Dienstag, 23. Januar 2018    21:01


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Ein Beruf mit Zukunft: Zahntechniker/in

Ein Ausbildungsbetrieb: Timo Lübke Dentaltechnik GmbH & Co. KG

Der Beruf des Zahntechnikers ist ein äußerst vielseitiger Beruf, bei dem es auf Präzision und Genauigkeit ankommt, und auf ein gewisses technisches Verständnis weil überwiegend mit hoch entwickeltem, technischen Gerät gearbeitet wird. Früher wurde Elfenbein, Horn und Golddraht eingesetzt, heute sind Kunststoff, Vollkeramik und hochwertige Metalllegierungen die Materialien für Zahnersatz, der für Brücken, Teil- oder Vollprothesen verwendet wird. Der Zahntechniker stellt sämtliche Produkte für Zähne und Kiefer her: Ein vollständiges Gebiss oder ein Implantat für einen einzelnen Zahn. Die besondere Herausforderung besteht darin, die einzelnen Teile nach dem vorliegenden Abdruck des Patienten passgenau anzufertigen. "Der Zahnersatz sollte ästhetisch aussehen, von daher ist eine gewisse künstlerische Begabung für Form und Farbe für den Beruf des Zahntechnikers eine unbedingte Voraussetzung", sagt Zahntechnikermeister Timo Lübke. Außerdem stellt der Zahntechniker herausnehmbare oder fest verankerte Zahnspangen für Patienten her.

Manon Nommensen (22) ist gelernte Zahnarzthelferin. "Während meiner Ausbildung habe ich den Beruf des Zahntechnikers kennen gelernt und mich für eine weitere Ausbildung im Dentallabor beworben", sagt die Auszubildende im zweiten Lehrjahr. Sie besitzt das „gewisse Auge“ für Farben und Formen und schätzt die Kreativität ihrer Arbeit. Ihr Kollege bei Timo Lübke Dentaltechnik in Husum ist Lennard Fedders (23). Er hat in diesem Betrieb seine Prüfung zum Zahntechniker vor sieben Jahren als Landesbester abgeschlossen. Er verrät: "Eigentlich wollte ich gar nicht Zahntechniker werden. Aber es ist die Vielseitigkeit, die diesen Beruf ausmacht." Jetzt hat er den digitalen Bereich für sich entdeckt und macht ein duales Studium zum Bachelor of Science.

Die Beratung der Patienten rückt immer mehr in den Vordergrund. Der Zahnarzt bestimmt die nötige Behandlung, in kniffeligen Fällen wird der Zahntechniker hinzugezogen. Ebenfalls gehören die Reparatur und die Säuberung der zahntechnischen Produkte zum Arbeitsalltag des Zahntechnikers. "Für den Patienten ist eine standortnahe Versorgung extrem wichtig", erklärt Lübke. "Für den Fall, dass sich beim Patienten etwas ändert, wie zum Beispiel ein weiterer Zahnverlust oder eine Kieferverformung, kann der vorhandene Zahnersatz jederzeit repariert oder umgearbeitet werden."

Zahntechniker ist ein Beruf mit Zukunft. Wenn keine dringenden Aufträge anstehen, ist die Arbeitszeit mit den klassischen Bürozeiten von montags bis freitags ein weiterer Pluspunkt für diesen Beruf. Das Gehalt lässt sich durch die Teilnahme an Fort- und Weiterbildungen steigern. Die duale Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Die Gesellenprüfung wird vor der Handwerkskammer abgelegt. Der Blockunterricht erfolgt für die Schleswig-Holsteiner Auszubildenden in Neumünster.

Text und Foto: Bärbel Sommer