Montag, 16. Juli 2018    02:30

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Rosen erobern unsere Gärten

Die Rose ist wohl eine der beliebtesten Blumen in unseren Gärten, auf unseren Balkonen und Terrassen. Ihre tollen Blüten, ihr Duft, ihre Farbenvielfalt und ihre Ausstrahlung insgesamt machen sie so gefragt. Es gibt kaum einen Garten, in dem die Rose nicht heimisch ist. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts waren öfter blühende Edelrosen das Maß der Dinge. Sie verfügen über edel geformte Blüten und haben ihren Bekanntheitsgrad durch ihre majestätische Ausstrahlung gewonnen. „Inzwischen gibt es wohl tausende, wenn nicht abertausende von Rosensorten“, sagt  Holger Clausen, Inhaber der Baum- und Rosenschule in Böklund bei Schleswig. Der Einfallsreichtum und die Experimentierfreudigkeit der Züchter kenne keine Grenzen, wobei die Widerstandsfähigkeit gegen Pilze heute eines der wichtigsten Zuchtziele sei. Rosenzüchter bemühen sich um immer gesündere und schönere Rosen. Die meisten modernen Rosen haben inzwischen ihren Duft eingebüßt, „aber die Züchter arbeiten auch an dieser wichtigen und vor allem nachgefragten Eigenschaft der Rose“, sagt der Rosenexperte. Der Verbraucher ist bestrebt, pflegeleichte und unkomplizierte Rosen für den Hausgarten zu finden und das in allen Klassen, also von Beet- und Strauchrosen, Zwergrosen, über Kletterrosen und Kleinstrauchrosen bis hin zu Rosenstämmen und Edelrosen. 

„Wer sich Rosen in den Garten pflanzen möchte, muss erst einmal herausfinden, welche Rose passt“, weiß Holger Clausen und meint damit vor allem den passenden Standort. Rosen mögen viel Sonne, Luft und vor allem den richtigen Gartenboden. Nicht jeder Gärtner kann das passende Fleckchen bieten. Wer nur ein eher schattiges Plätzchen übrig hat, muss dennoch nicht auf die Schönen verzichten. Im totalen Schatten wachsen Rosen natürlich nicht, aber Rambler- oder Wichuriana-Rosen (Kletterrosen) treiben so stark, dass sie aus den schattigen Bereichen in die sonnigen Baumkronen wachsen. Auch die modernen Sorten der Kleinstrauch- beziehungsweise Bodendeckerrosen sind so robust, dass sie auch mit wenigen Sonnenstunden zurechtkommen. Trotzdem sollten sie vier bis fünf Stunden Sonne pro Tag tanken können. Für viele Rosenliebhaber ist vor allem der Duft die „Seele“ der Rose und bei der Wahl einer Rose entscheidend. Der Duft reicht von schweren, würzigen bis hin zu fruchtig-frischen Noten. Sie duften zudem je nach Tageszeit unterschiedlich, die meisten jedoch vor allem am Morgen und an warmen Tagen. „Der eigentliche Sinn ist es, Insekten zum Bestäuben anzulocken. Ist dieser Zweck erfüllt, lässt der Geruch stetig nach. Der Geruch wird nun immer schwächer, bis sie verblüht sind“, erklärt der Böklunder Rosen-Veredler, der in seinem Betrieb rund 400 Sorten vorrätig hat. Charakteristisch für Rosen ist, dass sie immer fünf Blütenblätter haben. Im Gegensatz zu den Rosen mit gefüllten Blüten, sind dabei vor allem die Rosen mit den ungefüllten Blüten besonders insektenfreundlich. Durch  ihre weit geöffnete Blüte bieten sie Insekten geradezu richtige „Landebahnen“ an. Mit wenig Aufwand sorgt man dafür, dass die Rosen mehrmals im Jahr blühen. Hierzu schneidet man über dem ersten vollentwickelten Blatt unterhalb der abgeblühten Blüte den Stiel ab. Rosen brauchen Pflege, je nach Klasse und Sorte mehr oder weniger viel. „Wer weder Zeit noch Muße dafür hat, muss das bei der Auswahl der Pflanzen beachten“, rät Holger Clausen. Richtigen Rosenliebhabern sei der Aufwand egal. Sie hegen und pflegen ihre Lieblinge. Viele unter ihnen haben in ihren Gärten beeindruckende Rosen-Paradiese und öffnen ihre Gärten auch gerne für interessierte Besucher.

Text und Fotos: Jörg Kasischke