Mittwoch, 25. April 2018    04:30


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Reisen im "WoMo" oder "WoWa" braucht gute Vorbereitung

Wer seit vielen Jahren beim Reisen stets wie die Weinbergschnecke den Hausstand in Miniformat mit sich führt, weiß im Schlaf, was an Vorbereitung notwendig ist, wenn die neue Camping-Saison startet. Ist das Reisemobil oder der Wohnanhänger für alle Eventualitäten ausgestattet, erübrigen sich viele Überlegungen; trotzdem sollten, außer dem persönlichen, für alle Witterungszufälle berücksichtigten Gepäck, so banale Gegenstände wie die mit Gas betriebene Campinglampe, Kehrblech und Handfeger oder Campingtisch und -stühle nicht fehlen. Wichtig ist, dass vor Urlaubsantritt die Wagenpapiere vollständig und in Ordnung sind und dass das Fahrzeug vom Fachmann gründlich inspiziert wurde. Geprüft werden unter anderem Bremsen, Lenkung, Achsen und Fahrgestell, aber auch den Dichtungen und Schläuchen sowie dem Zustand der Gastanks gilt ein besonderes Augenmerk. In Eigenregie kann man aber selbst kontrollieren, ob genug Scheibenwischwasser vorhanden ist, sowie einen Blick auf den Reifendruck und die Tiefe der Reifenprofile werfen, eventuell auch den Trinkwassertank desinfizieren. Die Außenreinigung sollte am besten an einem speziellen Waschplatz oder in einer dafür geeigneten Waschstraße vorgenommen werden. Ein Hochdruckreiniger hilft gegen groben Schmutz, Radkästen und Felgen sollten extra gereinigt werden. Die Polster der Inneneinrichtung werden gelüftet und abgesaugt, der Kühlschrank und die Heizung müssen gesäubert werden.

Gesundheits-Check und Vorratshaltung

Was für das Auto gilt, gilt auch für die Insassen: Sie sollten sich - gerade vor einer längeren Reise - medizinisch "auf Herz und Nieren" untersuchen und empfohlene Impfungen vornehmen lassen. Auch wichtige, ständig einzunehmende Medikamente und eine Reiseapotheke gehören mit an Bord. Bei der Zusammenstellung der Reiseapotheke sind oftmals Hausärzte oder Apotheken behilflich. Wer sich nordwärts begibt, sollte bedenken, dass das Leben in skandinavischen Ländern ziemlich teuer ist: Ein Vorrat an Getränken und haltbaren Lebensmitteln helfen, die Verpflegungskosten im Rahmen zu halten. In Bezug auf alkoholische Getränke - ebenso für Zigaretten und Tabak - muss vorher geprüft werden, wie viel pro Person eingeführt werden darf. Wer in südliche Gefilde reist, wird nichts leicht Verderbliches einpacken. Grundsätzlich sollte beim Beladen des Fahrzeugs dessen Gewicht beachtet werden. In vielen europäischen Ländern besteht Vignettenpflicht für Fahrzeuge bis zu einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen: Auch darüber sollten sich Campingfreunde gründlich informieren. Wohnmobile und - neuere - Wohnwagen haben einer Nasszelle und einen gasbetriebenen Kühlschrank an Bord: Das bedeutet eine gewisse Autarkie; die geht bei Reisemobilen so weit, dass über eine zweite Batterie die Stromversorgung für mehrere Tage gesichert ist, ohne zwingend einen Stromanschluss zu benötigen. Natürlich kann man auch auf einem kleinen, im Fahrzeug befindlichen Gasherd provisorisch kochen; vorteilhaft ist es, zumindest für die ersten Tage einige Speisen vorzubereiten und mitzunehmen.

Campen oder "die Fahrtüchtigkeit wiederherstellen"?

Von Land zu Land sind die Bestimmungen über das Campen außerhalb der Campingplätze unterschiedlich. In Dänemark gibt es so genannte "Quick Stops", wo man eine Nacht bleiben kann. So lange der Campingfreund in Deutschland auf einem entsprechend ausgewiesenen öffentlichen Parkplatz nur rastet, um sich auszuruhen und anschließend weiterzufahren und obendrein noch seine Abfälle mitnimmt, wird sich niemand beschweren. Richtet er sich samt Familie aber häuslich ein, schmeißt den Grill an und stellt gemütliche Ruhesessel auf, ist dies "Campen" und nicht gestattet. Oft aber gibt es bestimmte Stellplätze für eine Nacht. Es empfiehlt sich, vorher Erkundigungen bei der Stadt, der Gemeinde oder der Polizei einzuholen. Manchmal haben Gastwirte nichts dagegen, wenn man bei ihnen eine Nacht im Wohnanhänger oder Reisemobil auf ihrem Parkplatz verbringt. Im Gegenzuge bei ihnen zu essen, ist ein guter Kompromiss.

Text: Sonja Wenzel, Foto: Rent and Travel