Donnerstag, 17. Januar 2019    05:54

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Südmarokko: 

Ein Märchen aus tausendundeiner Nacht

Wer Badeurlaub in ewiger Sonne liebt, ist im marokkanischen Agadir gut aufgehoben; dies ist eine reine „Badestadt“, die nach einem Erdbeben im Jahre 1960 im Stil jener Zeit wiederaufgebaut wurde. Wer jedoch - so wie Reisebürokauffrau Andrea Kößmeier vom TUI Husumer Reisebüro – zu den Globetrottern gehört, nimmt Marrakesch als Ausgangspunkt für eine 14-tägige Rundreise ins Visier. Marrakesch sei „ein Traum aus tausendundeiner Nacht“ mit der verwinkelten Altstadt und dem „Djemaa el Fna“ – dem zentralen Marktplatz, auf dem früher Hinrichtungen vollzogen wurden. Heute jedoch ist er der quirlige Stadt-Mittelpunkt, für dessen ursprünglichen Erhalt die Einwohner kämpfen. Hier zeigen Gaukler ihre Künste, bieten Nuss- und Saftverkäufer ihre Waren an. Abends verwandelt sich der Platz in ein einziges, riesiges Restaurant: Händler schlagen ihre ambulanten Stände auf mit allen möglichen verführerischen, orientalischen Esswaren. Aus Stampflehm und luftgetrockneten Lehmziegeln besteht das uralte, zum Teil noch bewohnte Dorf Aït-Ben-Haddou, seit über 30 Jahren UNESCO Weltkulturerbe. Die Siedlung diente als eindrucksvolle Kulisse für mehrere historische Monumentalfilme. Steinig und von strenger Schönheit erlebte Andrea Kößmeier den „Hohen Atlas“, die höchste Gebirgskette des Atlas im Süden des nordafrikanischen Staates. Ein Höhepunkt war für sie der Aufenthalt in der Sahara mit einer Nacht im Wüstensand: „Wir haben in Zelten übernachtet. Beeindruckt haben mich die gewaltige Stille, die vielen Sterne am unendlich tiefen Himmel. Man geht anders aus der Wüste heraus als man hineingegangen ist.“ In der Nähe der Oasenstadt Zagora begegnete ihre Reisegruppe Tuaregs: Nomaden, groß, schlank, stolz. In Essaouira, einer alten, ehemals portugiesischen Stadt an der Atlantikküste, faszinierten sie die malerische, lebendige Alststadt mit ihren herrlichen Villen. Andrea Kößmeier beeindruckten das allgegenwärtige Verkehrsgewühl mit Autos, Mopeds und Fußgängern; die Handwerker, die ihre Färber-, Keramik- oder Holzwerkstätten direkt in den Städten haben; die zum Verkauf ausliegenden Teppiche, Decken und Überwürfe mit ihren intensiven Farben machten sie sprachlos. Man begegnete ihr freundlich und mit Respekt, die Frauen etwas zurückhaltender. „Auch die Händler haben sich nie aufgedrängt.“ Sie erlitt keinerlei Unpässlichkeiten wegen der ungewohnten Kost, die sie manchmal auch an Straßenständen zu sich nahm: „Oft Eintöpfe aus der Tajine, einem Dampfgarer aus Ton mit kegeligem Deckel, mit frischem Gemüse und sehr zartem Fleisch“, oder „Gegrilltes – häufig Geflügel – Couscous und ganz viel Minztee“. Unvergesslich sind ihr die Kletterkünste der Ziegen, die doch nur kleine Klauenfüße und keine „Klammerzehen“ haben: „Sie erklimmen die Spitzen und die dünnen Äste der Argan-Bäume, um deren Früchte zu fressen.“ Dies sah sie in der Nähe der Stadt Taroudant. Hier – und an sonst kaum einem anderen Ort – wachsen diese Bäume, aus deren fettreichen Früchten das kostbare Argan-Öl gewonnen wird. Es wird in der Küche und als Ingredienz für Kosmetika verwendet. „Die Frauen, die dieses Öl pressen, haben wunderbar zarte Hände. Das ist die Wirkung des Öls“, so Andrea Kößmeier. Für jene, die Lust bekommen, Marokko ihrerseits aus einer anderen Warte zu sehen, rät sie: „Sonnenschutz ist wichtig. Die Sonneneinstrahlung ist sehr intensiv. Niemals Eiswürfel in die Getränke geben lassen, man schwitzt sonst nur noch mehr. Unbedingt genügend Zeit einplanen für Marrakesch und Essaouira – und eine Nacht in der Wüste muss einfach im Reiseablauf dabei sein.“

Text: Sonja Wenzel