Samstag, 21. Oktober 2017    23:21


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Hotel Altes Zollamt Husum

Maritim - schnörkellos - weltoffen

m 1. Oktober öffnet das neue Hotel am Husumer Hafen seine Pforten: Hotel Altes Zollamt. Dort, wo einst die Husumer Zöllner ihre großzügigen Büros hatten, können jetzt die Gäste übernachten. Die Inhaberin Jana Loof ist in Husum keine Unbekannte. Ihre Eltern, Maren und Gerhard Loof, besitzen das Fischhaus Loof, schräg gegenüber vom Alten Zollamt. „Ich wusste immer, dass ich einmal in Husum ein Hotel eröffnen möchte. Ich hatte nur keine Ahnung, dass es so schnell gehen würde“, sagt sie, eine 26jährige Frau mit überzeugender Vita. Nach dem Besuch der Steigenberger Akademie in Bad Reichenhall machte sie ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau im Hotel de Rome, einem Fünf-Sterne-Hotel & Spa im Herzen Berlins. Von der Hauptstadt wechselte sie nach Hamburg und arbeitete dort ein Jahr lang im Park Hyatt, einem Luxushotel im Zentrum der Stadt. Anschließend begann ihre sechsmonatige Weltreise auf der M/S Europa I, dem Fünf-Sterne-plus Flaggschiff von Hapag Lloyd. „Als Sommelière habe ich den Gästen den passenden Wein zum Essen empfohlen“, verrät sie. Die M/S Europa I ist das Besondere Zuhause, ein Kreuzfahrtschiff mit erstklassigem Service und außergewöhnlichen Routen. In Travemünde ist Jana Loof an Bord gegangen und in Bangkok wieder von Bord, auf der Route lagen Länder, wie Norwegen, Island, Grönland, Kanada, USA, Nord- und Südamerika und die Südsee. Danach ist sie in Hamburg geblieben und hat ihr zweijähriges Studium zur Hotelbetriebswirtin begonnen, das sie im Sommer dieses Jahres erfolgreich abgeschlossen hat.  Originelles Wohnen mit Charme direkt am Hafen Die Lage des neuen Husumer Hotels Altes Zollamt ist erstklassig. Es ist die Nähe zum Hafen und zum Zentrum, die dieses Hotel so spannend macht für neue Gäste. „Es soll ein Hotel sein, in dem auch junge Leute zu einem akzeptablen Preis übernachten können“, sagt die Hotelchefin.

Sie hat sich, gemeinsam mit ihrer Familie, alle möglichen Hotels angeschaut und dabei ihren ganz eigenen Stil für das neue Hotel gefunden: Maritim, schnörkellos und weltoffen. Familie Loof war es wichtig, möglichst viel vom alten Charakter des Hauses zu erhalten. Zuallererst der Name, der unbedingt bleiben sollte und soviel über die Vergangenheit des altehrwürdigen Hauses erzählt. Dann die große Freitreppe im Eingangsbereich, davor die neue Rezeption, die extra aus einem Schiffscontainer angefertigt wurde. Die alten Tresore wurden umfunktioniert zu einer Art Minibar auf den Fluren, an der die Gäste sich selbst bedienen können. In manchen Zimmern ist das Eichenparkett aufgearbeitet worden und das klassische Fischgrätmuster erstrahlt nicht nur im neuen Glanz, es findet sich auch in der Tapete wieder.

Jedes Zimmer ist einzigartig, mit extra angefertigten Möbeln. Unter den 26 liebevoll gestalteten Doppelzimmern befinden sich großzügige Zimmer, in denen es sich auch Familien richtig gemütlich machen können. Es gibt zwei Themenzimmer, eines ist der Flensburger Brauerei gewidmet, das andere dem Wacken-Open-Air. Der bezaubernde Blick über den Husumer Hafen ist von den meisten Zimmern aus möglich. Hinter dem Haus stehen den Gästen genügend Parkplätze zur Verfügung. Von dort aus führt ein Fahrstuhl in die verschiedenen Etagen. Der gemütliche Frühstücksbereich befindet sich im Erdgeschoss - ebenfalls dem Hafen zugewandt.

Versiertes Personal kümmert sich um die Gäste

Neben Jana Loof werden acht Mitarbeitende um das Wohl der Gäste bemüht sein. Es sind alles Fachkräfte aus der Region, die sich mit den verschiedenen Arbeiten im Hotel gut auskennen: an der Rezeption, mit dem Frühstücks- und dem Zimmerservice. Im Hotel wird es für die Gäste ein umfangreiches Frühstücksangebot geben, zum Mittag- oder Abendessen gibt es diverse Möglichkeiten in unmittelbarer Nähe der Kleikuhle, dem Ort, an dem das Hotel steht. An der Kleikuhle endet die Hafenstraße, die erst zu Lebzeiten des Dichters Theodor Storm entstand, als der Husumer Binnenhafen durch Kaimauern befestigt worden war.

Die Hafenstraße ist die beliebte Flaniermeile der Husumer und der vielen Gäste, mit schönen Geschäften und Restaurants. Die Hafenpromenade mit vielen historischen Häusern lädt ein zum entspannten Hafenerlebnis - mit Ebbe und Flut. Im Fischgeschäft ihrer Eltern Gerhard und Maren Loof haben Jana Loof und ihre zwei Jahre ältere Schwester Christin, die ebenfalls im Betrieb beschäftigt ist, viel Zeit verbracht. »Meine Schwester und auch meine Eltern sind immer für mich da. Sie unterstützen mich jederzeit, war es doch eine gemeinsame Entscheidung, in Husum ein neues Hotel zu eröffnen«, erzählt Jana Loof. »Und weil es in der Stormstadt schon schöne Vier-Sterne Häuser gibt, haben wir uns ganz bewusst für ein Haus entschieden, das ein neues Klientel nach Husum lockt: Der Hafenstadt mit dem besonderen Charme.«  Am 1. Oktober wird das Haus offiziell eröffnet mit einer Pre-Opening-Phase für Familie und Freunde. Ab dem 3. Oktober können die Zimmer über das Internet oder per Telefon gebucht werden. Ein ganz besonderes Angebot gibt es für die Einheimischen: Sie erhalten in der ersten Woche einen Kennenlern-Rabatt für die Übernachtungen im „Hotel Altes Zollamt“.

Traditionsreiches Gebäude mit Denkmal-Charakter

Die Geschichte des Hauses beginnt im Jahre 1928. Damals wurde das Hauptzollamt an der Kleikuhle/Ecke Deichstraße gebaut. Dieses Gebäude im Stil des Klinker-Expressionismus entstand nach den Plänen des Flensburger Regierungsbaurates Wilhelm Penner. Es gibt zwei weitere Bauten in Husum in diesem Stil: das Finanzamt und das Nissenhaus. Das Zollamt wurde im Jahre 2006 unter Denkmalschutz gestellt.  Es ist ein Kulturdenkmal aus geschichtlichen, städtebaulichen und künstlerischen Gründen - in unmittelbarer Nähe zum Husumer Hafen. Es dokumentiert die Bedeutung Husums als Hafenstadt und als Handelsort.  Der zweigeschossige Rotstein-Winkelbau wird geprägt durch den mächtigen Westgiebel mit Windlöchern zwischen zwei großen Voluten, das sind schneckenförmige Ornamente. Das Dach wurde jetzt mit roten Pfannen neu eingedeckt, so wie einst das Original. Das Dachgeschoss hat sieben neue Gauben erhalten, die sich ganz elegant ins Gesamtbild einfügen. Die expressionistischen Verzierungen am Haupteingang sind erhalten geblieben, so auch die beiden Reichsadler, das damalige Herrschaftszeichen.  Am 1. Juli 1968 wurde das Hauptzollamt Husum vom damaligen Bundesminister der Finanzen aufgelöst und das Hauptzollamt Itzehoe übernahm die Aufgaben für die gesamte Schleswig-Holsteinische Westküste. In Husum wurde anstelle des Hauptzollamtes ein Zollamt eingerichtet. Im September 2015 wurde das Backsteingebäude für die Mitarbeitenden zu klein. Es war sanierungsbedürftig und vor allem nicht barrierefrei. Ende Juli 2016 unterzeichnete Jana Loof den Kaufvertrag für das Gebäude.

Text und Fotos: Bärbel Sommer