Mittwoch, 25. April 2018    04:27


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Raus in den Garten

Als Ende Februar der Winter noch einmal mit voller Wucht über Schleswig-Holstein zog, wurde statt Harke, Spaten oder Saatgut die Schneeschaufel herausgeholt. Der Schnee bedeckte die Gärten im Land. Doch der Frühling ist trotzdem nicht aufzuhalten. Der Schnee schmilzt, das Eis geht zurück, Krokusse und Schneeglöckchen sowie Tulpen und Narzissen recken ihre Köpfchen aus der Erde. Die Vögel sammeln Gräser und Ästchen für den Nestbau. Endlich ist es auch für uns Menschen wieder Zeit, in den Garten zu gehen. Viele gehen hochmotivert mit den Gartengeräten ins heimische Grün, um dieses nach dem Winter wieder auf Vordermann zu bringen. Trotzdem sollte man dabei einiges beachten.

Wichtig für schöne Blumen oder Gemüse ist eine gute Erde. Perfekte Bodenverhältnisse bringen später den besten Ertrag. Der Boden sollte aber nicht mehr umgegraben werden. Dies führt im Frühjahr eher zur Störungen in der obersten Bodenschicht. Sinnvoller ist es, den Boden mit einer Grabegabel aufzulockern. Dadurch wird die Erde schön belüftet. Gleichzeitig kann Dünger oder Kompost in die Erde eingearbeitet werden. Aber in Maßen, denn viele Pflanzen mögen es nicht in einen überdüngten Boden eingesetzt zu werden. Sollte die Erde zu lehmhaltig sein, kann ihr etwas Sand beigemengt werden; ist sie hingegen zu sandig, sollte Humus hinzugefügt werden.

Auch um den Rasen sollte sich der Gartenbesitzer früh kümmern. Zunächst werden das alte Laub und Äste von der Rasenfläche mit einem Rechen entfernt. Ist das Grün gereinigt, kann die erste Düngung erfolgen. Diese passiert entweder sofort oder nach dem ersten Schnitt. Das erste Mal Rasenmähen sollte man, wenn die Halme eine Länge von mehr als fünf Zenitmeter erreicht haben. Rund eine Woche später kann der Rasen dann vertikutiert werden.

Einige Sträucher wie Sommerstauden können im April oder Mai noch geschnitten und gestutzt werden. Sommerblühende Clematissorten sollten bis auf 30 bis 50 Zentimeter gekürzt werden. Auch für Rosen beginnt nun die intensive Pflege. Verwelkte Pflanzenteile müssen abgeschnitten werden. Zudem sollten Rosen auch nach Pilzbefall wie Mehltau, Rosenrost oder Sternrußtau untersucht werden. Die Infektionsgefahr ist im Frühjahr besonders hoch, weil der Pilz im lebenden Holz überwintert. Zeigen sich erste Anzeichen von Pilzbefall, müssen die befallenen Pflanzenteile sofort abgeschnitten werden. Das Schnittgut befallener Pflanzen sollte übrigens nicht auf dem Kompost entsorgt, sondern verbrannt oder als Restmüll entsorgt werden.

Kübelpflanzen, die in der kalten Jahreszeit im Haus oder Keller überwintert haben, können nun wieder ins Freie, um sich langsam an die Sonne zu gewöhnen. Natürlich geht es nun auch an die Aussaat aller möglichen Pflanzen. Je nach Sorte geht es direkt ins Freiland oder zunächst noch unter Glas. Wer im Sommer lecker-süße Erdbeeren genießen will, sollte sich jetzt auch ans Erdbeerbeet machen. Alte und kranke Blätter werden mit der Schere entfernt, weil diese Krankheiten wie etwa die Grauschimmelfäule übertragen können. Auch Stachelbeeren können in dieser Zeit gepflanzt werden.

Wenn es sicher ist, dass der Schnee oder kalte Temperaturen nicht wieder zurückkommen, können natürlich auch die Gartenmöbel wieder aufgestellt werden. Denn was ist schöner, als sich nach getaner Arbeit im Garten sich unter der Frühlingssonne auszuruhen und zu entspannen.

Text: Thomas Meiler
Fotos: pr