheinbar, aber köstlich. In Gärten kultivierte Blaubeeren können fast so groß wie ein Zehn-Cent-Stück werden. Ihr gesundheitlicher Wert ist famos.  Es heißt, dass sie die Durchblutung der Beine verbessern, gegen Darmkrebs wirken und darüber hinaus entzündungshemmend sind. Eine Handvoll frischer Beeren im morgendlichen Müsli unterstützt die Gesundheit und schmeckt lecker. Es gibt sie auch eingekocht zu kaufen – dann eignen sie sich zu Eierpfannkuchen. Apropos: Die blaue Farbe auf den Zähnen verschwindet beim Zähneputzen!

Johannisbeeren

Wie Rubine leuchten ab Juli ihre knallroten Fruchtrispen aus dem Grün. Die Beeren sind saftig und süß-herb-aromatisch. Wer rote Johannisbeer-Büsche im Garten hat, sollte sie regelmäßig  schützen gegen Vögel, die die Johannisbeeren am liebsten selbst ernten. Johannisbeersaft und Kuchen mit Johannisbeeren belegt kennt jeder. Etwas herber und gewöhnungsbedürftig im Aroma ist die schwarze Johannisbeere, die später reift als ihre rote Schwester. Die Josta-Beere (eine Kreuzung aus schwarzer Johannis- und Stachelbeere) ist milder. Josta-Beeren und schwarze Johannisbeeren enthalten in ihrer blauschwarzen Schale Anthocyane, Eisen und Vitamin C. Konfitüre oder Gelee aus schwarzen Johannisbeeren ist unschlagbar. 

Himbeeren

Die nicht ganz so häufigen Waldhimbeeren sind klein, karmesinrot und nahezu explosiv in ihrem Aroma. Allerdings sind die Büsche ganz schön dornenreich. Geschmacklich können Gartenhimbeeren mit ihren wilden Verwandten nicht unbedingt mithalten. Aber auch sie sind nicht ohne. Auf jeden Fall sind sie etwas größer, leuchtend rot und von betörendem Duft. Sie wirken entzündungshemmend und blutreinigend. Himbeeren sind sehr druckempfindlich und matschen schnell. Daher müssen sie stets per Hand gepflückt werden. Mit ihren vielen kleinen, eng aneinander liegenden Früchtchen gehört die Himbeere nicht zu den Beeren, sondern zu den so genannten Sammelsteinfrüchten.

Zwar keine Beere, aber trotzdem jetzt reif: Kirschen

Sommerzeit ist Kirschenzeit! Kirschen reifen unglaublich schnell: Sie blühen im April und Mai. Bereits im Juni gibt es die ersten Kirschen. Bis in den August erfreuen uns die kleinen Power-Bomben voll Vitamine, Folsäure und Spurenelementen. Gleichgültig, ob Süß- oder Sauerkirschen: Sie lassen sich vielseitig verarbeiten: Zu Marmelade, Kompott und Saft, als Belag für Kuchen oder gedünstet zu Waffeln.  Freilich schmecken sie roh am besten. Sie reifen nicht nach, werden also vollreif gepflückt. Dann müssen sie aber zügig gegessen werden – doch wer könnte ihnen schon lange widerstehen? Übrigens: Wer Kirschen isst und unmittelbar danach Wasser trinkt, muss nicht sterben und bekommt auch kein Bauchweh oder Durchfall: Zu viel rohes Obst kann lediglich Blähungen verursachen. 

Text: Sonja Wenzel, Fotos: fotolia