Mittwoch, 25. April 2018    04:29


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Lauf für einen guten Zweck und gegen die Zeit

Der Himmel ist zwar verhangen, aber es ist windstill und trocken - das ideale Wetter für Maria Spangenberg und Jessica Schröder, Sportklamotten und Laufschuhe anzuziehen und sich "auf Strecke" zu begeben. Beide sind zart und schmal, aber sehnig und durchtrainiert. Heute haben sie sich vorgenommen, 30 Kilometer im Dauerlauf zu schaffen. Sie haben Großes vor, denn im Frühsommer - am 26. Mai - wollen sie am "Mammutmarsch", einer öffentlichen Laufveranstaltung in Berlin teilnehmen: Das bedeutet, 100 Kilometer in 24 Stunden zu laufen. Für die 30-jährige Maria Spangenberg ist dies eine ganz besondere Herausforderung, denn sie erkrankte vor drei Jahren an Gebärmutterkrebs, der immer noch nicht besiegt ist. Doch an Aufgeben und Schonen denkt sie überhaupt nicht: "Selbst während der ganz akuten Phase der Krankheit und während der Chemotherapie habe ich mich sportlich betätigt und so weit es ging, meinen Beruf als Personal Trainerin ausgeübt", erzählt sie. Jetzt hat sie sich gemeinsam mit ihrer um ein Jahr älteren Freundin entschlossen, im Mai die geforderten 100 Kilometer unter die Sohlen zu nehmen und ausgiebig dafür zu trainieren. Dafür suchen die beiden Sponsoren, die pro gelaufenen Kilometer "die Summe X" spenden. Während ihrer Krankheit hat sich Maria Spangenberg oft mit dem Gedanken an den Tod auseinandergesetzt. Durch die Kinder ihrer Freundin Jessica hat sie auch darüber nachgedacht, wie Kinder wohl mit dieser Krankheit umgehen. Deshalb haben sich die zwei Frauen für die Verwendung der Spendengelder etwas ganz Spezielles ausgedacht: "Wir möchten die Summe einem Kinderhospiz zur Verfügung stellen, damit den Kindern ein letzter Wunsch erfüllt werden kann", sagen sie. "Unternehmen, die uns während der Veranstaltung unterstützen, werden wir mit ihren Logos auf unseren Lauf-T-Shirts verewigen", äußern die beiden sportlichen Freundinnen. Jetzt aber sei es ihr Ziel, ihrem Körper zu beweisen, dass sie "der Chef" sei, so Maria Spangenberg. In der Woche läuft sie zwei bis drei Mal jeweils zehn Kilometer allein, Freundin Jessica hält dies ihrerseits ebenfalls durch. Es gilt jetzt, sich allmählich zu steigern: "Jeden zweiten Samstag unternehmen wir einen langen Lauf." In Sachen Marathonlauf haben die beiden schon Erfahrungen gesammelt: Im März 2014 nahmen sie in New Mexico/USA am "Baartan March" teil: "Wir haben einander mitgezogen und immer wieder angespornt." Für Maria Spangenberg ist es wichtig, dass ihre Freundin mitmacht: "Ich bin zwar eine Kämpfernatur, aber es tut gut, wenn jemand dabei ist, der im richtigen Moment sagt ‚hör auf' oder ‚komm mit'. Ohne einander geht es nicht", und Jessica bestätigt: "Sie kämpft sich immer wieder durch - das ist bewundernswert." Am 26. Mai fällt der Startschuss um 15:30 Uhr für die Gruppe, in der Maria Spangenberg und Jessica Schröder eingeteilt sind. Sie müssen in den Abend hinein und die Nacht hindurch laufen. Als Unterstützung werden GPS-Daten geliefert, nach denen die Läufer und Läuferinnen ihre Strecke finden müssen. Sie freuen sich auf viele Besucher auf ihrer Facebook-Seite "Lauf gegen die Zeit". Auf dieser Seite veröffentlichen sie alles Wichtige und geben ihre Erfahrungen an andere Laufinteressenten weiter. Selbstverständlich können auch Privatleute für Marias und Jessicas Vorhaben spenden, das einem guten Zweck dient. Maria Spangenberg erteilt Auskünfte unter ihrer Mobil-Nummer 0176-55500592.

Text und Fotos: Sonja Wenzel