Donnerstag, 29. Juni 2017    00:27


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Mit Leidenschaft und innerem Feuer in der Gastronomie Karriere machen

Rieke Carstensen ist im zweiten Ausbildungsjahr zur Hotelfachfrau. „Ein Beruf in der Gastronomie kam für mich früher nie in Frage“, erzählt die 18-Jährige bereitwillig. Doch ein Praktikum im Osterkrug Treia sei die Initialzündung gewesen. Sie bereut ihre Entscheidung nicht – auch wenn die Arbeitszeiten nicht gerade regelmäßig sind und auch Wochenenden einschließen. „Andererseits habe ich dann wieder in der Woche frei oder an einem anderen Wochenende“, fügt sie an. Eigentlich wollte sie Erzieherin werden; doch vom engen Kontakt zu Menschen – auf den es ihr bei der Berufswahl besonders angekommen sei – sei sie während des Gastronomie-Praktikums angenehm überrascht gewesen.

Hohe Anforderungen – aber auch viel Spaß

Hotelfachfrau/mann, Restaurantfachfrau/mann oder Koch/Köchin fordern dem Berufsanfänger einerseits viel ab: „Man hat keinen Achtstundentag“, sagen Birte und Detlef Stache, die den Osterkrug in Treia leiten. Gearbeitet werde an Wochenenden, zu Feiertagen wie Ostern und Weihnachten oder abends, wenn andere feiern und Freizeit genießen. Dann herrsche in der Küche öfters Stress, dazu die Hitze, da falle schon mal ein schärferes Wort, wenn nicht alles wie am Schnürchen klappe. Gleichwohl halte die Belegschaft idealerweise wie eine kleine Familie zusammen, in der jeder aufgehoben ist. Nicht von der Hand zu weisen ist, dass der Freundeskreis sich peu à peu verändert. Doch wer mit Leidenschaft an die Arbeit geht, kann die Vorteile der Gastroberufe für sich voll ausschöpfen. Man schafft etwas mit den Händen“, so Detlef Stache. Wer kreativ veranlagt ist, kommt auf seine Kosten – beim Arrangement von Tischdekorationen, beim Serviettenfalten oder beim Eindecken der Tische gleichermaßen wie bei der Entwicklung neuer Gerichte oder Menüs oder beim künstlerischen Gestalten der Gerichte auf dem Teller – denn schließlich isst das Auge mit. „Wir Gastronomen haben überdies eine riesige Verantwortung für die Gesundheit unserer Gäste“, so Stache weiter. Ein wenig „dazu geboren sein“ und innerlich befeuert, hilft enorm beim Erklimmen der beruflichen Erfolgsleiter. Denn wer im Service arbeitet, muss dazu motiviert sein, andere Menschen im klassischen Wortsinn „zu bedienen“ und die Erfüllung von Wünschen umzusetzen. Wer kontaktfreudig ist, auf andere ein- und zugehen kann, ein wenig „Verkaufstyp“ ist, ohne belehrend zu wirken, wer gelegentliche schwarze Launen manche Gäste mit einem Lächeln abfedern kann, hat eigentlich schon halb gewonnen.

Gute Aufstiegschancen international

Gastronomieberufe sind international. Wer aufsteigen will, kann sich in verschiedene Gastronomie-Studiengänge oder andere hochkarätige Weiterbildungen der Wirtschaftsakademie vertiefen. Der Weg ins Hotelmanagement steht offen, ebenso ist es möglich, sich mit einem eigenen Restaurant- oder Hotelbetrieb selbstständig zu machen. Gastronomiefachleute stoßen immer wieder auf internationales Publikum. Sie sind - aufgrund der soliden deutschen Ausbildung - gefragte Mitarbeitende in schicken Standorten wie Dubai oder in den Metropolen Asiens, wie Bangkok, Singaur oder Hongkong. Wer dürftiges Schulenglisch aufbürstet oder - in dieser Region - etwas mehr als nur ein paar Brocken Dänisch auf Lager hat, punktet überall.

Nach der Ausbildung stehen alle Türen offen

Rieke rät jedem jungen Menschen, der jetzt die Weichen für seine Zukunft stellt: „Ein Praktikum ist wichtig, zeigt einen Beruf von allen Seiten und hilft bei der Entscheidung enorm.“ Sie liebt es, stets aktiv und auf den Beinen sein zu können und mit den Händen etwas zu schaffen. „Sture Büroarbeit“ sei nichts für sie. Noch steht sie ganz am Anfang ihrer Berufslaufbahn. Doch wenn sie fertig ist, kommt etwas Wichtiges hinzu: „Nach der Ausbildung stehen mir alle Türen offen – ich kann überall hin. Das Arbeitsplatzangebot ist groß.“

Fachkraft für Speiseeis oder Fachkraft für Systemgastronomie

Dies sind anerkannte Berufe mit dreijähriger Ausbildungszeit und bieten gute Ausbildungs- und Karrierechancen für junge Menschen. Systemgastronomen können international tätig sein. Wer sich für diese Berufe entscheidet, sollte wissen, dass die meiste Arbeit dann zu tun ist, wenn andere ihre Freizeit genießen. Die kühlende Schleckerei in der Knuspertüte stellen Fachleute her, die im Verborgenen wirken und eine ganze Menge über die Eisherstellung wissen müssen. Im Winter wird die Berufsschule vor Ort besucht, denn da ist bekanntermaßen nicht gerade Hochsaison für ein erfrischendes Eis. Die ersten beiden Ausbildungsjahre gleichen, bezogen auf die Inhalte, denen der „Fachkraft im Gastgewerbe“. So appetitanregend der Beruf klingen mag: Er ist selten, Ausbildungsplätze liegen nicht auf der Straße, und eine reine Fachklasse für junge Speiseeishersteller gibt es bislang nur in Mannheim. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Flensburg berät und vermittelt gern. Die Möglichkeiten mit einer Ausbildung Karriere zu machen, sind so gut wie schon lange nicht mehr. Die Mitarbeitenden der Berufsberatung der Agentur für Arbeit stehen gern für alle Fragen rund um den Berufswunsch zur Verfügung. Ein Termin kann vereinbart werden unter der gebührenfreien Hotline 0800 4 5555 00.

Text und Fotos: Sonja Wenzel