Samstag, 20. Oktober 2018    06:29


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Gutes Hören bringt mehr Lebensqualität

Das Ticken der Uhr, Vogelgezwitscher und das „Geigen“ der sommerlichen Grillen verstummt. Alle Menschen sprechen leise und nuscheln. Dieses Gefühl haben Personen, wenn sie Geräusche nicht mehr in vollem Umfang wahrnehmen. Betroffene sollten zunächst einen Arzt aufsuchen. Vielleicht hat sich bloß Ohrenschmalz (Cerumen) in den Gehörgängen angesammelt und beeinträchtigt die Hörfähigkeit: Das wird einfach entfernt. Wer überraschend auf einem oder sogar beiden Ohren nichts mehr hört, sollte sofort handeln, denn im ungünstigsten Falle kann es sich um einen Hörsturz handeln, der augenblicklich in ärztliche Hände gehört. Es kann aber auch sein, dass das Gehör langsam und zunächst kaum wahrnehmbar nachlässt. Etwa 14 Millionen Menschen leiden unter Gehörverlust, doch nur etwa ein Fünftel von ihnen gleicht diesen Mangel mit einem Hörgerät aus. 

Hörgerät: Je eher, desto besser

Der Weg sollte zuerst zum HNO-Arzt führen. Dieser untersucht und berät gründlich und stellt die entsprechende Verordnung. Viele hörbeeinträchtigte Personen – gleichgültig, ob jung oder alt –  scheuen sich einzugestehen, dass sie schlecht hören. Das macht aber nichts besser, denn Klänge und Töne, die aufgrund mangelnder Hörfähigkeit nicht mehr in das Gehirn vordringen, werden „vergessen“: Das Gehirn erhält keinen Hörreiz mehr, es verlernt und „rostet ein“. Freilich überwiegt die Altersschwerhörigkeit. Doch gleichwohl ist der Wunsch, die Hörfähigkeit zu verbessern, gestiegen; deshalb kommen schon Menschen um 40 Jahre zum Hörakustiker. 

„Hörgerät“ ist nicht mehr die „Banane“ hinterm Ohr

Viele Menschen mit ungenügendem Hörvermögen ziehen sich zurück und meiden Gesellschaft, weil ihnen die Geräuschkulisse zu anstrengend ist und sie eher einen „Geräuschbrei“ wahrnehmen: Sie hören zwar, verstehen aber nichts oder nur wenig. So häufen sich Missverständnisse. Misstrauen keimt auf und nicht selten werden solche Menschen depressiv. Insofern ist es klüger, ein Hörgerät schon dann zu akzeptieren, wenn sich der Hörverlust noch in Grenzen hält: Das entspannt die Familiensituation. Geduld ist beim Tragen des Geräts angebracht, denn das Gehirn muss vieles wieder lernen und trainieren. „Hörsysteme“ von heute sind klein, unauffällig und werden mit ausgefeilter Technik genauestens austariert. 

Die empfindlichen Ohren schützen mit passendem Lärmschutz

Das Innenohr ist ein ausgeklügeltes System aus winzigen, zarten Knöchelchen, die nicht unendlich belastbar sind: Lärmschutz in Beruf und Freizeit ist wichtig und auch für die Jugend angebracht, denn die Umwelt ist lauter geworden – vom Verkehrslärm bis zu bummernden Bässen in der Disco. Auch in Bezug auf Lärmschutz ist Aufklärung wichtig. Es gibt das altbekannte „oropax“, eine Art Wachspfropfen, der sich durch die Körperwärme dem Gehörgang anpasst, wie auch individuell angefertigten Gehörschutz, der den Gehörgang verschließt. Spezielle Gehörschütze mit Filter lassen bestimmte Frequenzen durch. Bauleute beispielsweise, die mit lärmenden Maschinen arbeiten, sieht man oft mit über die Ohren gestülpten „Mickimäusen“. Auf jeden Fall ist es ratsam, in regelmäßigen Abständen einen Hörtest zu machen, der bei vielen Hörakustikern kostenfrei ist. So bleibt der Klang von Vogelgezwitscher immer präsent!

Text: Sonja Wenzel, Fotos: fotolia.com